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Prämien-Aus für E-Autos: "Ich bin drei Mal betrogen worden"


"Ich bin quasi drei Mal betrogen worden"


Aktualisiert am 22.12.2023Lesedauer: 2 Min.
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Ein Mann lädt sein E-Auto (Symbolbild): Viele Käufer in Deutschland ärgern sich über den Wegfall der Prämie. (Quelle: IMAGO/Robijn Page/imago)

Die staatliche Prämie von bis zu 4.500 Euro beim Erwerb eines Elektroautos gibt es nicht mehr. Käufer sind einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt.

Wer hierzulande in den letzten Wochen des Jahres auf die Auslieferung seines neuen Elektroautos gewartet hat, musste eine Achterbahn der Gefühle erleiden. Erst die Haushaltskrise und böse Vorahnungen, dann das Blitz-Aus für die Kaufprämie für E-Autos.

"Mich hat man innerhalb einer Woche quasi drei Mal betrogen", schreibt Stefan Penkert aus Marburg (Hessen). Der Vater von zwei Kindern schilderte seinen Fall t-online in einem Leserbrief.

Im Sommer bestellt und noch nicht geliefert

Das Dilemma der Penkerts: Sie hatten im Juli einen Cupra Born bestellt – auch weil der Hersteller versprach, dass vor dem 31. August 2023 bestellte Autos auf jeden Fall vor Ablauf des Jahres ausgeliefert würden und Käufer somit die volle Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhalten könnten.

Doch der Cupra Born, der laut Autohändler Ende November hätte produziert werden sollen, kam bislang nicht. Auf Nachfrage erfuhr Penkert, dass wegen mangelnder Nachfrage beim Hersteller angeblich die Produktion heruntergefahren wurde. Der Hesse wurde aufs kommende Jahr vertröstet.

Rund 60.000 E-Autos sind vom kurzfristigen Stopp des Umweltbonus betroffen. Rund 30.000 Autos davon werden noch im laufenden Jahr zugelassen, wie eine Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) unter seinen Mitgliedern ergeben hat. Weitere 30.000 sind für das kommende Jahr terminiert. Für alle fällt zumindest der staatliche Anteil der Prämie weg, viele Autohersteller haben aber bereits angekündigt, die Summe ausgleichen zu wollen.

Er schreibt am Montag: "Dann kam auf einmal der Stopp der Bafa-Förderung, da mein Auto nun erst im Juli kommen soll, bekommen wir die Bafa-Prämie nicht mehr."

Ersparnisse futsch, von Regierung enttäuscht

Für die Familie ein harter Schlag. Penkert sagte am Montag: "Es trifft uns schon sehr hart, weil man ja davon ausgegangen ist, dass man das Geld bekommen hätte. Somit sind jetzt unsere kompletten Ersparnisse verbraucht, da wir das Geld wohl nicht zurückbekommen werden." Weil seine Frau in Elternzeit ist und monatlich für Kita und Kinderkrippe mehr als 500 Euro fällig werden, bleibe zum Sparen kaum etwas übrig.

Seit Sonntag können Käufer von elektrisch angetriebenen Neuwagen infolge der Kürzungen im Bundeshaushalt keine staatlichen Gelder mehr beantragen. Die Mittel für 2023 seien bereits aufgebraucht, hieß es aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Die noch für 2024 angesetzten 209 Millionen Euro reichen wohl nur noch aus, wenn die Förderung mit sofortiger Wirkung ausläuft. Was Sie jetzt wissen müssen.

"Ich bin über die Art und Weise, wie mit einem umgegangen wird, sehr enttäuscht – gerade von der Regierung. Getreu dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", schreibt Penkert. "Ich glaube unserer Regierung jedenfalls kein Wort mehr. Man soll investieren und wird dann doch alleine und im Stich gelassen."

Die plötzliche Wendung

Nächste Runde der Achterbahnfahrt: Am Dienstag entschied Cupra, den gestrichenen staatlichen Anteil von bis zu 4.500 Euro zuzuschießen. Allerdings nur auf vor dem 18. Dezember 2023 bestellte und bis spätestens am 31. März 2024 ausgelieferte Fahrzeuge.

Jetzt kommt es also darauf an, wann der Cupra Born tatsächlich da ist. Penkert bekam Nachricht von seinem Händler, dass das Auto Ende Januar ausgeliefert werden soll. Er ist zuversichtlich: "Das sollte dann hoffentlich klappen", schreibt er am Freitag in einer Mail an t-online. Möglicherweise nimmt diese Berg- und Talfahrt dann tatsächlich noch ein gutes Ende.

Verwendete Quellen
  • Leserbriefe
  • eigene Recherche
  • Anfrage an die Presseabteilung von Cupra
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