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Lexikon zum Klimawandel: Eisschilde – Grönland und die Antarktis schmelzen dahin

Klima-Lexikon  

Eisschilde

Von Tim Blumenstein

05.03.2020, 14:52 Uhr
Lexikon zum Klimawandel: Eisschilde – Grönland und die Antarktis schmelzen dahin. Luftaufnahme des Inlandeises in Grönland: Schon ab einer globalen Erwärmung von 2 Grad könnte die gesamte Eismasse Grönlands schmelzen.  (Quelle: imago images)

Luftaufnahme des Inlandeises in Grönland: Schon ab einer globalen Erwärmung von 2 Grad könnte die gesamte Eismasse Grönlands schmelzen. (Quelle: imago images)

Die Eisschilde in Grönland und in der Antarktis schmelzen. Die Erderwärmung beschleunigt diesen Prozess. Das hat Auswirkungen auf den Meeresspiegel und das weltweite Klima. 

Auf der Erde gibt es zwei kontinentale Eisschilde: in Grönland und in der Antarktis. Zusammen speichern sie weit mehr als 90 Prozent des globalen Süßwassers. Im Gegensatz zu Berggletschern wie beispielsweise in den Alpen sind Eisschilde viel größer. Sie haben eine Fläche von mindestens 50.000 Quadratkilometern – das ist in etwa die Fläche Niedersachsens – und bedecken die unter ihnen liegende Landmasse vollständig. Derzeit sind die Eisschilde zwischen 3 und 4 Kilometern dick. Doch sie werden jährlich dünner. 

Dass Gletscher schmelzen, ist nicht ungewöhnlich. In den Sommermonaten schmilzt das Eis regelmäßig. Auch an den Rändern der Eisschilde brechen immer wieder große Teile ins Meer ab. Gleichzeitig wachsen die Eisschilde, denn sie bekommen durch Schneefälle ständig Nachschub. Diese beiden parallel ablaufenden Prozesse sind normalerweise im Gleichgewicht. Doch durch die Erwärmung des Klimas dehnt sich die Schmelzzone immer weiter aus – das heißt, es schmilzt mehr als durch Schneefall nachkommt. Mit Hilfe von Satelliten messen Forscher daher die Veränderung des Eises. Sie haben herausgefunden: Jährlich verlieren die Eisschilde knapp 300 Milliarden Tonnen – das ist in etwa die fünffache Masse des Mount Everest. 

Grönlandeis schmilzt immer schneller 

Schmilzt das Eis in dieser Geschwindigkeit weiter, könnte das dramatische Auswirkungen auf das Weltklima haben. Wissenschaftler haben errechnet, dass schon bei einer Erderwärmung von 2 Grad ein kritischer Punkt überschritten sein und das gesamte Eis abschmelzen könnte. Bislang war das Grönlandeis so stabil, weil aufgrund seiner Dicke große Teile in tausenden Metern Höhe lagen. Durch das Abschmelzen wird der Eispanzer aber dünner. Immer größere Teile liegen in niedrigeren und damit milderen Luftschichten, was das Abschmelzen beschleunigt. 

Anders als in Grönland schmelzen die antarktischen Eisschilde nicht an Land, sondern erst dann, wenn sie mit wärmeren Meerwasser in Kontakt kommen. Große Eisbrocken brechen an Land ab, schwimmen als sogenannte Eisschelfe im Meer und schmelzen schließlich. Wegen großer Schneefallmengen ging man lange davon aus, das antarktische Eis würde nicht schmelzen, sondern sogar wachsen. Satellitenbilde offenbarten jedoch, dass auch die Eisschilde in der Antarktis schrumpfen. Wie schnell das Eis in Grönland und der Antarktis genau schmilzt, ist in der Wissenschaft umstritten.

Schmelzwasser destabilisiert Meeresströmungen 

Diese Frage ist wichtig, denn: Schmilzt das Eis, steigt der Meeresspiegel. Würden beide Eismassen komplett abschmelzen, hätte das einen Meeresspiegelanstieg von fast 70 Metern zur Folge. Aber auch ein deutlich geringerer Anstieg hätte globale Folgen. Zudem verändert das Schmelzwasser die Stabilität von Meeresströmungen. Wie eine große Pumpe transportieren diese zum Beispiel warmes Oberflächenwasser aus der Karibik nach Europa und beeinflussen damit das örtliche Klima. Noch können die Forscher nicht genau sagen, wie schnell das Eis schmilzt. Fest steht aber: Je stärker die Erderwärmung, desto schneller zerfallen die Eismassen. 

Verwendete Quellen:

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