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Klimawandel: Expertin besorgt – Eis an den Polen schmilzt noch schneller


Der Antarktis ausgeliefert – Expertin in großer Sorge


02.12.2023Lesedauer: 1 Min.
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Klimakrise an Nord- und Südpol: Das Eis unserer Pole schmilzt schneller als erwartet. Eine Expertin warnt und zeigt auf, wo gehandelt werden muss. (Quelle: t-online)

Das Eis unserer Pole schmilzt schneller als erwartet. Eine Expertin zeigt die Gefahren auf, die jetzt auf uns zukommen und wie gehandelt werden muss.

Die Meeresbiologin und Präsidentin des Alfred-Wegener-Instituts Antje Boetius ist in großer Sorge: Schon jetzt schwindet das Eis der Arktis auf der Nordhalbkugel zu schnell.

Doch auch die Landeisschmelze, wie beispielsweise in Grönland im Norden oder der Antarktis auf der Südhalbkugel, könnte bald so schnell vorangehen, dass der Mensch dem dadurch steigenden Meeresspiegel ausgeliefert sein wird. Die Expertin warnt vor den gravierenden Folgen.

Trotz der Warnungen des Weltklimarates (IPCC) sind die weltweiten Emissionen im vergangenen Jahrzehnt immer weiter gestiegen und haben den höchsten Stand in der Geschichte erreicht.

2023 wird auch nach Einschätzung von Klimaexperten der Vereinten Nationen (UN) wohl das wärmste Jahr seit der Industrialisierung. Bis einschließlich Oktober habe die global gemittelte Temperatur 1,4 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900 gelegen.

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“In den letzten drei Jahren ist es wie ein Zusammenbruch. Das arktische Meereis schwindet so schnell und friert auch im Winter nicht mehr genug zurück, dass man wirklich von einem Einbruch sprechen kann.”

Alle zwei Jahre fahren Forscherinnen und Forscher des deutschen Alfred-Wegener-Instituts mit ihrem Forschungsschiff "Polarstern" in die Antarktis. Dort untersuchen sie den Klimawandel in der Umwelt und die Folgen für das Leben auf und unter dem schwindenden Meereis. Auch jetzt sind sie wieder dorthin unterwegs.

Die Meeresbiologin und Präsidentin des Alfred-Wegener-Instituts Antje Boetius rechnet damit, dass eine eisfreie Arktis bereits innerhalb einer Generation möglich wäre und ist alarmiert:
In den letzten drei Jahren ist es wie ein Zusammenbruch. Das arktische Meereis schwindet so schnell und friert auch im Winter nicht mehr genug zurück, dass man wirklich von einem Einbruch sprechen kann. Und das Unangenehme ist: Das betrifft das Leben direkt.

Natürlich haben die Klimamodelle gesagt, irgendwann wird auch die Antarktis zu warm und schmilzt. Aber dass es so schnell einen so massiven Einbruch gibt, das konnten wir bisher nicht vorhersagen.

Sie nennt eine der wichtigsten Maßnahmen:
Wir müssen immer ehrgeiziger CO₂ aus der Atmosphäre zurückholen, was bisher eigentlich die Natur für uns macht, die aber auch schwächer wird, wenn es heißer wird. Und diese ganzen Probleme, die bedeuten immer wieder: Es hilft eins besonders, der Ausstieg, der schnellere Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen.

Neben dem schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei aber auch das Thema Ungerechtigkeit zwischen der wohlhabenden und ärmeren Bevölkerung ein wichtiges Thema für die aktuell stattfindende Klimakonferenz in Dubai:

Auch bei uns in Deutschland sind die Menschen, die am wenigsten CO2 ausstoßen, die grundsätzlich weniger Mittel zur Verfügung haben, diejenigen, die am meisten proportional bezahlen müssen. Und das führt zu Zerwürfnissen. Weltweit ist es so, dass ganze Regionen, die eigentlich gar nicht für diese Treibhausgase verantwortlich sind, heute schon am meisten leiden. Und es wird bei der Klimakonferenz darauf ankommen, der Menschheit ein Gefühl davon zu geben, dass es eine gewisse Gerechtigkeit geben wird, eine Verteilung, eine Hilfe auch der Industriestaaten, deren Wohlstand auf fossile Brennstoffe beruht.

Die Eisschmelze besonders an Land, wie beispielsweise in Grönland oder der Antarktis, könnte bald so schnell vorangehen, dass der Mensch dem dadurch steigenden Meeresspiegel ausgeliefert sein wird:

Wenn das schmilzt und bis in die höchsten Höhen eben nicht mehr Schnee darauf fällt, dass das Eis wächst, sondern das Eis nur schwindet, dann schwindet das Eis in das Meer und das Meer steigt. Und die Beschleunigung, die hier stattgefunden hat, sowohl in Grönland wie jetzt zunehmend auch in der Antarktis in einigen Regionen, macht uns große Sorgen. Denn was ins Meer gefallen ist als Eis und dort schmilzt, das erzeugt mehr Meeresspiegel und wir Menschen können den Meeresspiegel nicht mehr beeinflussen. Und das gehört mit zu den großen Sorgen um Kipppunkte.

Trotz der Warnungen des Weltklimarates (IPCC) sind die weltweiten Emissionen im letzten Jahrzehnt immer weiter gestiegen und haben den höchsten Stand in der Geschichte erreicht. Der Sommer 2023 war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, wie Klimamodelle der Nasa zeigen.

Im Video oben oder hier sehen Sie die beeindruckende Expedition des deutschen Forschungsschiffs "Polarstern" und erfahren, wie die Eisschmelze unser Leben künftig stark beeinflussen wird.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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