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Wuppertal: Ein neues veganes Café für die Stadt

Café Medusa in Heckinghausen  

Neues veganes Café für Wuppertal eröffnet

Von Sebastian Schorre

22.07.2019, 12:23 Uhr
Wuppertal: Ein neues veganes Café für die Stadt.  (Quelle: Sebastian Schorre)

(Quelle: Sebastian Schorre)

Wer vegan lebt, hat in Wuppertal bisher vergeblich nach den in Großstädten so beliebten "Bowl-Gerichten" gesucht. Mit dem am Samstag eröffneten Café Medusa in der Nähe des Gaskessels in Heckinghausen ändert sich das. Wie die ehemalige Friseurin Isabel Zühlke (29) auf die Idee kam, was ihre Mutter damit zu tun hat, und warum der Eröffnungstag doch früher endete als geplant, hat t-online.de-Reporter Sebastian Schorre herausgefunden.

Es ist schon Viertel nach 12 Uhr, aber die Tür des Cafés Medusa in Heckinghausen ist noch nicht aufgeschlossen. Eigentlich sollte der Eröffnungstag mit Tombola, Preisen und frischem Essen bereits vor fünfzehn Minuten starten. Aber: Die Perfektionistin, Veganerin und studierte Kunstgeschichtlerin Isabel Zühlke leitet den Laden nicht einfach so. Sie will "ihr Baby" auch gut leiten und werkelt darum so lange, bis alles perfekt ist.

Gegen 12.30 Uhr geht dann endlich die Tür zum Café auf. Die circa zehn Interessierten, die zu Beginn auf dem Gelände mit Parkplätzen direkt am Heckinghauser Gaskessel stehen, haben gern gewartet.

Eine Bowl mit Mais, Tomaten und Kidney-Bohnen: Solche veganen Gerichte gibt es im Café Medusa. (Quelle: Sebastian Schorre)Eine Bowl mit Mais, Tomaten und Kidney-Bohnen: Solche veganen Gerichte gibt es im Café Medusa. (Quelle: Sebastian Schorre)

Die ersten Bestellungen gehen über die Ladentheke im liebevoll und selbst gestalteten Lokal. Eine "Thai-Tanic"-Bowl bietet statt des filmischen Untergangs einen kulinarischen Höhepunkt für Christina, 26, aus Wuppertal. Glasnudeln, Edamame, Salat und auch der deutsche Rotkohl – die Social-Media-Managerin kannte das bisher nur aus anderen Städten: "Ich fahre nach Köln, wenn ich vegan essen will. Ich bin keine Veganerin, aber esse ab und zu gern fleischlos und ohne tierische Produkte. Wuppertal hatte da bis heute nicht wirklich etwas zu bieten."

Mutter und Tochter arbeiten gemeinsam

Immer wieder muss die Mutter von Besitzerin Isabel an der Theke daher bestätigen, dass die Zutaten der Bowls, Shakes und Naschereien allesamt vegan sind. Sie kennt die Gastronomie, hat neben ihrem Job bei einer Versicherung "genug auf dem Arsch gesessen", wie sie sagt, und daher am Wochenende als Kellnerin gearbeitet. Das macht sie jetzt auch im Laden ihrer Tochter und kommt dafür extra aus Oberhausen nach Wuppertal.

Die Zutaten in dem Café sind alle vegan, also ohne tierische Produkte, zubereitet. (Quelle: Sebastian Schorre)Die Zutaten in dem Café sind alle vegan, also ohne tierische Produkte, zubereitet. (Quelle: Sebastian Schorre)

Auch Bianca (42) und ihr Mann Oliver (46) sind zur Eröffnung gekommen. Für sie soll es die "Sweet Little Avocado"-Bowl sein, dazu eine Limo-Mischung aus Cola und Lakritz. Es ist eben alles etwas anders hier. In die Bowl kommen frische Mangos, Avocado und Co. Das Paar hat über Facebook vom neuen Angebot in seiner Nähe erfahren: "Ich habe mal zwei Jahre vegan gelebt, kenne mich mit der Küche also aus. Die Qualität ist klasse, das Lokal schnuckelig und jeder findet hier was." Partner Oliver hat zwar Verbesserungsvorschläge. Die haben aber nichts mit dem Essen zu tun: "Es müssten noch Schilder angebracht werden. Die Mohrenstraße ist ja eigentlich nur eine Seitenstraße, wo viele an der Industrie einfach vorbeifahren. Man sieht noch zu wenig von dem Angebot hier."

Eröffnung früher vorbei als geplant

Das soll sich bald ändern. Obwohl zumindest am ersten Tag schon genug Kunden da sind: Ab 18 Uhr ist der Laden leergekauft. Die Eröffnung endet drei Stunden früher, als geplant. Für Besitzerin Isabel, der man das Herzblut für die Sache in jedem Moment anmerkt, ein überwältigender Erfolg: "Es waren über 120 Leute da heute. Ich hatte mir 50 erhofft. Es gab ein wirklich tolles Feedback von allen Seiten", sagt die seit neun Jahren selbst vegan lebende Ladenbesitzerin.


Bereits vor zwei Jahren hatte sie ein Crowdfunding zur Eröffnung des Ladens gestartet – damals noch mit einer Freundin, die in Wuppertal vor allem als Besitzerin der veganen Schokoladenmanufaktur "Das Bernsteinzimmer" bekannt ist. Statt doppelter Frauenpower an der veganen Café-Front stattet Isabel ihren Laden nun allein mit Bernsteinzimmer-Produkten wie Tafelschokolade und Co. aus. Natürlich alles vegan.

Die Einrichtung in dem Café ist selbst gestaltet. (Quelle: Sebastian Schorre)Die Einrichtung in dem Café ist selbst gestaltet. (Quelle: Sebastian Schorre)

Am Ende ist Ladenbesitzerin Isabel nur am Abend der Eröffnung. "Ich muss aber jetzt noch für morgen backen", sagt sie im abendlichen Telefongespräch. Da ist es fast 21 Uhr. Mit ihrem Laden fängt sie gerade erst an. Ohne Zielstrebigkeit geht’s eben nicht.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche 

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