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Charité wegen Corona in Personalnot – Ärzte sollen in der Pflege helfen


Charité in Personalnot – Ärzte sollen in der Pflege helfen

  • Agata Strausa
Von Agata Strausa

Aktualisiert am 03.01.2021Lesedauer: 2 Min.
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Blick auf das Bettenhaus der Charité in Berlin: Die Klinik kämpft mit Personalmangel.
Blick auf das Bettenhaus der Charité in Berlin: Die Klinik kämpft mit Personalmangel. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Der Berliner Charité fehlt Personal in der Pflege. Da die Ressourcen ausgeschöpft sind, will das Klinikum nun Ärzte in Weiterbildung für Pflegedienste einsetzen – und sendet einen dringenden Hilferuf an die Mitarbeiter.

Krisenmodus im Berliner Krankenhaus: Die Charité kämpft mit der Belastung in der Corona-Pandemie. Weil Pflegepersonal auf der Intensivstation für Covid-19-Patienten fehlt, sollen nun Assistenzärzte einspringen, wie t-online aus einem internen Schreiben erfuhr.

Weil Pflegemitarbeiter auf der Station fehlen, wurden in der Vergangenheit bereits Pflegekräfte auf der Corona-Station rotationsweise eingestellt, die für die Intensivpflege nicht ausgebildet sind, erzählt ein Arzt, der anonym bleiben will. Nun jedoch wendet sich der Vorstand der Krankenversorgung der Uni-Klinik in einer Mail mit einer dringenden Bitte an die Ärzte in Ausbildung: Sie sollen auf der Intensivstation pflegerische Aufgaben übernehmen.

"Wir benötigen dringend Ihre Unterstützung", heißt es in dem Schreiben. Man stehe vor der Entscheidung, eine weitere Ebene in der Campus Klinik zu eröffnen, die bereits "voll ausgestattet" sei. Es fehle jedoch an Mitarbeitern in der Pflege, um sie aufzumachen. Interessierte sollen sich per Mail für den Pflegedienst melden. Dafür sollen die Freiwilligen von den jeweiligen Klinikdirektoren und Personalverantwortlichen freigestellt werden.

Einarbeitung notwendig

"Wir haben alle Maßnahmen zur Rekrutierung von Pflegekräften ausgeschöpft", heißt es von der Charité. "Einarbeitung von Studierenden, Aufrufe in den Medien" werden in der Mail als Maßnahmen genannt.

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Doch die Situation sei kritisch, wie die Angaben des Arztes ebenfalls bestätigen: "Auf den normalen Bettenstationen werden viele Betten geschlossen, weil keine Pflegekräfte vorhanden sind. Manche Abteilungen sind zu, in anderen wurde die Zahl der Betten deutlich reduziert".

Zudem würden sich Pfleger und Ärzte des Öfteren innerhalb der Charité mit Corona anstecken und entfallen dann für den Dienst. "Dann dauert es 14 Tage, bis sie zurückkommen können – und das fällt ins Gewicht." Nicht jeder Pfleger sei für die Arbeit auf einer Covid-19-Intensivstation ausgebildet – es gebe schlicht "zu wenig Menschen".

Für den Einsatz sollen die freiwilligen Ärztinnen und Ärzte eingearbeitet werden. Eine angemessene Einarbeitung sei sichergestellt und könnte zum Teil auch online stattfinden. "Eine Einarbeitung von ein bis zwei Wochen gilt als Grundvoraussetzung für einen solchen Einsatz", schreibt die Klinik. Der Einsatz erfolge stets mit erfahrenen Pflegekräften. Und davon werden offenbar viele benötigt. "Zur Wendung eines Patienten sind aber zum Beispiel bis zu sechs Menschen erforderlich, die im Umgang mit Patienten schon erfahren sind."

"Kein Nachteil für Ärzte"

Der vorübergehende Einsatz in der Pflege soll für die Freiwilligen keinen Nachteil bringen, weder finanziell noch für ihre Weiterbildung versichert das Klinikum: "Es ist davon auszugehen, dass durch die zeitlich begrenzten und kurzzeitigen Unterbrechungen keine Nachteile im Hinblick auf die Weiterbildung erfolgen", so heißt es in der Mail. Der Einsatz soll maximal drei Monate lang sein und könne auch früher beendet werden.

Der Aufruf an die Assistenzärzte zeigt den Ernst der Lage am Klinikum. "Wir müssen gucken, wie wir in einer guten Balance bleiben auch mit der Versorgung anderer Disziplinen", sagt der Arzt. Es gehe nicht um Kritik am Klinikum, sondern darum, das Ausmaß der Lage aufzuzeigen. Denn die Kapazitäten für Entlastung innerhalb der Charité sind so gut wie ausgereizt.

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Verwendete Quellen
  • Aussagen eines Arztes
  • Internes Schreiben der Charité
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