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"Impfung macht frei" – Berliner Lehrer nach Auschwitz-Vergleich gekündigt

"Impfung macht frei"  

Lehrer nach umstrittenen Youtube-Videos gekündigt

24.08.2021, 14:52 Uhr | dpa

"Impfung macht frei" – Berliner Lehrer nach Auschwitz-Vergleich gekündigt. Leeres Klassenzimmer (Symbolfoto): In einer Berliner Schule fiel ein Lehrer mit Verschwörungstheorien auf. (Quelle: imago images/Michael Weber/Imagebroker)

Leeres Klassenzimmer (Symbolfoto): In einer Berliner Schule fiel ein Lehrer mit Verschwörungstheorien auf. (Quelle: Michael Weber/Imagebroker/imago images)

Die Videos sorgten für Aufsehen, nun ist einem Berliner Lehrer offenbar gekündigt worden. Der Mann hatte unter anderem mit der Formulierung "Impfung macht frei" in einer Fotomontage für Aufsehen gesorgt.

Einem Berliner Berufschullehrer, der mehrfach mit Beiträgen auf seinem Youtube-Kanal für Empörung gesorgt hatte, ist offenbar unter anderem wegen Verharmlosung des Holocaust gekündigt worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa.

Die Lehrkraft hatte mit der Formulierung "Impfung macht frei" in einer Fotomontage für Kritik gesorgt, die er in einem seiner Youtube-Videos benutzt hatte. Die Nationalsozialisten hatten den zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei" über den Eingangstoren mehrerer Konzentrationslager angebracht.

Lehrer in Berlin drehte Videos mit Holocaust-Verharmlosung 

Der Historiker Uffa Jensen vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin hatte dem RBB gesagt, er halte die Fotomontage eindeutig für eine Art der Holocaustverharmlosung. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Montag, gegen den Lehrer sei inzwischen Anzeige erstattet worden. "Das wird nun geprüft."

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte Mitte August gesagt, solche Sprüche wie in der Fotomontage seien absolut inakzeptabel. Für sie sei ganz klar, dass solch eine Person nicht als pädagogische Kraft im Unterricht mit Kindern und Jugendlichen zusammenkommen dürfe. Die Bildungsverwaltung teilte auf Anfrage am Montag mit, sie äußere sich zu Personaleinzelangelegenheiten wie Kündigungen grundsätzlich nicht.

Der Lehrer an einem Berliner Oberstufenzentrum (OSZ) sagte am Montag: "Ich glaube, dass dieser Versuch, mich zu kündigen, ziemlich aussichtslos ist." Es gehe dabei um schulinterne Auseinandersetzungen ohne strafrechtlichen Belang.

"Alles, was ich jetzt bekomme von der Schulbehörde, das geht direkt zu meinem Anwalt." Das Kündigungsschreiben habe er sich nicht einmal durchgelesen, sondern dem Anwalt mit der Bitte gegeben, darauf zu antworten. "Ich werde meine Rechte einfordern."

Lehrer hat Hausverbot an Berliner Schule

Der Leiter des Oberstufenzentrums, an dem der Berufsschullehrer beschäftigt war, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er dürfe zur Frage, ob dem Lehrer gekündigt wurde, keine Auskunft geben. "Aber er unterrichtet weiterhin nicht und hat Hausverbot hier. Und er hat heute seinen Schlüssel zur Verfügung gestellt."

Der Berufsschullehrer hatte sich in einem weiteren Video nach Beginn des neuen Schuljahrs gegen die Impfaktionen an Oberstufenzentren gewandt, die die Bildungsverwaltung angekündigt hatte. Er war außerdem bereits im vergangenen Spätherbst mit Youtube-Videos zur Corona-Pandemie aufgefallen, in denen er die Gefahr des Coronavirus relativiert und unter anderem erklärt hatte, Maske tragen sei dumm. Anschließend hatte er eine Abmahnung erhalten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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