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Geldboten attackiert: Brüder nach Banküberfall vor Gericht

Berlin  

Geldboten attackiert: Brüder nach Banküberfall vor Gericht

26.11.2021, 02:23 Uhr | dpa

Sechs Monate nach einem Banküberfall in Berlin-Neukölln hat der Prozess gegen zwei Brüder begonnen. Die Männer im Alter von 19 und 21 Jahren müssen sich wegen versuchten Mordes, versuchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht der Hauptstadt verantworten. Der jüngere Bruder soll laut Anklage in einer Rangelei mit einem Geldboten eine Schusswaffe auf den Mann gerichtet und abgedrückt haben. Der Attackierte sei nicht getroffen worden. Ob sich die Brüder zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn am Freitag offen.

Die Angeklagten sollen sich am Vormittag des 26. Mai dieses Jahres zu einer Bankfiliale in den Gropius-Passagen begeben haben. Sie hätten laut Ermittlungen in einer Seitenstraße die Anlieferung von Bargeld durch einen Geldtransporter abgewartet. Als einer der Geldboten mit einem Behälter die Filiale betreten hatte, seien die Brüder in die Bank gestürmt - bewaffnet mit einer Schusswaffe und zwei Reizstoffsprühgeräten.

Der 19-Jährige habe sich mit einer Waffe in der Hand entschlossen auf den Geldboten zubewegt und den Mann entwaffnen wollen, heißt es weiter in der Anklage. Als dies nicht gelang, sei es zu einer Rangelei gekommen. Der 21-Jährige habe Reizgas eingesetzt. Der 19-Jährige habe schließlich einen Schuss abgefeuert. In diesem Moment habe er den Attackierten töten wollen, um an den Geldbehälter zu gelangen, so die Anklage. Der Geldbote habe das Feuer erwidert und den 19-Jährigen verletzt. Die Brüder seien ohne Beute geflohen.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) nahmen den jüngeren Bruder noch vor der Bank fest und brachten ihn mit Rettungskräften in ein Krankenhaus. Der Mitarbeiter der Geldtransportfirma habe laut Anklage wegen des Reizgases starke Schmerzen an den Augen erlitten. Der ältere Bruder entkam zunächst, wurde aber noch am Abend des Tattages festgenommen. Nach zwei Wochen wurde er allerdings aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Prozess wird am 1. Dezember fortgesetzt.

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