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"House of Wirecard": Reporter McCrum veröffentlicht Buch

Von dpa
26.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Dan McCrum
Dan McCrum, "Financial Times"-Journalist und EnthĂŒller des Wirecard-Skandals. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Knapp zwei Jahre nach der Wirecard-Insolvenz erscheint am Freitag ein maßgebliches Buch zum Skandal: Unter dem Titel "House of Wirecard" veröffentlicht der britische Reporter Dan McCrum die deutsche Ausgabe seiner Geschichte des mutmaßlichen Milliardenbetrugs bei dem ehemaligen Dax-Konzern und Zahlungsdienstleister.

Der fĂŒr die Londoner "Financial Times" arbeitende Journalist hatte den Fall mit Hilfe von Whistleblowern und Kollegen in fĂŒnfjĂ€hriger Recherche aufgedeckt - und dabei befĂŒrchtet, selbst Job und Existenzgrundlage zu verlieren. "Mehr als einmal glaubte ich, meine Karriere sei zu Ende", schreibt McCrum in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe, die beim Econ-Verlag erscheint.

Denn der Reporter wurde im Zuge seiner Recherche selbst Zielscheibe von Ermittlungen der deutschen Behörden. "Ein kaum bekannter Reporter drĂŒben in London hatte die Seiten der FT fĂŒr einen Rachefeldzug gegen eines der erfolgreichsten Technologieunternehmen Europas gekapert." So empfand McCrum die Stimmung in Deutschland gegen ihn.

Seine Recherchen nahmen ihren Ausgang in AuffĂ€lligkeiten der Wirecard-Bilanzen. Über Jahre hatte er jedoch keine Beweise, bis ein Wirecard-Mitarbeiter in Singapur der "Financial Times" interne Belege und Dokumente zuspielte.

McCrums Artikel fĂŒhrten 2019 schließlich dazu, dass der Wirecard-Vorstand in ErklĂ€rungsnot geriet und einer SonderprĂŒfung der GeschĂ€ftszahlen durch die WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft KPMG zustimmte. In deren Bericht war dann erstmals quasi offiziell von fehlenden Belegen in Milliardenhöhe die Rede. Ende Juni 2020 folgte der Insolvenzantrag, nachdem Wirecard einrĂ€umen musste, dass auf Treuhandkonten verbuchte 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar waren.

Eine Abrechnung mit den deutschen Behörden ist das Buch jedoch nicht: Der zwischenzeitlich selbst in Verdacht geratene McCrum hĂ€lt fest: "Die lange, grĂŒndliche und erschöpfende öffentliche Untersuchung deutet auf die Bereitschaft hin, Lehren aus dem Fall Wirecard zu ziehen."

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