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Corona: Euskirchen stoppt Impfung von Frauen unter 55 mit Astrazeneca

Experten prüfen Fall  

Landkreis stoppt Astrazeneca-Impfung für Frauen unter 55

29.03.2021, 16:53 Uhr | dpa

Corona: Euskirchen stoppt Impfung von Frauen unter 55 mit Astrazeneca. Eine Frau im Impfzentrum: Frauen unter 55 erhalten im Kreis Euskirchen zurzeit keine Impfungen mehr mit Astrazeneca.  (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Eine Frau im Impfzentrum: Frauen über 55 erhalten im Kreis Euskirchen zurzeit keine Impfungen mehr mit Astrazeneca. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Die Behörden untersuchen, ob eine schwere Erkrankung im Kreis Euskirchen mit dem Astrazeneca-Vakzin zusammenhängt. Für den betroffenen Personenkreis wurden die Impfungen vorerst gestoppt.

Der Kreis Euskirchen hat am Montag die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte 47-jährige Frau vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf "eine schwerwiegende Erkrankung" einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

"Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind", hieß es in einer Mitteilung.

Fälle werden geprüft

Zuvor seien Rückfragen bei den übergeordneten Behörden damit beantwortet worden, dass das Paul-Ehrlich-Institut "die Vorgänge gewissenhaft prüfe, eine abschließende Stellungnahme jedoch nicht erfolgen könne", so der Kreis. Landrat Markus Ramers (SPD) habe mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und seinem Staatssekretär telefoniert, "die sich persönlich für eine zeitnahe, abschließende Klärung durch die Fachleute einsetzen."

Der Kreis Euskirchen hatte nach dem Tod der 47 Jahre alten Frau den Fall dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, um einen möglichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung der Frau untersuchen zu lassen. Das Paul-Ehrlich-Institut machte auf dpa-Anfrage am Montag keine weiteren Angaben zum konkreten Fall.

Zustand der 28-Jährigen ist stabil

Der Tod der Frau war dem Gesundheitsamt laut Kreis am vergangenen Freitag durch den verantwortlichen Arzt des regionalen Impfzentrums gemeldet worden, der die Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte. Auch der neuerliche Fall sei von dem Arzt gemeldet worden, "nachdem er entsprechende Informationen von der behandelnden Klinik erhalten hatte." Die 28 Jahre alte Patientin sei in einem stabilen Zustand und werde in einer Spezialklinik versorgt, so der Kreis in einer Mitteilung.

"Da aktuell nicht ausgeschlossen werden kann, dass Tatsachen vorliegen, die gegen eine alters- und geschlechtsübergreifende Verimpfung "COVID-19 Vaccine Astrazeneca" sprechen, hat sich der Krisenstab des Kreises Euskirchen dazu entschlossen, die Impfung mit diesem Impfstoff bei Frauen unter 55 auszusetzen", hieß es vom Kreis. Diese Entscheidung habe der Krisenstab nach fachlicher Beratung durch den Leiter des Gesundheitsamtes und den leitenden Impfarzt gefällt.

Die Impfungen mit Astrazeneca für Männer sowie für Frauen über 55 gehen ebenso wie geplant weiter wie die Impfungen mit dem Biontech-Vakzin.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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