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Fall Arian: Junge bleibt vermisst – Polizeichef gibt Einblick in Arbeit


Polizeichef äußert sich
Vermisster Arian: "Das macht uns extrem traurig"

Von t-online, stk

06.05.2024Lesedauer: 3 Min.
Polizisten sprechen auf der Suche nach Arian mit Anwohnern (Archivfoto): Noch immer gehen die Beamten Hinweisen nach, doch eine heiße Spur war bislang nicht dabei.Vergrößern des BildesPolizisten sprechen auf der Suche nach Arian mit Anwohnern (Archivfoto): Noch immer gehen die Beamten Hinweisen nach, doch eine heiße Spur war bislang nicht dabei. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa)
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Arian bleibt verschwunden, auch nach zwei Wochen gibt es keine Spur von dem Sechsjährigen. Nun spricht der Polizeichef und gibt Einblick in sein Seelenleben.

Die großangelegte Suche nach Arian ist beendet, doch in Gedanken sind weiter viele Menschen bei dem Sechsjährigen, der am 22. April aus seinem Elternhaus in Bremervörde-Elm verschwand. Über eine Woche lange suchten in der Spitze rund 1.200 Einsatzkräfte nach dem Kind – bis heute gibt es keine Spur von Arian. Das belastet die Familie immens, doch auch Rotenburgs Polizeichef Jörg Wesemann hat die Suche an seine Grenzen gebracht. Das berichtet er im Interview mit der "Nordsee-Zeitung".

Es gehe ihm zwar gut, doch die lange Suche habe auch bei ihm Spuren hinterlassen, heißt es im Bericht. Er sei müde und es habe Tage gegeben, da fühle er sich "komplett leer". Diese Leere habe er auch bei anderen Kollegen gespürt, doch die Suche habe weitergehen müssen. Einsatzkräfte hatten auch im Gespräch mit t-online von der kräftezehrenden Suche gesprochen und berichtet, dass die bislang erfolglosen Maßnahmen sie an ihre Belastungsgrenzen brachten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Fluss Oste weiter im Fokus – aber keine heiße Spur

Doch im ausführlichen Interview sprach Wesemann auch über die Suche nach Arian und mögliche Fehler der Polizei. Zudem äußerte sich der Polizeichef zu vermeintlichen Hinweisen, die sich letztlich als vollkommen falsch herausgestellt und die Arbeit der Ermittler massiv beeinträchtigt hätten. Und er antwortete auch auf die Frage, ob man glaube, Arian noch lebend zu finden.

Bis heute gehe man davon aus, dass Arian das Haus seiner Eltern sehr wahrscheinlich in Richtung Norden verlassen hatte. Dort seien auch Fußabdrücke gefunden worden, Spürhunde schlugen mehrfach an. Vor allem im Bereich um den Fluss Oste sei deshalb gesucht worden – unter widrigen Bedingungen. Die Oste sei schlammig, auch für geübte Polizeitaucher sei kaum etwas zu erkennen gewesen. Zudem seien die Ufer dicht bewachsen. So habe man stets "auf Sicht" suchen müssen. Mehr zu den Bedingungen am Fluss Oste erfahren Sie hier.

Auch wenn die Polizei über jeden Hinweis aus der Bevölkerung dankbar sei, so sehr hätten private Suchtrupps die Arbeit der Einsatzkräfte manchmal auch behindert, kritisiert Wesemann. Insbesondere wenn Wärmebildtechnik im Einsatz war, hätten die Menschen falsche Wärmepunkte gesetzt und so die Maßnahmen gestört. Und das, obwohl ihnen untersagt worden sei, bestimmte Gebiete zu betreten. "Und dann wird man sauer", so Wesemann zur "Nordsee-Zeitung".

Wesemann sauer: "Warum macht jemand so was?"

Die Hilfe vieler Menschen habe Wesemann aber auch positiv in Erinnerung. Viele hätten gefragt, was sie tun können und sich an die Anweisungen gehalten. Andere backten Kuchen für die Suchtrupps. "Viele haben sich positiv eingebracht", sagte der Polizeichef.

Doch teilweise seien auch "abstruse Hinweise" eingegangen. Insbesondere in den sozialen Netzwerken berichteten Menschen, Arian sei aufgefunden worden, andere handelten von Arians Tod. Auch im Ausland wollen Menschen Arian gesehen haben. Das ärgere Wesemann und häufig habe er sich gefragt: "Warum macht jemand so was?"

Trotz bislang erfolgloser Suche – auch am Montag gab es keine Spur zu Arian – könne man den Beamten keinen Vorwurf machen. Wesemann habe während der Maßnahmen keinen Fehler entdecken können. "Es lief sehr gut", sagte er im Interview.

Junge weiter vermisst: Lebt Arian noch?

Als die Einsatzkräfte abgezogen wurden, hätten viele Menschen Tränen in den Augen gehabt. Spätestens an diesem Punkt habe Wesemann gespürt, wie sehr der Einsatz vielen an die Niere gegangen sei. Es sei eben keine "Sachlage". "Alle wissen, es steckt viel mehr dahinter." Die unermüdliche Suche und der Einsatz der vielen Helfer mache ihn rückblickend "extrem stolz".

Auch auf die Frage nach einem möglichen Verbrechen antwortete Wesemann. Dafür gebe es bislang keine Hinweise. Er schränkte jedoch ein: "Natürlich gibt es nichts, was es nicht gibt." Ob Arian noch lebt? "Eher nicht", so Wesemanns Einschätzung. Der Idealfall wäre natürlich, Arian noch lebend zu finden. "Aber das Schlimmste ist, wenn wir ihn gar nicht auffinden. Und das ist nun leider eingetreten. Das macht uns extrem traurig, wir haben jetzt aber gerade nichts mehr."

Verwendete Quellen
  • Berichterstattung von t-online
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