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Keine halben Sachen: May kämpft vor Gericht und im Showbizz

Bremen  

Keine halben Sachen: May kämpft vor Gericht und im Showbizz

13.08.2020, 12:31 Uhr | dpa

Keine halben Sachen: May kämpft vor Gericht und im Showbizz. Entscheidung über Beschwerde der Sängerin Corinna May

Die blinde Sängerin Corinna May sitzt in einem Verhandlungssaal vom Staatsgerichtshof. Foto: Michael Bahlo/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Überraschend kam das Urteil für Corinna May eigentlich nicht. "Das hatten wir erwartet", sagt die 49-Jährige, nachdem der Bremer Staatsgerichtshof ihre Beschwerde gegen die Bürgerschaftswahl 2019 abwies. May, von Geburt an blind, hatte mit ihrem Mann Claus Janz (Künstlername: "Claus mit C") die eingeschränkte Ausübung des Wahlrechts für Blinde und Sehbehinderte durch Mängel bei Unterlagen und Ausstattung in Wahllokalen kritisiert. Doch das Gericht sah keine Verstöße und keinen Grund, die Wahl für ungültig zu erklären. "Wir reichen jetzt Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Keine halben Sachen, das bringen wir zu Ende", so May.

"Keine halben Sachen", das könnte auch das Motto für die Musik und die Auftritte Mays sein. Im Moment haben sie und ihr Mann viel Zeit, ihr Engagement für Behinderte zu verstärken. Allerdings mehr Zeit, als ihnen eigentlich lieb ist: Die Corona-Pandemie hat einen dicken roten Strich durch ihren Auftrittskalender gemacht. "Wir waren bis Ende des Jahres ausgebucht", sagt May, die beim "Eurovision Song Contest" (ESC) 2002 in Tallinn für Deutschland antrat. Vor allem in Süddeutschland, Stuttgart, München, Frankfurt wollten die Leute Corinna May hören. Nun gibt es keine Mega-Konzerte in Hallen. Meist sind es Firmen, die sie buchen. Aber auch bei Privatfeiern und Hochzeiten tritt sie auf, entweder als Corinna May "pur" oder mit "Claus mit C" in der Formation "OneKiss".

Den ESC hat die Bremerin in guter Erinnerung, auch als wichtigen Push für ihre Karriere. 1999 kam sie im Vorentscheid erstmals auf Platz eins mit dem Lied "Hör' den Kindern einfach zu". Allerdings wurde der Titel annulliert, weil Komponist Frank Zumbroich das Lied schon 1997 als Promo-CD veröffentlicht hatte. 2000 versuchte sie es erneut, unterlag aber Stefan Raab. 2002 klappte es im dritten Anlauf im Vorentscheid und May führ mit dem Titel "I Can't Live Without Music" nach Tallinn, wo sie aber nur Platz 21 erreichte.

Ohne Musik wäre ein Leben auch heute für May wohl nur schwer vorstellbar. Geprobt wird oft in einem Studio in Schwanewede bei Bremen, das den Namen "Engelslounge" trägt. Beide Musiker haben viel Humor. "Lachen steht auf der Tagesordnung", so Janz. Ihre Lieder singt May am allerliebsten live und auf der Bühne. Auch Songs von Abba dürfen es sein oder von Tina Turner. "Heute ist Musik so glatt gebügelt und steril", bedauert sie. Lange trat sie auch mit einem Jazz-Trio auf. Es lohnte sich aber dann irgendwann finanziell nicht mehr: "Live-Musik wird nicht mehr gewürdigt."

Die neue May-Single ist eigentlich fertig. Auch einen sehr renommierten Produzenten gebe es. Viel mehr verraten beide aber nicht. Sie warten auf den richtigen Moment, die Single vorzustellen. Das soll am besten auf einer Tournee geschehen, woran aber derzeit nicht zu denken ist. "Der Song ist für den US-Markt gedacht", gibt Janz dann doch einen kleinen Hinweis. Skeptisch sind beide, ob die Single noch in diesem Jahr präsentiert werden kann.

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