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Anschlag auf türkisches Restaurant: Wirt bestreitet Vorwürfe

Von dpa
08.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Wirt vor Gericht
Vertreter der Anklage (l) sowie die Verteidigung und der Wirt des türkischen Restaurants "Mangal" sitzen vor Beginn des Prozesses im Gerichtssaal. (Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)
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Der Brandanschlag auf das türkische Restaurant "Mangal" im Oktober 2018 in Chemnitz passte offensichtlich ins Bild. Damals sorgten Ausschreitungen von Rechtsextremen in der Stadt für Aufsehen. Dabei waren auch ein jüdisches sowie zwei persische Lokale Ziel von Angriffen geworden. Daher übernahm das Abwehrzentrum für Terrorismus und Extremismus des Landeskriminalamtes die Ermittlungen. Die Täter seien in Kreisen von Rechtsradikalen zu suchen, versicherte der Wirt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur auch noch ein Jahr danach. Doch seit Dienstag steht der 49-Jährige nun selbst vor Gericht. Er soll den Anschlag initiiert haben, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren.

Laut Anklage hat er ein Fenster so manipuliert, dass drei Unbekannte in der Nacht zum 18. Oktober in das Restaurant einsteigen konnten. Sie hätten dort Brandbeschleuniger verteilt und angezündet. Dadurch sei es zu einer Verpuffung mit hohem Schaden gekommen. Den Tätern soll der aus der Türkei stammende Gastwirt 50.000 Euro gezahlt haben.

Hintergrund der Tat seien Geldnot und hohe Schulden gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Die Versicherung habe nach dem Brand 300.000 Euro ausgezahlt, heißt es in der Anklage, die auf gemeinschaftlich versuchten Mord in 15 Fällen sowie besonders schwere Brandstiftung und Betrug lautet. Bei der Tat sei in Kauf genommen worden, dass die Bewohner des Hauses schwere bis tödliche Verletzungen erleiden.

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Doch der Prozess wird aufwendig. 14 weitere Verhandlungstage hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Chemnitz vorerst bis Mitte Mai anberaumt. Die Verteidigung stellte zum Prozessauftakt klar, dass aus ihrer Sicht ein Freispruch mindestens ebenso wahrscheinlich sei wie eine Verurteilung.

"Was wir gehört haben, ist lediglich eine Hypothese der Staatsanwaltschaft", erklärte Rechtsanwältin Nuray Roshan. Sie stütze sich wesentlich auf einen Zeugen, dessen Glaubwürdigkeit höchst zweifelhaft sei. Dabei verwies Roshan etwa auf einen Zeitungsbericht, wonach er einer Reporterin Informationen gegen Geld geboten habe. Co-Verteidiger Andrej Klein kritisierte, dass die Ermittlungen einseitig geführt und noch gar nicht alle Beweismittel ausgewertet worden seien. "Mein Mandant bestreitet die Vorwürfe", betonte Klein.

Der Angeklagte äußerte sich am Dienstag nicht selbst vor Gericht. Er sitzt in Untersuchungshaft. Den Angaben nach hatte eine sogenannte Vertrauensperson des LKA den Ermittlern den Tipp gegeben, dass es sich bei dem Anschlag auf das "Mangal" um Versicherungsbetrug handle. Der Prozess soll am 1. März mit ersten Zeugenbefragungen fortgesetzt werden.

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