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Lünen | Vizebürgermeister Wolski: Chat mit Mädchen (15) belastet Politiker


"Lust auf Taschengeld?"
So soll ein SPD-Politiker eine 15-Jährige belästigt haben


Aktualisiert am 06.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Daniel Wolski: Er sitzt in Untersuchungshaft.Vergrößern des Bildes
Daniel Wolski: Er sitzt in Untersuchungshaft. (Quelle: SPD-Fraktion Lünen)

Daniel Wolski soll reihenweise Jugendliche missbraucht haben. Nun ist ein Chatverlauf mit einem Mädchen aufgetaucht, der von dem Politiker stammen soll.

Im Skandal um Lünens Vizebürgermeister Daniel Wolski (SPD) kommen immer mehr Details ans Licht. Der Politiker soll kinderpornografisches Material besessen und außerdem eine Reihe Jugendlicher zwischen 13 und 17 Jahren missbraucht haben.

Nun hat sich eine junge Frau gemeldet, die als 15-Jährige Opfer Wolskis geworden sein soll. Die heute 18-Jährige zeigte der "Bild" Chats, die zwischen ihr und dem 41-jährigen Politiker stattgefunden haben sollen.

Mädchen weist Wolski ab – doch der macht weiter

"Hallo na du bist aber ne hübsche. wie geht’s" (Formulierungen, Grammatik und Rechtschreibung aus dem Protokoll übernommen, Anmerkung der Redaktion) – so beginnt laut Protokoll der Chat zwischen Wolski und dem Mädchen. Er soll aus dem Jahr 2020 stammen. Der Altersunterschied zwischen den beiden: 23 Jahre.

Das Mädchen erkennt anscheinend sofort, was hier passiert, antwortet: "Hallo? Ich bin erst 15 Jahre alt." Doch Wolski scheint nicht abgeneigt – im Gegenteil. "Ach das hätte ich nicht gedacht. Bist echt hübsch." Und: "Schaust aus wie 19."

Wolski soll 15-Jähriger "Taschengeld" geboten haben

Sie antwortet: "Dankeschön aber nein haha." Auch an dieser Stelle, nachdem das Mädchen ihn ausdrücklich abweist, soll Wolski das Gespräch nicht abgebrochen haben: "Auf deinen Bildern schon. Nich schlecht hat mich begeistert. Woher kommste? Ich bin aus Lünen. Was denn? Hätte ja sein können."

Dann die zweite ausdrückliche Zurückweisung: "Ist egal. Möchte nicht mit ihnen schreiben. Tschüss." Wolski antwortet: "Ok schade." Und eskaliert dann erneut: "Wenn du Lust auf TG (Taschengeld, Anmerkung d. Redaktion) hast sag Bescheid." Es ist wohl ein Angebot: Geld für das, was die heute 18-Jährige gegenüber "Bild" als "entsprechende Gegenleistung" bezeichnet.

Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen eingestellt

Die Einschätzung der Frau deckt sich mit dem, was Wolski von der Staatsanwaltschaft Bochum vorgeworfen wird. Er soll über das Internet eine ganze Reihe von Kindern und Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren kontaktiert, einige von ihnen getroffen und gegen Zahlung von Geld missbraucht haben.

Nach einer Durchsuchung soll Wolski versucht haben, erneut Kontakt zu einer 16-jährigen Zeugin aufzunehmen. Das Mädchen hatte sich zuvor an die Polizei gewandt. Die Staatsanwaltschaft sah den "Haftgrund der Verdunklungsgefahr" sowie ein erhöhtes Risiko für eine mögliche Flucht des 41-jährigen Politikers – nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Staatsanwaltschaft lehnte Verfahren ab

Auch die damals 15-Jährige hatte sich an die Polizei gewandt – bereits vor drei Jahren. Doch die Staatsanwaltschaft Dortmund lehnte das Verfahren ab, die Ermittlungen gegen Wolski wurden damals eingestellt, weil das Verhalten des Beschuldigten laut Angaben der Staatsanwaltschaft in diesem Fall nicht strafbar war. "Wir können letztendlich nur weiter ermitteln, wenn man den Anfangsverdacht einer Straftat hat. Eine Straftat war hier nicht ersichtlich", sagte Staatsanwältin Sonja Frodermann t-online.

Was in diesem Chat geschrieben worden sei, unterfalle keinen Straftatbestand im Strafgesetzbuch. "Bei unter 14-jährigen Kindern gibt es mehr Möglichkeiten, was strafbar sein kann. Das Mädchen war nicht mehr unter 14. Bei Jugendlichen ist es schwieriger. Da müsste schon ganz konkret zum Beispiel eine Verabredung erfolgt sein", so die Staatsanwältin.

Verwendete Quellen
  • bild.de: "Die widerlichen Anmach-Chats des Vize-Bürgermeisters" vom 3. November 2023
  • focus.de: "'Wenn du Lust auf Taschengeld hast'" vom 3. November 2023
  • Eigene Recherche
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Auskunft der Staatsanwaltschaft Dortmund
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