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Corona-Ausbrüche: Patientenschützer fordern Testpflicht

Dortmund  

Corona-Ausbrüche: Patientenschützer fordern Testpflicht

20.10.2021, 16:01 Uhr | dpa

Corona-Ausbrüche: Patientenschützer fordern Testpflicht. Corona-Test

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen in Norderstedt bei Hamburg und in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern haben Patientenschützer eine tägliche Testpflicht für Bewohner und Mitarbeiter gefordert. "Wir rutschen derzeit in eine Phase ab, die für die vulnerablen Gruppen hochgefährlich ist", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Man benötige nun einen politischen Diskurs über intelligente Lösungen ohne Lockdown und Isolation. Dazu gehöre das tägliche Testen - auch von Menschen, die geimpft oder genesen seien. So könne man durch den Winter kommen, ohne von Ketteninfektionen überrascht zu werden.

Der Kreis Segeberg hatte am Montag über den Ausbruch in dem Altenheim in Norderstedt informiert. Von den insgesamt 76 Bewohnerinnen und Bewohnern seien derzeit 60 infiziert, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Drei von ihnen sind demnach nicht geimpft, der Rest hat teilweise bereits die dritte Impfung erhalten. Ein Senior starb. Ob der 95-Jährigen an oder mit Corona gestorben ist, war der Sprecherin zufolge noch unklar. Ein weiterer Bewohner sei am Dienstag in eine Klinik gebracht worden. Die meisten Infizierten haben keine oder nur leichte Symptome.

Von den rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Senioren- und Pflegeheims sind den Angaben nach mittlerweile 19 nachweislich mit dem Erreger infiziert. Von diesen seien einige nicht geimpft. Anfang des Monats waren in der Einrichtung einzelne Fälle bekanntgeworden. Nachdem die Zahl der Infizierten zunahm, veranlasste der Kreis Tests aller Bewohner und des gesamten Personals.

Gesundheits- und Sozialminister Heiner Garg (FDP) hatte sich nach dem Ausbruch verärgert gezeigt. Man wisse zwar noch nicht genau, was vor Ort vorgefallen sei. In Pflegeheimen, Krankenhäusern und Hospizen kümmerten sich Menschen aber um besonders schutzbedürftige Gruppen.

"Dass es hier Mitarbeitende, möglicherweise sogar in größerem Umfang gibt, die sich nicht impfen lassen, das, finde ich, ist wenig verantwortungsvoll", sagte Garg dem Norddeutschen Rundfunk. Er habe immer gesagt, als Ultima Ratio dürfe man sich einer Diskussion über eine Impfpflicht nicht verschließen.

Garg sagte aber auch, dass die Impfquoten in vielen Einrichtungen hoch seien. Ihm widerstrebe daher, alle über einen Kamm zu scheren. Nun müsse man sich über zusätzliche Schritte Gedanken machen, etwa ob bewusst ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zweifel nur noch mit voller Schutzausrüstung Kontakt zu Patienten haben dürften.

Die Ursache des Corona-Ausbruchs im Norderstedter Haus "Hog'n Dor" war zunächst nicht bekannt. Es gibt nach Angaben der Kreisverwaltung zwar eine Vermutung, aber keine abschließende Erklärung. Während des laufenden Verfahrens werde es keine näheren Informationen dazu geben. Mögliche Verstöße gegen die Corona-Landesverordnung werde man jedoch ahnden und gegebenenfalls zur Anzeige bringen, hieß es.

In einer Pflegeeinrichtung in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern gibt es aktuell einen ähnlichen Fall. In den vergangenen zwei Wochen starben sechs Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Von den 83 Bewohnern der stationären Pflegeeinrichtung wurden nach Angaben des betroffenen Seniorenzentrums 66 positiv und von den etwa 60 Pflegekräften 35 positiv auf das Coronavirus getestet.

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