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Transphobe Tat in Herne: Kinder prügeln 15-Jährige fast tot – jahrelanges Mobbing


Bericht enthüllt Hass als Motiv
Kinder prügeln 15-jähriges trans Mädchen fast tot

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 13.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Polizei und Rettungsdienst im Einsatz: Das 15-Jährige Mädchen war mehrere Tagen in einem komatösen Zustand.Vergrößern des BildesPolizei und Rettungsdienst im Einsatz: Das 15-Jährige Mädchen war mehrere Tagen in einem komatösen Zustand. (Quelle: Fotostand/imago-images-bilder)
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Drei Jungen haben auf einem Friedhof eine 15-Jährige fast totgeschlagen. Jetzt kommen Details zum Hintergrund der Tat ans Licht: Demnach war es wohl ein von Transgender-Hass getriebenes Verbrechen.

Einer der beiden mutmaßlichen Täter war erst 12 Jahre alt, die anderen beiden 13: Zu dritt sollen sie Ende März auf einem Friedhof in Herne über eine 15-Jährige hergefallen sein. Sie schlugen sie zu Boden, traten dort weiter auf sie ein.

Das Mädchen namens Jess wurde so schwer verletzt, dass Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte. Jess war mehrere Tage in einem komatösen Zustand und schwer sediert. Eine Mordkommission wurde eingerichtet und übernahm die Ermittlungen.

Bericht über Gewaltorgie: Täter akzeptierten Jess nicht als Mädchen

Nun ist das mutmaßliche Motiv der Tat bekannt geworden: Wie "RTL" berichtete, steckt offenbar Transgender-Hass hinter der Attacke. Die Angreifer hätten die Jugendliche demnach fast totgeprügelt, weil ihr bei der Geburt das männliche Geschlecht zugeordnet worden war, sie sich aber als Mädchen fühlte und kleidete – und weil die Heranwachsenden dies nicht akzeptierten.

Die Polizei bestätigte t-online, dass das Opfer des Gewaltexzesses ein trans Mädchen ist. In einer ersten Mitteilung hatten die Beamten noch von einem männlichen Jugendlichen gesprochen, der auf dem Friedhof mit Tritten und Schlägen malträtiert worden sei.

Dies auch, weil das Opfer zu dem Zeitpunkt nicht ansprechbar war und somit nicht für sich selbst sprechen konnte, wie ein Polizeisprecher erklärte. Außerdem, weil das Opfer im Ausweis noch als männliche Person eingetragen ist und weil es mit dem Hinweis auf seine Transsexualität identifizierbar geworden wäre.

Jess lebt seit einem Jahr offen als Mädchen – und wird ständig gemobbt

Im Interview mit "RTL" erzählte die Mutter des trans Mädchens von ständigem Mobbing, dem Jess ausgesetzt sei, seit sie sich vor einem Jahr dazu durchgerungen hatte, auch nach außen hin als Mädchen aufzutreten. Innerlich sei Jess schon immer ein Mädchen gewesen, sagte die Mutter. Jess habe schon als Kindergartenkind pinke Kleidung und lange Haare geliebt.

Jess selbst äußerte sich "RTL" gegenüber ebenfalls vor der Kamera. Von der Attacke noch deutlich gezeichnet und im Rollstuhl sitzend sagte sie, sie wünsche sich, dass die Leute verstehen würden, was sie sein wolle: nämlich ein Mädchen und kein Junge.

Mutmaßliche Täter sind zwar strafunmündig – aber derzeit zwangsweise in der Psychiatrie

Außerdem wünsche sie sich, dass die Täter dafür bestraft würden, was sie ihr angetan hätten. Die drei verdächtigen Jungen sind zwar noch so jung, dass sie strafunmündig sind. Das heißt aber nicht, dass sie nun ein Leben in Freiheit genießen können.

Im Augenblick befinden sie sich in psychiatrischen Kliniken, laut Polizei zwangsweise. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sei eine entsprechende gerichtliche Anordnung erfolgt.

Dem "RTL"-Bericht zufolge könnten die Jungen wohl auch noch für längere Zeit in der Psychiatrie bleiben. Möglicherweise für Jahre, falls sie weiter als gefährlich einschätzt werden.

Verwendete Quellen
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