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"Todesfalle Rhein": Duisburger Mädchen wohl ertrunken

Von dpa
21.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Taucher der Feuerwehr schwimmt im Rhein
Ein Taucher der Feuerwehr schwimmt im Rhein. (Quelle: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Für zwei Duisburger Familien gibt es seit Montag eigentlich keine Hoffnung mehr: Ihre zwei Mädchen (13 und 14), die seit einem Badeunfall am vergangenen Mittwoch vermisst werden, sind wohl ertrunken. Am Wochenende waren zwei weibliche Leichen im niederländischen Rhein-Mündungsarm Waal angeschwemmt worden. Am Montagnachmittag meldete die Polizei: "Die bisher vorliegenden Personenbeschreibungen entsprechen den beiden in Duisburg nach einem Badeunfall vermissten Mädchen."

"Bild" zitierte einen Polizeisprecher mit den Worten: "Es gibt keine vernünftigen Zweifel an der Identität. Auch die Familien der Mädchen selbst sind davon überzeugt, dass es sich bei den Toten um ihre Töchter handelt. Ihnen sind Kleidungsstücke und der Schmuck beschrieben worden, die bei den Ertrunkenen gefunden wurden. Alle Gegenstände konnten die Familien den Teenagern zuordnen."

"Letzte Gewissheit", wie die Polizei es formulierte, sollen DNA-Abgleiche bringen. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Polizeibeamte hatten den Eltern der vermissten Mädchen am Montag in Duisburg Fotos von Kleidung und Schmuckstücken der in den Niederlanden gefundenen Toten vorgelegt. Auch Vergleichsmaterial für die DNA-Proben wurde eingeholt. Man kann die Tragik dieser Ermittlungen für die Familien kaum ermessen. Seelsorger kümmern sich um sie, wie die Polizei ebenfalls am Montag mitteilte.

Die Leichen waren am Wochenende an unterschiedlichen Stellen bei Rossum und Gendt in der Waal gefunden worden, wie mehrere Medien berichteten - mehr als 100 Autokilometer entfernt vom Unglücksort.

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Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten die zwei Mädchen gemeinsam mit einer 17-Jährigen im Rhein gebadet. Plötzlich waren sie nach bisherigen Erkenntnissen von einer Strömung unter Wasser gezogen worden. Zahlreiche Zeugen am Ufer alarmierten die Rettungskräfte. Feuerwehr, Polizei und DLRG-Retter starteten daraufhin eine stundenlange Suchaktion mit rund 160 Einsatzkräften, zwei Hubschraubern und mehreren Tauchern.

Die 17-Jährige wurde auf dem Wasser treibend gesichtet und mit einem Rettungsboot geborgen. Sie starb jedoch kurz danach trotz Reanimationsversuchen im Krankenhaus. Nach den beiden anderen Mädchen wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit und weiter am nächsten Tag fieberhaft gesucht - vergeblich. Sie waren offenbar untergegangen und von der Strömung flussabwärts getrieben worden.

Das Baden im Rhein ist wegen der starken Strömungen, Strudel und der teils meterhohen Bug- und Heckwellen der Frachtschiffe lebensgefährlich und generell verboten. Gegen das Verbot wird aber im Hochsommer regelmäßig verstoßen. Auch am Wochenende nach dem Unglück hätten wieder etliche Familien auf der Suche nach Erfrischung die Sandbuchten und Ufer bevölkert und ihre Kinder ins Wasser gelassen, berichtete die Duisburger Polizei. Es sei erschreckend, wie wenig Wirkung das Schicksal der drei Mädchen auf die Menschen gehabt habe.

"Wir können nicht den ganzen Fluss einzäunen", sagte die Sprecherin der DLRG-Nordrhein, Maike Waschnewski. Manche Einstiegsstellen sähen "flach und idyllisch" aus, sagte eine Stadtsprecherin - eine gefährliche Täuschung. Duisburgs OB Sören Link (SPD) bat deshalb die zuständige Wasserbehörde, Warnschilder mit unmittelbar verständlichen Symbolen aufzustellen und schrieb an die Duisburger Schulleiter, Kinder erneut ausdrücklich auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Erst wenige Tage vor dem Badeunfall der drei Mädchen war ganz in der Nähe der Unglücksstelle in Rheinberg-Orsoy ein 29-Jähriger verunglückt. Die Leiche wurde etliche Kilometer entfernt gefunden.

Die Polizei warnt vor der "Todesfalle Rhein", aber auch in Badeseen und Freibädern passieren regelmäßig schlimme Unfälle - oft in Sekunden. So bargen im Naturbad von Olfen (Kreis Coesfeld) Badegäste am Samstag eine Dreijährige aus dem tiefen Wasser. Ihre Mutter hatte sie kurz aus den Augen verloren. Das Kind wurde reanimiert und kam in ein Krankenhaus.

"Kinder ertrinken in 30 bis 90 Sekunden", warnt die DLRG-Sprecherin. Sie verfielen dabei typischerweise in eine Schockstarre, überstreckten den Hals und schnappten nach oben nach Luft. Dabei verschlössen sich die Stimmritzen, so dass die Kinder nicht einmal um Hilfe rufen könnten. "Kinder ertrinken sehr schnell und lautlos."

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