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Zahl der Corona-Infektionen in Thüringen steigt weiter

Erfurt  

Zahl der Corona-Infektionen in Thüringen steigt weiter

26.10.2020, 11:32 Uhr | dpa

Zahl der Corona-Infektionen in Thüringen steigt weiter. Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Thüringen werden immer mehr Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Innerhalb eines Tages wurden 61 neue Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Montag mit Verweis auf Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mitteilte. Allerdings könnte diese Zahl noch zu niedrig sein, weil laut RKI nicht alle Gesundheitsämter an Wochenenden ihre Zahlen melden. Insgesamt sind in Thüringen jetzt 5863 Ansteckungen seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden; 203 Menschen starben an oder mit einer Corona-Ifektion; 4480 gelten Schätzungen zufolge als genesen.

Besonders rasant verläuft die Entwicklung im Saale-Holzland-Kreis. Dort wurden 100,1 Infektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet und damit erstmals die 100er-Marke überschritten. Das Landratsamt reagierte umgehend: Die Teilnehmerzahl an privaten und Familienfeiern in geschlossenen Räumen wird auf maximal zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten beschränkt. "Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass Familienfeiern zuletzt häufig der Ausgangspunkt von Infektionsketten im Landkreis und auch außerhalb der Region gewesen sind", erklärte der Leiter des Koordinierungsstabes, Frank Pucklitsch.

Auch das Altenburger Land nähert sich der Grenze von 100 Ansteckungen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das RKI gab für den Landkreis den Wert mit 90,6 an. Ein größeres Ausbruchsgeschehen war bei einem gemischten Chor in der Stadt Altenburg zu verzeichnen, wie das Landratsamt mitteilte. Von 29 Chormitgliedern seien 18 positiv auf das Virus getestet worden.

In Erfurt gilt derzeit ein Seniorenhaus als der größte Herd von Infektionen mit den Coronavirus. Elf Bewohner der Einrichtung befinden sich derzeit in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus, wie die Stadt mitteilte. Insgesamt werden diesen Angaben zufolge 17 Patienten mit Corona in Krankenhäusern betreut. Von den 260 Bewohnern des betroffenen Seniorenhauses wurden 29 positiv getestet, davon zeigten 12 Symptome, so die Kommune. Von den 264 Mitarbeitern des Seniorenheimes war bisher eine Frau positiv getestet worden.

In Anbetracht der stark gestiegenen nachgewiesenen Corona-Fallzahlen hat die Stadt Erfurt zudem die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Angefragt sei Hilfe für ein mobiles Testteam, sagte die Amtsärztin Winnie Melzer in Erfurt. Die Kontaktnachverfolgung gelinge aktuell aber noch gut.

Ab Dienstag gilt in der Landeshauptstadt eine neue Allgemeinverfügung, die unter anderem eine Sperrstunde von 23.00 bis 5.00 Uhr vorsieht, in der kein Alkohol verkauft werden darf. Zudem wird auch die Maskenpflicht ausgeweitet, sodass im gesamten Altstadt-Gebiet auch draußen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Außerdem wurden Kontaktbeschränkungen verschärft. Gelten sollen die neuen Regelung bis zum 30. November.

Bereits am Wochenende hatte Erfurt den Weihnachtsmarkt abgesagt, als die Stadt die für die Einstufung als Risikogebiet entscheidende Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten hatte. Den Weihnachtsmarkt besuchen jährlich bis zu zwei Millionen Menschen. Zumindest aber solle die Stadt weihnachtlich geschmückt und ein Tannenbaum auf den zentralen Domplatz gestellt werden, hieß es.

Unterdessen schränken die Thüringen-Kliniken wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Besuchsmöglichkeiten an ihren Standorten in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck ein. Von Mittwoch an sei pro stationärem Patient der Besuch von einer Person am Tag erlaubt, die eine Stunde bleiben dürfe. Das teilten die Kliniken am Montag in Saalfeld mit. Der Krankenhausbetreiber bat zudem darum, dass für die Dauer des stationären Aufenthalts von Patienten immer nur dieselbe Person zu Besuch kommen sollte.

Aktuell gelten in Thüringen die Landkreise Eichsfeld, Sömmerda, der Unstrut-Hainich-Kreis, Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, das Altenburger Land und der Saale-Holzland-Kreis sowie die kreisfreien Städte Erfurt und Jena als Risikogebiete. Hier liegt die Kennziffer jeweils bei über 50 Fällen je 100 000 Einwohner.

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