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2700 Corona-Infektionen nach doppelter Impfung in Thüringen

Erfurt  

2700 Corona-Infektionen nach doppelter Impfung in Thüringen

28.10.2021, 09:04 Uhr | dpa

2700 Corona-Infektionen nach doppelter Impfung in Thüringen. Corona-Test

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Thüringen haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 2712 Menschen nach vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert und Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufgewiesen. Das entspreche einem Anteil von 0,2 Prozent der knapp 1,26 Millionen Menschen in Thüringen mit bis zum 12. Oktober abgeschlossener Covid-Impfserie, teilte das Ministerium auf dpa-Anfrage mit. Die sogenannten Impfdurchbrüche häuften sich seit Herbst.

Als Impfdurchbruch gilt laut Ministerium nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts eine Corona-Infektion mit klinischen Symptomen von Covid-19 ab 14 Tage nach der zweiten Impfung. Ansteckungen vollständig Geimpfter, die keinerlei Symptome aufweisen, fallen laut Ministerium nicht darunter.

Betroffen von Impfdurchbrüchen waren Menschen im Alter von 12 bis 103 Jahren, wobei ein gutes Drittel der Betroffenen älter als 60 Jahre war. Bis Mitte Oktober starben 23 Menschen, die nach doppelter Impfung positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden waren.

Wurden im August noch 149 Impfdurchbrüche registriert, sind es im Oktober mit bislang 1571 etwa zehn mal so viele. Das Ministerium sieht hier einen Zusammenhang mit der generell gestiegenen Zahl der Neuinfektionen, die sich im gleichen Zeitraum fast verzehnfacht habe. Mit dem Übergang zum Herbst kursierten auch wieder mehr Coronaviren, ergänzte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena, Mathias Pletz. "Je mehr Viren zirkulieren, desto mehr Infektionen und dann auch mehr Durchbrüche. Allerdings gehen Impfdurchbrüche in der Regel mit sehr milden Symptomen einher." Die große Mehrheit der auf Intensivstationen mit Covid-19 behandelten Menschen sei ungeimpft.

Das Ministerium verwies zudem auf den zunehmenden zeitlichen Abstand zur Impfung. Nach bisherigen Erkenntnissen schützten die derzeit in Deutschland zugelassenen Impfstoffe bis zu sechs Monate "sehr wirksam" vor einer Covid-19-Erkrankung. Der Impfschutz schwäche sich danach graduell ab. Es gebe Hinweise darauf, dass dieser Effekt bei Menschen ab 65 Jahren stärker ausgeprägt sei als bei Jüngeren. In Thüringen laufen deshalb seit einigen Wochen Auffrischungsimpfungen etwa in Pflegeheimen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Auffrischung unter anderem Menschen ab 70 Jahren und Klinikpersonal.

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