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Essen/Paraguay: Flüchtige "Querdenker"-Familie meldet sich in Video


Nach mutmaßlicher Kindesentziehung
Flüchtige "Querdenker" in Paraguay melden sich in Video

Von dpa, ads

01.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Fotos von Clara Egler (links) und Lara Blank sowie der Fahndungsaufruf (Archivbilder, Montage): Sie wurden wohl nach Paraguay verschleppt.Vergrößern des BildesFotos von Clara Egler (links) und Lara Blank sowie der Fahndungsaufruf (Archivbilder, Montage): Sie wurden wohl nach Paraguay verschleppt. (Quelle: privat/Derechos de la Infancia y la Adolscencia (CDIA))
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In einer dramatischen Videobotschaft hat sich das flüchtige Paar gemeldet, das mutmaßlich zwei Kinder nach Paraguay entführt hat. Im Auftrag der anderen Elternteile sucht die Polizei nach der Familie – doch die sieht sich offenbar als Opfer.

Ein Video zeigt die von Interpol gesuchte Familie: Seit rund einem halben Jahr sollen Clara und Lara in Paraguay leben – weil die Ex-Partner ihrer nun verzweifelten Eltern in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie einen "Überwachungsstaat in Angst, Krieg und Krankheit" wähnte. "Es gibt Neuigkeiten über die deutschen Mädchen, sie äußern sich in einem Video", sagt Staatsanwältin Carina Sánchez im Fernsehsender ABC. "Wir haben Videoaufnahmen erhalten, auf denen die zwei Kinder zu sehen sind. Den Hintergrund können wir aber nicht nutzen, um ihren Aufenthaltsort zu bestimmen."

In dem etwa zweieinhalbminütigen Video sitzen die Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren mit ihren Eltern vor einer weißen Wand und bitten darum, nicht weiter gesucht zu werden. "Ich will, dass die Welt weiß, dass ich freiwillig mitgekommen bin und nicht entführt worden bin", sagte das zehnjährige Mädchen.

Ohne Zustimmung der Ex-Partner nach Paraguay

Der Vater des einen Mädchens und die Mutter des anderen Mädchens sind in zweiter Ehe miteinander verheiratet und sollen im November vergangenen Jahres mit den beiden Kindern ohne die Zustimmung ihrer jeweiligen Ex-Partner nach Paraguay ausgewandert sein. Gegen das Paar liegt nach Angaben der paraguayischen Staatsanwaltschaft ein über die internationale Polizeibehörde Interpol verbreiteter Haftbefehl vor.

Bei der Fahndung nahm die Polizei in Paraguay einen 35-jährigen Mann fest. Er soll der Familie ein Auto vermietet haben, das zuletzt in der Ortschaft Bella Vista gefunden worden war. Im Inneren des Fahrzeugs entdeckten die Ermittler Kinderkleidung. Bei einer Vernehmung wollen die Ermittler nun klären, ob es sich bei dem Mechaniker um einen Komplizen der Flüchtigen handelt.

Anwalt der verlassenen Eltern in Essen: "Tun Sie das Richtige"

Der Anwalt der in Deutschland zurückgelassenen Eltern wandte sich in einem offenen Brief an die Flüchtigen. "Tun Sie das Richtige. Melden Sie sich bei uns oder den Behörden", hieß es in dem Schreiben. "Unseren Mandanten geht es nicht um Strafe. Sie wollen mit Ihnen eine Lösung finden, die allen eine Zukunft in Frieden und eine Rückkehr in ein normales Leben ermöglicht."

Medienberichten zufolge hinterließ das Paar einen Abschiedsbrief, in dem es sich gegen eine Impfung der Mädchen gegen das Coronavirus aussprach. Während der Corona-Zeit wurde Paraguay besonders bei Pandemieleugnern und Maßnahmengegnern beliebt. Was Menschen wie Claras Vater nach Paraguay trieb: Dort gab es bis Januar keine Impfpflicht bei der Einreise. Das stieß jedoch bei Einheimischen auf Unverständnis, etwa bei der Tourismuschefin von Hohenau. Sie sagte der "Tagesschau", sie verstehe nicht, warum die Regierung auf einen Impfnachweis verzichte – bis das Land schließlich die Regeln änderte.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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