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Frankfurt: Tödliche Attacke bei Fußballturnier – Prozessbeginn


Minderjähriger Angeklagter
Prozessbeginn um tödlichem Faustschlag bei Fußballturnier

Von dpa, t-online, sfk

Aktualisiert am 25.01.2024Lesedauer: 3 Min.
Symbolfoto eines Fußballs, der im Winkel einschlägt.Vergrößern des BildesSymbolfoto eines Fußballs, der im Winkel einschlägt. (Quelle: Pius Koller/imago-images-bilder)
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Ein Jahr nach dem tödlichen Vorfall auf einem Fußball-Jugendturnier in Frankfurt hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer begonnen. Er ist nicht einmal 18.

Im vergangenen Jahr ist ein 15-Jähriger aus Berlin bei einem internationalen Fußball-Jugendturnier in Frankfurt gestorben. Zuvor soll ihm während eines Tumults ein anderer Jugendlicher gegen den Kopf geschlagen haben. Am Donnerstag fand die erste Sitzung im Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer statt.

Seit Mai 2023 befindet sich der Jugendliche in Untersuchungshaft in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Aufgrund des Alters des mutmaßlichen Täters findet das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das sei immer der Fall, wenn sich das Verfahren ausschließlich gegen einen Jugendlichen richtet, schreibt das Gesetz vor. In Jugendverfahren stehe der Erziehungsgedanke im Vordergrund.

Für den Prozess werden sieben weitere Termine angesetzt. Rund 20 Zeugen sind laut Staatsanwaltschaft geladen, vor allem Spieler und Betreuer der beiden Mannschaften, daher sind auch die meisten Zeugen minderjährig.

Eltern des Verstorbenen treten als Nebenkläger auf

Die Eltern des Verstorbenen treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Sie waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag nicht vor Ort und werden nach Angaben ihres Anwalts auch zu weiteren Terminen nicht kommen. "Der Grund ist, dass jedes Mal, wenn sie darüber reden, Paul ein zweites Mal stirbt. Sie würden es emotional nicht schaffen", sagte der Berliner Rechtsanwalt René Lau. Er vertritt die Eltern vor Gericht.

Von der Nebenklage erhoffen sich die Eltern vor allem mehr Informationen, so der Anwalt. "Sie wollen wissen, was genau vor Ort passiert ist." Laut den Eltern war Paul "völlig gesund", er habe keinerlei Vorerkrankungen gehabt. Zu dem Angeklagten hatte Lau bisher keinen Kontakt. "Ich sehe ihn heute zum ersten Mal."

Angeklagter und seine Anwälte werden namentlich nicht genannt

Der Name des Opfers sei auf den Gerichtsfluren genannt worden, wie die dpa nach dem ersten Prozesstag berichtet. Auch der Fußballverein des Verstorbenen habe den Vornamen genannt. Der Angeklagte sei hingegen nicht namentlich genannt worden. Auch nicht auf dem Aushang vor dem Saal sei sein Name, wie sonst üblich, abgekürzt aufgeführt worden. Selbst die Anwälte seien nur mit "NN" bezeichnet worden.

Tumult zwischen französischer und Berliner Mannschaft als Auslöser

Am Pfingstsonntag vergangenen Jahres war es nach dem Abpfiff eines Spiels auf dem Sportplatz des SV Viktoria Preußen 07 in Frankfurt gegen 16.10 Uhr zu einem "Tumult" zwischen Spielern einer französischen und einer Berliner Mannschaft gekommen, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

Zunächst habe der damals 16-jährige Angeklagte einen Spieler der gegnerischen Mannschaft im Oberkörperbereich mit den Fäusten geschlagen. Daraufhin sei er von einem Mitspieler weggezogen worden. Anschließend habe er sich allerdings wieder zu der Menschenansammlung begeben und den Jugendlichen aus Berlin gegen Wange und Hals geschlagen.

15-Jähriger wurde für Hirntod erklärt

Der 15-Jährige sei daraufhin zusammengebrochen. Er musste reanimiert werden. Im Krankenhaus seien schwerste lebensgefährliche Hirnverletzungen festgestellt worden, berichtet die Staatsanwaltschaft. Drei Tage nach dem Vorfall wurde der Junge für hirntot erklärt.

Beim Hirntod sind alle Funktionen des Gehirns erloschen und Hirnströme können nicht mehr gemessen werden. Der Mensch kann sich nicht mehr fühlen oder wieder aufgeweckt werden. Zudem atmet ein hirntoter Mensch nicht mehr eigenständig. Organe sind nur durch lebenserhaltende Maschinen noch funktionsfähig. Ohne jene Geräte würden jedoch auch diese absterben. Nach Abschalten der Geräte tritt der biologische Tod ein.

SC Viktoria Preußen äußert Mitgefühl für Opferfamilie

Der SC Viktoria Preußen, als Gastgeber des Turniers, hat damals unmittelbar nach den Geschehnissen sein Mitgefühl für die Familie des Opfers bekundet. "Wir, der SV Viktoria Preußen 07, sind zutiefst erschüttert und bestürzt über die Ereignisse. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt der Familie des Opfers, seinen Mannschaftskameraden und dem Verein", heißt es in einer Mitteilung aus dem vergangenen Jahr.

Um die Familie des verstorbenen Jungen zu unterstützen, hat der Sportclub damals eine Petition über gofundme ins Leben gerufen und Ende Juni 2023 einen Runden Tisch zu Gewalt im Sport veranstaltet.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der dpa
  • viktoria-preußen.de
  • journal-frankfurt.de: "Nach Tod eines 15-Jährigen: Politiker fordern Maßnahmen gegen Gewalt" vom 2. Juni 2023
  • Recherche der Redaktion
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