t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon

Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeRegionalHannover

Hannover und Dialekt: So redet man in der angeblichen Hochdeutsch-Hauptstadt


Das raanste Hochdeutsch? Kokolores!

  • Patrick Schiller ist t-online Regio Redakteur in Hannover.
Von Patrick Schiller

Aktualisiert am 28.08.2023Lesedauer: 2 Min.
Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.
Das Schützenfest von Hannover (Archivbild): Oberbürgermeister Belit Onay (rechts, Grüne) zapft mit den Schützen.Vergrößern des Bildes
Das Schützenfest von Hannover (Archivbild): Der grüne Oberbürgermeister Belit Onay (r.) zapft mit den Schützen. (Quelle: Rainer Droese/imago images)

Viele behaupten ja, in Hannover spreche man das reinste Hochdeutsch. Von wegen. Warum das nicht so ist und wie Hannöversch klingt, lesen Sie hier.

Allgemein heißt es, wir Hannoveraner würden das reinste Hochdeutsch sprechen. Doch ehe ich rumbölke, eine kurze Aufklärung: Wir können nicht einmal das "-ei" richtig aussprechen. Wenn, dann sprechen wir hier das "raanste Hochdeutsch".

Ja, es stimmt: Wir sprechen hier ebenfalls Dialekt - Hannöversch. Zumindest gilt das noch immer für einige ältere Hannoveraner. Hannöversch kommt vom Calenberger Platt, einer Färbung der ostfälischen Mundart. Eine Bauernsprache gewissermaßen, die in der Großstadt Hannover zu einer Art Slang geworden ist. Hin und wieder hört man das aber auch an der Nord- und Ostsee und in der restlichen niedersächsischen Provinz.

Lütje Lage, Boker und Bollo

Kleine – pardon – klaane Kostprobe gefällig? Nicht-Hannoveraner stutzen, wenn Menschen von hier sie auf 'ne Runde "krökeln" einladen. Keine Sorge, wir wollen Sie nicht im Swingerclub ausziehen, wir wollen Sie beim Tischfußball abziehen! Der Bolzplatz oder Fußballplatz ist bei uns der "Boker". Da wird gebokt. Punkt. Und der Bonbon schimpft sich hier "Bollo".

Der britische Reise-Humorist Jerome K. Jerome schrieb im Jahr 1900: "Nach Hannover sollte man gehen, heißt es, um das beste Deutsch zu lernen. Der Nachteil ist, dass außerhalb Hannovers, das nur eine kleine Provinz darstellt, keiner dies beste Deutsch versteht." Doch genau wie in jeder anderen Provinz in Deutschland hat sich auch in der norddeutschen Stadt eine ganz eigene Sprache entwickelt.

Hannoveraner: Menschen mit Sprachproblemen

Wie der Hannoveraner wirklich spricht

Der Hannoveraner spricht das a meistens wie äö aus, das e ist wie ä und wird oft sehr gedehnt (Schwäärt, Pfäärd), das s vor Konsonanten wird scharf gesprochen. Noch schlimmer: Wir haben zudem die Angewohnheit beim Plural einfach überall ein s anzuhängen: "Ich war mit die Kerls in die Parks unterwegs." Klar, bei den Jüngeren verwischt das allmählich, aber unter den älteren Hannoveranern ist das noch weit verbreitet.

Das ist alles neu für Sie? Dann kommen Sie uns gerne als Butjer (früher ungebetene Gäste, die "von buten rin", also von draußen reinkamen) besuchen. Lassen Sie sich von Einheimischen auf "Lütje Lagen" einladen. Dann bekommen Sie nämlich ein kleines Glas spezielles obergäriges Schankbier und ein Schnapsglas mit Kornbrand serviert. Das Trinkvergnügen werden Sie so schnell nicht vergessen und der Hannoveraner wird Sie mit steigender Lage-Anzahl mit noch mehr hannöverschem Vokabular vertraut machen.

Verwendete Quellen
  • so-klingt-deutschland.de: Hannoverscher Dialekt
  • Eigene Recherche
  • "Mein Gott! Da sieht es sauber aus! Eine literarische Zeitreise durch Hannover" (Heiko Postma, jmb- Verlag Hannover)
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website