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Wachsendes E-Ladenetz hat weiterhin große Lücken

Von dpa
13.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ladesäulen für Elektroautos
Ein Symbol markiert einen Parkplatz für Elektroautos. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)
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Trotz eines beschleunigten Ausbaus der Ladeinfrastruktur gibt es für E-Autofahrer in Niedersachsen noch erhebliche Versorgungslücken. Abseits der größten Verkehrsadern fänden sich bisher kaum Schnellladepunkte, und an den Autobahnen und Bundesstraßen selbst sei ein verstärkter Aufbau solcher Stationen notwendig, bilanzierte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Im ländlichen Raum seien Lademöglichkeiten außerdem zum Teil überhaupt noch nicht vorhanden.

Allerdings zeigt der Ausbau der Ladepunkte in den vergangenen Monaten den Angaben zufolge eine steile Wachstumskurve - ähnlich wie bei den Anträgen auf eine E-Auto-Kaufprämie. Der Landesbehörde wurden nach eigenen Angaben von der Bundesnetzagentur 5387 Ladepunkte für Niedersachsen gemeldet (Stand 1.11.2021). Binnen eines Jahres sei dies ein Zuwachs von über 55 Prozent. 84 Prozent des Bestands (4543) nehmen Normalladepunkte ein und 16 Prozent (844) Schnellladepunkte, die im Durchschnitt etwa 105 Kilowatt (kW) an Ladeleistung bieten.

Zwar hängt die Ladegeschwindigkeit wesentlich vom Autotyp und der Fahrzeugausstattung sowie vom Akkustand ab. Generell gerechnet ist aber bei einer durchgängigen Ladeleistung von 50 kW in weniger als einer halben Stunde eine Reichweite von 100 Kilometer nachgeladen, bei 100 kW durchgängiger Ladeleistung sogar in etwa zwölf Minuten.

Deutlich angezogen hat im zurückliegenden Jahr auch im Nordwesten die Nutzung der Kaufzuschüsse, die Staat und Industrie für den Hochlauf der E-Mobilität bereitstellen. Nach Angaben des Kfz-Landesverbandes stieg die Inanspruchnahme der Förderung im Vergleich zu 2020 auf mehr als das Zweieinhalbfache - die 59 356 Prämien entsprachen einem Volumen von insgesamt rund 450 Millionen Euro in Niedersachsen.

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Dies sei umso erfreulicher, weil 2021 wegen der in Summe stark gesunkenen Neuzulassungen aller Pkw ein "bitteres Autojahr" gewesen sei, erklärte Verbandschef Karl-Heinz Bley. Im Dezember habe es mit 8159 Förderanträgen für die Anschaffung eines E-Fahrzeugs noch einmal einen starken Endspurt gegeben, im Vorjahresmonat seien lediglich 5183 Anträge registriert worden. Dabei hätten sich zuletzt deutlich mehr Kunden für einen reinen Stromer entschieden (5447) als für einen Plug-in-Hybrid mit ergänzendem Verbrennungsmotor (2712). Die sogenannte Innovationsprämie wurde zunächst bis Ende 2022 verlängert.

Der neue Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will beim Umbau der Mobilität im Pkw-Bereich voll auf E-Autos setzen. Dem Fachdienst "Tagesspiegel Background" sagte er: "Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb." Wissing schlägt damit einen anderen Kurs ein als sein Vorgänger Andreas Scheuer (CSU), der auch den Einsatz sogenannter synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) befürwortet hatte.

Wissing erklärte, E-Fuels werde man vor allem für den Flugverkehr brauchen. "Auf absehbare Zeit werden wir aber nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben." Der Minister weiter: "Wenn man sich die EU-Regulierung anschaut, sieht man, dass die Entscheidung für die E-Mobilität längst gefallen ist." Wenn der Umstieg forciert werde, könne Deutschland auch das von der Ampel-Koalition angestrebte Ziel von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 schaffen.

Der Leiter Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND, Jens Hilgenberg, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die klare Absage an E-Fuels im Pkw sei folgerichtig: "Synthetische Kraftstoffe sind mit Blick auf Energieeffizienz, Preis und Verfügbarkeit jetzt und auch in Zukunft keine Option für den Pkw. Neben dem klaren Bekenntnis zum E-Auto braucht es jetzt Vorgaben zum Energie- und Ressourcenverbrauch bei Herstellung, Betrieb und Recycling neuer Fahrzeuge."

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