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Anklage gegen Online-Anlagebetrüger


Anklage gegen Online-Anlagebetrüger

Von dpa
12.04.2022Lesedauer: 2 Min.
GerichtsaktenVergrößern des BildesEin Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. (Quelle: Christian Charisius/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder einer internationalen Bande von Anlagebetrügern erhoben. Den beiden 23 und 38 Jahre alten Männern wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in 140 Fällen vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, wo die Zentralstelle angesiedelt ist, am Dienstag mitteilte.

Die beiden Angeklagten sollen ab Oktober 2016 beziehungsweise ab März 2019 bis zu ihrer Festnahme im Juli 2021 Mitglieder einer Gruppe gewesen sein, die sich für betrügerisches Cybertrading zusammengeschlossen hatte.

Die Betrüger locken dabei auf professionell gemachten Online-Plattformen mit angeblich profitablen Anlageprodukten. Speziell ausgebildete Mitarbeiter in Callcentern sollen auch telefonisch einen seriösen Eindruck hinterlassen. Das Geld der Anleger wird aber nicht investiert, sondern fließt in die Taschen der Täter.

Die Bande, als deren Mitglieder die beiden Männer nun angeklagt sind, soll insgesamt mittlerweile mindestens einen Schaden von mehr als 14 Millionen Euro verursacht und 250 Opfer haben. Die Ermittler gehen allerdings von einer großen Dunkelziffer aus.

Nach Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime betrieb die Gruppe bis Juli 2021 zum Teil parallel unter anderem die betrügerischen Trading-Plattformen Alpha Financial Group, Zurich Financial Group und Geneva Capital Group. Die beiden Männer sollen insbesondere in einem Callcenter in Sofia tätig gewesen sein. Eine konkrete Verbindung mit der Bande des verurteilten Cyberbetrügers "Wolf of Sofia", die nach ähnlichem Modus Operandi vorging, gibt es nach Angaben von Staatsanwalt Nino Goldbeck allerdings nicht. Es handle sich um unterschiedliche Banden.

Die beiden Männer waren - zusammen mit zwei weiteren - 2021 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

Auch wenn es immer wieder Ermittlungserfolge wie diesen gibt, wird die Zahl der Betrugsfälle im Bereich Cybertrading nicht weniger, wie Thomas Goger von der Zentralstelle zu Jahresbeginn sagte. Mitte Dezember 2021 liefen bei der auf Online-Kriminalität spezialisierten Einheit der Staatsanwaltschaft Verfahren gegen rund 720 Fake-Plattformen - pro Monat kommen laut Goger mehr als 200 Anzeigen dazu.

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