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Nach Morden in Kiel und Dänischenhagen: "Wenn du mich verlässt, bring ich dich um"

Anwohner über Waffennarr  

Mordverdächtiger drohte: "Wenn du mich verlässt, bring ich dich um"

Von Sven Raschke und Philip Buchen

10.08.2021, 13:50 Uhr
Nach Morden in Kiel und Dänischenhagen: "Wenn du mich verlässt, bring ich dich um". Hartmut F. (li.) wird von einem Beamten abgeführt: Er soll drei Menschen getötet haben. (Quelle: Marco Zitzow / BILD)

Hartmut F. (li.) wird von einem Beamten abgeführt: Er soll drei Menschen getötet haben. (Quelle: Marco Zitzow / BILD)

Drei Menschen soll Zahnarzt Hartmut F. erschossen haben. Ortsbesuch in Dänischenhagen – einer Gemeinde, die F. schon lange als gewaltbereiten Waffennarren kannte. 

Drei Menschen soll der Zahnarzt Hartmut F. getötet haben: seine Ex-Frau, ihren neuen Freund und einen alten Bekannten. Laut Staatsanwaltschaft soll F. am 19. Mai zunächst mit einer Uzi-Maschinenpistole zum Haus seiner früheren Partnerin in Dänischenhagen bei Kiel gefahren sein. Später soll er dann in Kiel einen alten Weggefährten erschossen haben. F. bestreitet die Taten laut seinem Anwalt nicht, stellte sich kurz nach der Tat. 

Ein Absperrhaus um ein Haus in Dänischenhagen: In diesem Haus wurden die Frau des Zahnarzts und ihr neuer Freund tot aufgefunden. (Quelle: dpa/Frank Molter)Ein Absperrhaus um ein Haus in Dänischenhagen: In diesem Haus wurden die Frau des Zahnarzts und ihr neuer Freund tot aufgefunden. (Quelle: Frank Molter/dpa)

Dänischenhagen liegt keine fünf Kilometer von der Ostsee entfernt, 3.500 Menschen leben hier. Hartmut F. war in der Gemeinde kein Unbekannter. Mehrere Wochen nach der Tat ist die Aufregung des Tages, an dem Hubschrauber über der Gemeinde kreisten und die Polizei nach F. mit einem Großaufgebot suchte, abgeklungen. Aber die Empörung ist groß. 

Nachbarn überzeugt: Tat hätte verhindert werden können

Hätte die grausame Tat verhindert werden können? Davon sind viele in der Nachbarschaft überzeugt. t-online hat in Dänischenhagen mit Nachbarn gesprochen, die F. als gewaltbereiten Waffennarren kennengelernt haben. Er soll die Tat sogar angekündigt haben. 

Dabei sei in der Gemeinde immer wieder über das Auftreten von F. getuschelt worden, meint ein Nachbar. Er meint: "War ja klar, das musste so kommen." Geredet über F. und seine Opfer wird auch heute noch. Die Kinder von F. und seiner Exfrau sollen oft mit den Nachbarskindern im Garten gespielt haben. 

Polizisten eines SEK stehen vor einem Gebäude im Brauereiviertel der Stadt. Nach den Schüssen in Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurde auch hier eine Person getötet. (Quelle: dpa/Frank Molter)Polizisten eines SEK stehen vor einem Gebäude im Brauereiviertel der Stadt. Nach den Schüssen in Dänischenhagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wurde auch hier eine Person getötet. (Quelle: Frank Molter/dpa)

Frau misshandelt und mit Tod bedroht

Der Tatverdächtige F. soll seine Exfrau bis zu ihrer Trennung regelmäßig misshandelt haben. Und die Drohung ausgesprochen: "Wenn du mich verlässt, bringe ich dich um!" Das erzählt man sich bis heute in Dänischenhagen. Aber eingegriffen hat wohl niemand. Ein Dänischenhagener meint dazu: Schlimm sei an der Sache auch, "dass Leute, die so auffällig sind, frei herumlaufen. Es ist eine Sünde, dass so labile und narzisstische Personen so viel Schaden anrichten können."

Laut "Bild" soll der Mann "unzählige Waffen", Munition und Nazi-Devotionalien im Keller unter seiner Zahnarzt-Praxis gesammelt haben. Nach dem Schrecken der Tat kam der Medienrummel nach Dänischenhagen. Es folgten Berichte über eine angebliche Porno-Vergangenheit des Tatverdächtigen, auch Fotos aus dem Leben der Familie gelangten an die Öffentlichkeit.

Bis heute ist die Betroffenheit in der Stadt groß. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hartmut F. wegen zweifachen Mordes und bei der Kieler Tat wegen Totschlags. Der Prozess soll im Spätherbst beginnen.

Verwendete Quellen:
  • Gespräche mit Nachbarn des mutmaßlichen Täters

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