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1. FC Köln: Host Heldt schießt nach Niederlage gegen DFB – "beratungsresistent"

Nach Köln-Pleite  

Heldt schießt gegen den DFB – "beratungsresistent"

Von Marc L. Merten

10.05.2021, 17:04 Uhr
1. FC Köln: Host Heldt schießt nach Niederlage gegen DFB – "beratungsresistent" . Horst Heldt sitzt auf der Bank (Archivbild): Kölns Sportchef zeigte sich nach der Niederlage verärgert. (Quelle: imago images/Herbert Bucco)

Horst Heldt sitzt auf der Bank (Archivbild): Kölns Sportchef zeigte sich nach der Niederlage verärgert. (Quelle: Herbert Bucco/imago images)

Dem 1. FC Köln wird gegen den SC Freiburg ein Treffer aberkannt. Sportchef Horst Heldt holt am Tag nach der bitteren Niederlage zur Generalabrechnung mit dem Deutschen Fußball-Bund aus. 

Während die Spieler des 1. FC Köln am Montagvormittag ihre erste Trainingseinheit der Woche absolvierten, schritt Sportchef Horst Heldt vor die Mikrofone der wartenden Journalisten. Der 51-jährige wirkte ruhig und gelassen. Und doch hatte der Geschäftsführer Sport der Geißböcke eine klare Botschaft mitgebracht.

"Wir haben die erste Halbzeit komplett verbockt", sagte Heldt. "Darüber will ich auch nicht hinwegtäuschen. Aber wir haben uns nochmal geschüttelt, bis es für mich angefangen hat, wirklich nicht mehr erträglich zu sein." Heldt meinte die Szene in der 90. Minute, als Jan Thielmann das vermeintliche 2:2 erzielt hatte, Schiedsrichter Marco Fritz zuvor jedoch ein Handspiel von Jonas Hector erkannt haben wollte. Der FC-Kapitän hatte den Ball mit Schulter und Trikotärmel gespielt, seit dieser Saison offiziell kein Vergehen mehr.

Heldt erklärte, er habe noch am Sonntagabend Kontakt zu Lutz Michael Fröhlich aufgenommen, dem Vorsitzenden der DFB-Schiedsrichterkommission. Dieser hatte die entscheidende Szene in Köln aber noch nicht evaluiert und sich deswegen noch nicht äußern wollen. Heldt dürfte aber auf eine Antwort drängen, denn: "Was ich zum wiederholten Male nicht verstehe: Es geht um zu viel, als dass man nicht die Verantwortung hätte, solche Situationen komplett zu beleuchten."

Jonas Hector vom FC Köln diskutiert mit Schiedsrichter Marco Fritz über das nicht gegebene Tor: Der FC hat wegen mehrerer Pannen gegen Freiburg verloren. (Quelle: imago images/Poolfoto)Jonas Hector vom FC Köln diskutiert mit Schiedsrichter Marco Fritz über das nicht gegebene Tor: Der FC hat wegen mehrerer Pannen gegen Freiburg verloren. (Quelle: Poolfoto/imago images)

Schiedsrichter Marco Fritz hatte von seinem Videoassistenten Sören Storks jedoch den Hinweis erhalten, er müsse sich die Szene nicht noch einmal am Monitor betrachten.

FC-Sportchef geht in Generalabrechnung mit DFB

Heldt beließ es am Montag aber nicht mit einer Kritik dieser Entscheidung. Der FC-Sportchef holte zur Generalabrechnung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinen Schiedsrichtern aus. Aufhänger war die Personalie Manuel Gräfe, anerkanntermaßen einer der besten deutschen Referees in der Bundesliga. Dieser muss nach der Saison seine Karriere beenden, weil er die vom DFB festgelegte Altersgrenze von 47 Jahren erreicht. "Die besten Schiedsrichter werden einfach weggejagt, obwohl es eine breite Mehrheit der Liga gibt, so einen Schiedsrichter auch in der nächsten Saison weiterlaufen zu lassen", sagte Heldt. "Aber da sind sie beratungsresistent."

Die Schiedsrichter-Problematik und der inkonsequent gehandhabte Videobeweis seien weitere Beispiele für den allgemeinen Zustand des DFB. "Wir wünschen uns, dass die besten Schiedsrichter auf dem Platz stehen. Da gibt es aber keine Veränderungen“, sagte Heldt. "Das finde ich starrsinnig und nicht mehr zeitgemäß. Aber das passt zum DFB in den letzten Wochen und Monaten.“ Seit Monaten tobt ein offener Machtkampf um die Führung im deutschen Fußball. Nun hat Heldt neues Öl ins Feuer gegossen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche des Geißblog

Marc L. Merten gründete 2015 den GEISSBLOG.KOELN. Die unabhängige Onlinezeitung informiert die Fans des 1. FC Köln über alles rund um die Geißböcke. Merten studierte Journalismus in Fribourg und arbeitete anschließend als Sportredakteur für t-online.de. Später berichtete er für die Abendzeitung München über den TSV 1860, ehe er für den GEISSBLOG in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte.

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