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Köln: Kirchenrechtler Schüller kritisiert Kölner Gutachten

"Wie eine Verteidigungsrede"  

Kirchenrechtler Schüller kritisiert Kölner Gutachten

18.03.2021, 14:01 Uhr | dpa

Köln: Kirchenrechtler Schüller kritisiert Kölner Gutachten. Kirchenrechtler Thomas Schüller (Archivbild): Kritik am Kölner Missbrauchsgutachten. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Kirchenrechtler Thomas Schüller (Archivbild): Kritik am Kölner Missbrauchsgutachten. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens im Erzbstum Köln gibt es vom Kirchenrechtler Thomas Schüller Kritik: Die Ausführungen wirkten wie eine "Verteidigungsrede", weil die Agierenden keine Rechtskenntnis besäßen.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat das am Donnerstag vorgestellte Gutachten zum Umgang von Verantwortlichen des Erzbistums Köln mit Missbrauchsvorwürfen kritisiert. Es sei zwar gut, dass einige Verantwortliche, die Pflichtverletzungen begangen hätten, in der Untersuchung identifiziert würden. Doch gleichzeitig gelte: "In weiten Teilen wirken die Ausführungen eher wie eine Verteidigungsrede, weil mit nicht überzeugender Rechtsunkenntnis operiert wird und somit Vertuscher exkulpiert werden", sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur.

Die Unübersichtlichkeit der kirchlichen Strukturen sei keine Entschuldigung für Fehlverhalten, so Schüller. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp müssten jetzt "zwingend ihren Rücktritt dem Papst anbieten". Das gleiche gelte für den Kölner Offizial Günter Assenmacher, dem Rechtsbeugung nachgewiesen worden sei.

Schwaderlapp und Assenmacher waren unmittelbar nach der Vorstellung des Gutachtens bereits von Kardinal Rainer Maria Woelki vorläufig von ihren Amtspflichten entbunden worden. Schwaderlapp bot dem Papst zudem seinen Rücktritt an. Das unabhängige Gutachten hatte untersucht, wie Verantwortliche des Bistums von 1975 bis 2018 mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester umgegangen waren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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