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10 kuriose Fakten über Köln – vom Space Shuttle bis hin zum Karneval

Fakten über die Domstadt  

Zehn kuriose Dinge über Köln, die Sie mit Sicherheit noch nicht wussten

05.08.2021, 08:41 Uhr
10 kuriose Fakten über Köln – vom Space Shuttle bis hin zum Karneval. Der Kölner Dom bei Nacht: Laut Grundbuch der Stadt Köln steht als Eigentümer die Person "Hohe Domkirche zu Köln". (Quelle: imago images/Christopher Neundorf/Kirchner-Media/Archivbild)

Der Kölner Dom bei Nacht: Laut Grundbuch der Stadt Köln steht als Eigentümer die Person "Hohe Domkirche zu Köln". (Quelle: Christopher Neundorf/Kirchner-Media/Archivbild/imago images)

Viele Kölnerinnen und Kölner sind der Meinung, alles über ihre Heimatstadt zu wissen. Ach ja? Wie sieht es denn mit diesen zehn kuriosen Fakten über die schönste Stadt am Rhein aus?

Ihr Kölle, das ist für die Bewohnerinnen und Bewohner der Domstadt erst mal ein Gefühl – oder besser: "Jeföhl", wie die richtigen Kölnerinnen und Kölner auf Kölsch sagen. Rund um den Kölner Dom fließt jeden Tag das Kölsch in den Brauhäusern und der Rhein unter der Hohenzollernbrücke hindurch Richtung Norden – während über dem mächtigen Strom die Liebesschlösser der Frischverliebten befestigt werden.

In Köln, der Millionenstadt, die ihren Karneval so liebt, gibt es viel zu entdecken. Nicht nur in der jecken Jahreszeit. In der fast 2.000 Jahre alten rheinischen Metropole verbergen sich bis heute Geheimnisse, kleine Anekdoten und Stadtgeschichtchen – von denen wir heute einige erzählen wollen.

Und seien Sie ruhig ehrlich mit uns: Wie viele kuriose Fakten kannten Sie bereits?

1. Der Kölner Dom ist in der Bilanz des Erzbistums mit 27 Euro veranschlagt.

Recht günstig so ein Dom – oder? Seit 2015 veröffentlicht das Erzbistum Köln eine Jahresbilanz. Der Kölner Dom taucht dort lediglich mit einem Wert von 27 Euro auf. Die Begründung des Erzbistums: Man könne ihn niemals verkaufen und die Pflege koste ein Vermögen.

Für den Umgang mit Kirchensteuergeldern geriet das Erzbistum, das über ein Vermögen von 3,5 Milliarden Euro verfügt, mehrfach in Kritik. Ein mangelndes Interesse an Transparenz werfen Kritikerinnen und Kritiker der Kölner Diözese vor. Der 27-Euro-Dom passt da gut rein. 

Der Kölner Dom bei Nacht: Laut Grundbuch der Stadt Köln steht als Eigentümer die Person "Hohe Domkirche zu Köln". (Quelle: imago images/Christopher Neundorf/Kirchner-Media/Archivbild)Der Kölner Dom bei Nacht: Laut Grundbuch der Stadt Köln steht als Eigentümer die Person "Hohe Domkirche zu Köln". (Quelle: Christopher Neundorf/Kirchner-Media/Archivbild/imago images)

2. In der Kölner Kanalisation hängen zwei Kronleuchter.

Sieben Meter tief unter der Erde, östlich des Ebertplatzes, befindet sich ein Kronleuchtersaal im Kanalschacht. Der Saal war Teil der Modernisierung der Kölner Kanalisation und dient der Entlastung der Kanalisation bei Starkregen.

Kölns Bevölkerungszahl stieg gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark an. Die Kanalisation reichte für so viele Menschen jedoch nicht aus. Deshalb entstand das wohl fortschrittlichste Abwassersystem dieser Zeit, zu dessen Einweihung 1890 auch Kaiser Wilhelm II. eingeladen wurde. Um ihn zu beeindrucken, wurden zwei Kronleuchter mit je sechs Kerzen angebracht. Ende der 1980er-Jahre wurden die Kronleuchter durch einen weiß gestrichenen elektrischen Kronleuchter ersetzt, der originalgetreu nachgebaut wurde.

Bis heute ist der sogenannte Kronleuchtersaal funktionierender Bestandteil des Abwassersystems und zugleich ein historisches Denkmal. Es finden noch regelmäßig Führungen statt, manchmal auch Konzerte. Damit die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht von dem Geruch abgelenkt werden, gibt es für alle Pfefferminz-Sträußchen.

Der Kölner Kronleuchtersaal 2008: Er steht unter Denkmalschutz. (Quelle: Wikipedia/A. Savin)Der Kölner Kronleuchtersaal 2008: Er steht unter Denkmalschutz. (Quelle: Wikipedia/A. Savin)

3. Köln hat als einzige Stadt Deutschlands eine Palmenallee.

In Köln gibt es deutschlandweit die einzige Palmenallee. Sie befindet sich in der Kölner Flora im Botanischen Garten. Angelegt wurde sie im Jahr 2008 mit 30 Chinesischen Hanfpalmen. Diese sind aus Sämlingen einer 1975 im Tropischen Hof gepflanzten Palme entstanden.

Die Palmenallee der Kölner Flora: Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland. (Quelle: Wikipedia/CC BY-SA 3.0 HOWI)Die Palmenallee der Kölner Flora: Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland. (Quelle: Wikipedia/CC BY-SA 3.0 HOWI)

4. Die Türme des Kölner Doms sind unterschiedlich hoch.

An der Spitze des Kölner Heiligturms gibt es eine Schräge: Der Nordturm ist 157,18 Meter – ganz anders der Südturm: Der ist ganze vier Zentimeter größer. Das bemerkten die Kölner aber erst im Jahr 1985. Bis dahin dachte man in der Domstadt, dass die Haupttürme des Doms jeweils 157,38 Meter hoch seien. Hat wohl niemand so genau nachgemessen.

Stolz waren die Kölnerinnen und Kölner schon immer auf ihren Dom, nur mit seiner Größe taten sie sich lange schwer: Denn schon früher zweifelte man an der tatsächlichen Größe. Die Kölner dachten, der Dom sei vier Zentimeter kleiner als zuvor angegeben. Ein "altersbedingtes Schrumpfen", von dem manchmal im Veedel erzählt wird, hat es am Dom bis heute aber wohl nicht gegeben.

 Die Türme des Kölner Doms: Sie sind unterschiedlich hoch und kleiner als angenommen. (Quelle: imago images/Krystof Kriz/Archivbild)Die Türme des Kölner Doms: Sie sind unterschiedlich hoch und kleiner als angenommen. (Quelle: Krystof Kriz/Archivbild/imago images)

5. Auf dem Rhein in Köln gab es einen Flughafen.

Klingt spektakulär! Genau genommen gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sogar drei Flughäfen auf dem Rhein. Am Kölner Ufer konnten die Bewohner der Stadt die Starts und Landungen auf den Wasserflughäfen beobachten. 

Heute weiß man nur wenig über die Wasserflughafen-Geschichte der Stadt. Die sogenannte "Kunibertsrampe" soll 1927 etwa 500 Meter nördlich der Hohenzollernbrücke auf dem Rhein angelegt worden sein. Ein weiterer Flughafen wurde nur wenige Meter weiter auf Höhe der Machabäerstraße eingerichtet. Der dritte lag im Becken des ab 1922 erbauten Nieler Hafens.

Was Historikerinnen und Historiker nicht wissen: Warum die Kölnerinnen und Kölner dachten, es sei eine gute Idee, diese Häfen auf dem Rhein überhaupt zu bauen. Denn der ab 1911 betriebene Flughafen Butzweilerhof galt als "Luftkreuz des Westens". Im Zweiten Weltkrieg verliefen sich die Spuren der Wasserflughäfen.

Die Dornier Do X in Köln etwa 1935: Das Verkehrsflugboot wurde nach dem ersten Weltkrieg konstruiert und gebaut. (Quelle: CC BY-SA 3.0/Wilhelm Walther (†1983) - Image donation by Jochen Walther)Die Dornier Do X in Köln etwa 1935: Das Verkehrsflugboot wurde nach dem ersten Weltkrieg konstruiert und gebaut. (Quelle: CC BY-SA 3.0/Wilhelm Walther (†1983) - Image donation by Jochen Walther)

6. Jedes Jahr werden am Kölner Rosenmontagszug 300 Tonnen Süßigkeiten geworfen.

Kamelle, Kamelle, Kamelle! Kennt und liebt jedes kölsche Kind. Laut Statista werden im Kölner Karneval jährlich etwa 300 Tonnen Süßigkeiten am Rosenmontagszug in die Menge geworfen. Genau genommen sind das rund 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen und 300.000 "Strüßjer" – so nennen die Kölnerinnen und Kölner ihre Blumensträuße.

Blaue Funken werfen Kamellen am Kölner Rosenmontagszug: Jährlich werden hier 300 Tonnen Süßigkeiten geworfen. (Quelle: imago images/C. Hardt/Future Image/Archivbild)Blaue Funken werfen Kamellen am Kölner Rosenmontagszug: Jährlich werden hier 300 Tonnen Süßigkeiten geworfen. (Quelle: C. Hardt/Future Image/Archivbild/imago images)

7. Am Flughafen Köln/Bonn gab es eine Notlandebahn für Spaceshuttles der Nasa.

Falls es im Weltraum mal ernst werden sollte: Ab Mai 1983 durften sich die Kölnerinnen und Kölner mit der ersten Notlandebahn für Spaceshuttles rühmen. Vor 38 Jahren nämlich landete eine Nasa-Delegation am Flughafen Köln/Bonn mit dem Spaceshuttle "Enterprise".

Mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Neben Köln standen der Nasa weltweit etwa 60 Notlandeplätze für die Spaceshuttle zur Verfügung. 2011 wurde das Shuttle-Programm der US-Raumfahrtbehörde eingestellt.

Spaceshuttle Enterprise auf einer Boeing 747: Im Mai 1983 landete dieser auf dem Flughafen Köln/Bonn. (Quelle: imago images/Otto Krschak/Archivbild)Spaceshuttle Enterprise auf einer Boeing 747: Im Mai 1983 landete dieser auf dem Flughafen Köln/Bonn. (Quelle: Otto Krschak/Archivbild/imago images)

8. Im Kölschen gibt es das Wort "lieben" nicht.

Jetzt noch ein bisschen Sprachschulung: Im Kölschen sagt man zur Liebe zwar "Leevde". Doch das Verb "lieben" gibt es in dem rheinischen Dialekt nicht. Stattdessen sagen die Kölnerinnen und Kölner "leev han", was für "liebhaben" steht.

Eine Mutter küsst ihr Kind auf die Wange (Symbolbild): Im Kölschen könnte man sagen, die zwei haben sich lieb. Fürs "lieben" gibt es nämlich keinen Ausdruck. (Quelle: imago images/Cavan Images)Eine Mutter küsst ihr Kind auf die Wange (Symbolbild): Im Kölschen könnte man sagen, die zwei haben sich lieb. Fürs "lieben" gibt es nämlich keinen Ausdruck. (Quelle: Cavan Images/imago images)

9. Wer am Rosenmontag von Kamelle getroffen wird, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Tut weh, gehört laut Gericht aber dazu. Eine Frau, die 2010 den Rosenmontagszug in Köln besucht hatte, war mit zwei Schokoriegeln beworfen und am linken Auge verletzt worden. Sie forderte deshalb Schmerzensgeld.

Vor dem Amtsgericht Köln hatte sie damit wenig Erfolg: Wer bei einem Karnevalsumzug von geworfenen Süßigkeiten verletzt wird, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Denn: Im Rheinland sei üblich und erwartbar, dass bei einem Umzug kleinere Gegenstände geworfen werden.

Profis nehmen deshalb Regenschirme mit zum Zug.

Ein Mann wirft mit Kamellen (Symbolbild): Wer davon getroffen wird, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. (Quelle: imago images/T-F-Foto)Ein Mann wirft mit Kamellen (Symbolbild): Wer davon getroffen wird, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. (Quelle: T-F-Foto/imago images)

10. Am 11.11.11 um 11.11 Uhr sind in Köln Zwillinge zur Welt gekommen.

Anders als gerne behauptet: Köln kann auch pünktlich. In Köln sind am Freitag, 11.11.11, um Punkt 11.11 Uhr in der Uniklinik Zwillinge per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Das Datum sei damals kein Wunschtermin, sondern medizinisch notwendig gewesen. 

Man habe sich aber wegen des besonderen Datums auf die Uhrzeit geeinigt. Und die beiden Kinder kamen tatsächlich um genau 11.11 Uhr auf die Welt – mit einem Abstand von gerade einmal 20 Sekunden.

Das Kölner Zwillingspaar aus dem Jahr 2011: Sabine Willems liegt neben ihren um 11.11 Uhr geborenen Zwillingen Daniela (li) und Alexander. (Quelle: dpa/Picture Alliance/Rolf Vennenbernd/lnw)Das Kölner Zwillingspaar aus dem Jahr 2011: Sabine Willems liegt neben ihren um 11.11 Uhr geborenen Zwillingen Daniela (li) und Alexander. (Quelle: Picture Alliance/Rolf Vennenbernd/lnw/dpa)

Verwendete Quellen:

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