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13-jÀhriger Mattes braucht eine Stammzellenspende

Von René Denzer

Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Mattes hĂ€lt im Fußballtrikot einen Pokal in den HĂ€nden: Der 13-JĂ€hrige ist an Blutkrebs erkrankt und auf eine Stammzellenspende angewiesen.
Mattes hĂ€lt im Fußballtrikot einen Pokal in den HĂ€nden: Der 13-JĂ€hrige ist an Blutkrebs erkrankt und auf eine Stammzellenspende angewiesen. (Quelle: DKMS/privat)
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Als Mattes im Sommerurlaub schlapp und krĂ€nklich ist, denken die Eltern an eine Grippe- oder Corona-Infektion. Doch der Kinderarzt bestĂ€tigt das Schlimmste: LeukĂ€mie. Jetzt sucht die Familie fĂŒr den Jungen einen Stammzellenspender.

Der 13-jĂ€hrige Mattes aus Köln ist an Blutkrebs erkrankt. Nur eine Stammzellenspende kann dem SchĂŒler helfen. Die Familie hofft und bangt, etliche Vereine helfen mit bei der Suche nach einem Spender.

Im Juli vergangenen Jahres hat die Familie noch Urlaub auf der niederlĂ€ndischen Insel Texel gemacht. Mattes, eigentlich ein lebensfroher Junge, voller Energie und auch abseits des geliebten Fußballplatzes stets in Bewegung, fĂŒhlt sich schlapp. Er ist stĂ€ndig mĂŒde, will nicht laufen, nicht an den Strand gehen. Mattes' Eltern erkennen ihr Kind kaum wieder. ZurĂŒck aus dem Urlaub geht es direkt zum Kinderarzt.

Kölner Junge an Blutkrebs erkrankt: "Ein Schlag ins Gesicht"

Der Mediziner, der zuvor als Onkologe in einer Klinik gearbeitet hat, ertastet geschwollene LymphdrĂŒsen und entdeckt an den Beinen winzige Einblutungen. Mattes wird in die Uniklinik Köln ĂŒberwiesen. Dort geht es auf einmal ganz schnell: Mattes' Leukozytenwerte schnellen in die Höhe, er muss sofort auf die Intensivstation. Dort wird der Anfangsverdacht des Hausarztes bestĂ€tigt: Mattes hat Blutkrebs.

"Das war wie ein heftiger Schlag ins Gesicht. Morgens dachten wir, unser Sohn hätte vielleicht einen starken Infekt oder sich mit Corona infiziert und abends erfahren wir, dass Mattes todkrank ist", sagt Stefanie, Mattes' Mutter. Fragen schwirren durch den Kopf: Wie geht es weiter? Wird unser Kind sterben? "Das begreift man einfach nicht. Das ist surreal, nicht fassbar, wie in einem schlechten Film. Eine Welt bricht zusammen, alles stürzt auf einen ein und gleichzeitig ist man vollkommen leer", sagt Stefanie.

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Mattes mit seinen Eltern Stefanie und Oliver sowie seiner großen Schwester Linda: Die Familie ist seit dem Schicksalsschlag noch nĂ€her zusammengerĂŒckt.
Mattes mit seinen Eltern Stefanie und Oliver sowie seiner großen Schwester Linda: Die Familie ist seit dem Schicksalsschlag noch nĂ€her zusammengerĂŒckt. (Quelle: DKMS/privat)

Hoch dosierte Chemotherapie fĂŒr Mattes

Vier lange Tage bleibt Mattes auf der Intensivstation. Dann wird er auf die Kinderonkologie verlegt. Umgehend beginnt der erste Chemoblock. Mattes hat kaum Nebenwirkungen. Die Eltern sind erleichtert. Sechs Wochen lang wird der Junge ambulant in der Tagesklinik behandelt.

Seit Ende November 2021 bekommt er eine weitere, hoch dosierte Chemotherapie. "Kurz darauf hatte Mattes allergische Reaktionen. Seitdem wissen wir, wie Nebenwirkungen einer Chemotherapie aussehen können", erinnert sich Vater Oliver. Da die Schleimhäute im Mund vollkommen zerstört waren, konnte Mattes nichts mehr essen. Die Bauchspeicheldrüse hatte sich entzĂŒndet und der 13-JĂ€hrige bekam so starke RĂŒckenschmerzen, dass er nicht mehr laufen konnte.

Seit Ende vergangenen Jahres ist klar: Nur eine Stammzelltransplantation kann Mattes' Leben retten. Seine Schwester Linda kommt als Spenderin leider nicht infrage. Doch die Familie will nach vorne schauen. "Mattes ist wirklich cool. Er nimmt die Krankheit an und lacht trotz aller Widrigkeiten. Er macht es uns dadurch viel einfacher", sagt seine Mutter. Für ihren Sohn steht fest, dass er wieder ganz gesund wird.

Bei der DKMS sind aktuell rund 120.000 Kölnerinnen und Kölner registriert. Über 1.000 konnten davon bereits Stammzellen spenden, und einem Menschen mit Blutkrebs eine neue Lebenschance schenken.
In NRW sind es fast 1,6 Millionen Registrierte. Bundesweit sind ĂŒber sieben Millionen in der DKMS-Datei, weltweit sind es ĂŒber 11 Millionen potenzielle Spenderinnen und Spender.

"Alles sinnlose Gedanken, aber sie kommen trotzdem"

Bis dahin ist es noch ein schwerer Weg, wissen die Eltern. "Wenn es im Haus ruhig ist oder es Nacht wird, dann kommen oft dunkle Gedanken: Was ist, wenn wir keinen passenden Spender finden? Was haben wir getan, dass unser Kind so bestraft wird? Alles sinnlose Gedanken, aber sie kommen trotzdem", sagt Mattes' Mutter.

In unzĂ€hligen GeschĂ€ften im Stadtteil der Familie in Köln-ZĂŒndorf hĂ€ngen Plakate mit Aufrufen der DKMS, sich registrieren zu lassen. Vereine wie die Karnevalisten der Fidele Grön-Wieße Rezag oder Mattes' Fußballclub Germania ZĂŒndorf beteiligen sich an den Aktionen. In einem eindringlichen Appell zur Typisierung auf der Facebook-Seite des ZĂŒndorfer Garde-Korps Köln heißt es: "Leev FrĂŒnde, (...) Mattes, ein 13-jĂ€hriger Junge aus unserem Veedel ist krank und braucht uns".

Die Hoffnung aller: Auf diesem Weg eine Person zu finden, die Mattes mit einer Stammzellentransplantation helfen kann. Und wenn es so weit ist, möchte Mattes als Erstes einen Döner beim Podolski-Imbiss essen und auch wieder seinem geliebten 1. FC Köln zujubeln.

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Von Carlotta Cornelius
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