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Vermisste Studentin Yolanda: Jetzt spricht Scientology

Von Andreas Raabe

Aktualisiert am 22.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Polizeifoto der Vermissten Yolanda Klug aus Leipzig: Welche Rolle spielt Scientology beim Verschwinden der Studentin?
Polizeifoto der vermissten Yolanda Klug aus Leipzig: Welche Rolle spielt Scientology beim Verschwinden der Studentin? (Quelle: Polizei Leipzig)
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Seit fast drei Jahren ist eine junge Frau aus Sachsen verschwunden. Spielt die Sekte Scientology eine Rolle? Jetzt meldet sich die Organisation zu Wort.

Im September des Jahres 2019 verschwand die Leipziger Studentin Yolanda Klug spurlos. Damals war die aus dem Kreis Lörrach in Baden stammende junge Frau 23 Jahre alt. "Möglicherweise ist Yolanda Opfer eines Verbrechens geworden", berichtete die Polizei Leipzig.

Da es bis heute keinen Hinweis auf ihr Schicksal gibt, war der Fall Yolanda vor wenigen Wochen Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY". Dabei wurde auch ein möglicher Zusammenhang des Verschwindens mit dem Scientology-Hintergrund von Yolandas Familie thematisiert.

Tatsächlich gibt es Fälle, in denen Menschen aus dem Scientology-Umfeld plötzlich verschwinden und erst lange Zeit später wieder auftauchen. Der sicherlich bekannteste Fall betraf die Ehefrau des Scientology-Chefs David Miscavige, Shelly Miscavige, die erst verschwand und dann Jahre später wieder auftauchte.

Yolandas Mutter war Sprecherin von Scientology in der Schweiz

Bei t-online meldet sich Scientology nun erstmals im Fall Yolanda öffentlich zu Wort. Offenbar fühlt sich die Organisation von der Berichterstattung an den Pranger gestellt. Sie will darum mit einigen "Fakten" die "verbreiteten Pressegerüchte mit Bezug auf Scientology" widerlegen.

Denn auch t-online beschäftigte sich mit dem Fall und deckte in einem Bericht auf, dass Yolanda Klugs Mutter Annette Löffler, ehemals Klug, eine hohe Scientology-Funktionärin war und es möglicherweise auch heute noch ist. Demnach war die Mutter jahrelang als Scientology-Sprecherin in Deutschland und der Schweiz tätig.

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Ein schweizerischer Anti-Scientology-Aktivist bezeichnete Löffler gar als Mitglied der Scientology-Gruppe "Office of Special Affairs", kurz OSA. Diese sei laut dem Hamburger Verfassungsschutz eine "geheimdienstähnlichen Organisation innerhalb der Gesamtstruktur von Scientology". Das OSA operiere "im Grenzbereich zur Illegalität und schrecke gegebenenfalls auch nicht vor kriminellen Aktionen zurück".

Nach der Trennung von Yolandas Vater ging Annette Löffler nach Südafrika, wo sich ihre Spur zunächst verlor. Auch der Vater, die Schwester, sowie der neue Lebensgefährte der Mutter sollen Scientologen sein, berichteten Bekannte der Familie t-online.

Leipzig: Scientology widerspricht Äußerungen der Polizei

Scientology widerspricht auch Aussagen, die von der Polizei Leipzig in der Sendung "Aktenzeichen XY" getroffen wurden. Dort sagte eine Polizei-Sprecherin: "Wir haben auch die Rolle des Glaubens von Yolanda in unseren Ermittlungen einbezogen, insbesondere auch ihren Austritt bei Scientology. Im Ergebnis davon können wir sagen, dass wir einen Zusammenhang damit bis heute nicht ausschließen können."

Scientology bestätigt, dass Yolanda an einigen Kursen der Organisation teilgenommen hat, argumentiert aber: "Der Besuch von einführenden Seminaren wie im Fall Yolanda K. macht noch kein Scientology-Mitglied, da sie keine Mitgliedschaft erfordern, sondern allenfalls dahin führen können." Und: "Einen 'Ausstieg' aus Scientology bzw. eine 'Glaubensänderung' gab es daher auch entgegen der Mitteilung der Kripo Leipzig zu keiner Zeit", schreibt die Organisation.

Dies könne aber nicht stimmen, berichtet ein Kenner der Organisation t-online: "In dem Moment, wenn man ein Seminar besucht, ist man – in der Scientology-Denke – automatisch auch Mitglied." Dies gelte umso mehr, wenn Familienmitglieder aktive Scientologen seien.

Scientology schreibt außerdem: "Außer den nahen Familienangehörigen war in der Scientology Kirche niemandem der Aufenthaltsort von Yolanda K. in Leipzig bekannt." Auch dies sei unwahrscheinlich, so der Scientology-Kenner. Wenn Familienmitglieder Scientologen seien, dann würde auch die Organisation wissen, wo die Tochter sich aufhält.

Yolandas Vater besuchte seine Tochter wenige Tage vor deren Verschwinden in Leipzig. Zu seiner eigenen Scientology-Mitgliedschaft will sich dieser nicht äußern. Religion und Glauben seien Privatsache, sagte er der "Leipziger Volkszeitung".

Bemerkenswert ist auch, dass die Scientology-Sprecherin in ihrem Statement vieles dementiert, jedoch nicht die Rolle von Yolandas jüngerer Schwester Elisa, die Mitglied der paramilitärischen Scientology-Organisation "Sea Org", einer internen Elitetruppe, sein soll. Experten sehen "Sea Org" als eine Art interne Polizei von Scientology, ihre Mitglieder würden sich ein Leben lang verpflichten. Ihr oberstes Ziel sei der Schutz der Scientology-Organisation und ihres Anführers.

Im t-online vorliegenden Statement heißt es, "Sea Org" trage keine Waffen und sei "eine religiöse Ordensgemeinschaft der Scientology Kirche, die in der maritimen Tradition organisiert ist". Ein Video zeigt jedoch "Sea Org"-Mitglieder, erkennbar an der Uniform und dem "Sea Org"-Symbol auf der Mütze, die während einer Veranstaltung mit Säbeln auf und ab marschieren.

Scientology zum Fall Yolanda Klug: "Dialog ist die Lösung"

In Deutschland wird Scientology seit 1997 vom Verfassungsschutz beobachtet. Grund dafür sei unter anderem, dass Scientology "eine Gesellschaft ohne allgemeine und gleiche Wahlen" anstrebe und "das demokratische Rechtssystem" ablehne, wie es im Verfassungsschutzbericht 2016 heißt.

"Man kann bei Berichten über Scientology den Eindruck erhalten, dass nicht nur die Funktion der früheren Sektenbeauftragten, sondern auch deren Gerüchte von Ämtern einzelner Verfassungsschutzbehörden blind übernommen werden", schreibt Scientology dazu an t-online.

Auch zu Yolandas Mutter äußert sich der Verein "Scientology Kirche Deutschland": Diese sei nicht "verschwunden", sondern lebe "seit Jahren gesund in Südafrika und ist dort in einer Scientology Kirche tätig." Ein ehemaliger Freund der Familie hatte zuvor berichtet, dass ihre letzte bekannte Adresse in einem Gewerbegebiet bei Midrand zwischen Pretoria und Johannesburg gewesen sei.

"Dialog ist die Lösung" – so schließt die Scientology-Sprecherin ihre Nachricht an die Öffentlichkeit. Was mit Yolanda geschah, ist auch mit allen Informationen zur offenbar tiefen Verstrickung ihrer Familie in die Scientology-Organisation unklar. Auch der Umstand, dass Yolanda Klug diesem Umfeld ganz offensichtlich aktiv entfliehen wollte, muss nicht zwangsläufig mit ihrem Verschwinden zu tun haben.

Fiel sie einem ganz anderen Verbrechen zum Opfer? Entschied sie sich dazu, unterzutauchen? Folgte sie ihrer Mutter und Schwester ins Ausland? Wurde sie dazu überredet? Die Behörden müssen diese Fragen klären. Der Weg zu Yolandas Mutter, den Scientology nun selbst aufgestoßen hat, könnte dabei eine wichtige Spur sein.

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Von Pia Siemer
Ein Kommentar von Andreas Raabe, Leipzig
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