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Mehr als 160.000 Rheinland-Pfälzer arbeiten für Niedriglohn

Mainz  

Mehr als 160.000 Rheinland-Pfälzer arbeiten für Niedriglohn

21.06.2021, 06:44 Uhr | dpa

Nahezu jeder fünfte Beschäftigte in Rheinland-Pfalz arbeitet nach amtlichen Angaben im sogenannten Niedriglohnsektor. Ihre Zahl stieg von 2014 bis 2019 um mehr als 7000 auf 164.676, wie aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Katrin Werner (Linke) hervorgeht. Die Niedriglohnquote, also der Anteil der zu diesen Löhnen beschäftigten Menschen an der Gesamtzahl der Beschäftigten, ging allerdings im gleichen Zeitraum von 18,6 auf 18,3 Prozent leicht zurück.

Der Niedriglohnbereich wird definiert als Einkommen unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Bruttoentgelts aller Beschäftigten - für 2019 lag diese Schwelle bei 2267 Euro. Niedriglöhne dominieren bei Friseurberufen mit einem mittleren Entgelt von 1618 Euro, bei Berufskraftfahrern (1789 Euro), bei Reinigungskräften (1802 Euro), im Bäckereiverkauf (1821 Euro) und in der Gastronomie ohne Spezialisierung (1853 Euro).

Der Anteil derjenigen, die sogar weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdienen, gilt als Armutsgefährdungsquote. Diese nahm in Rheinland-Pfalz von 7,5 Prozent im Jahr 2010 auf 8,2 Prozent im Jahr 2019 zu, gemessen am bundesweiten mittleren Einkommen. Der Anteil der Erwerbstätigen mit mindestens zwei Tätigkeiten lag in Rheinland-Pfalz 2019 bei 6,2 Prozent. "Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz sind arm trotz Arbeit und immer mehr Menschen haben mehr als einen Job, um über die Runden zu kommen", kritisierte Werner.

Während in Mainz (13,4 Prozent im Jahr 2019), Koblenz (16,3 Prozent) und Ludwigshafen (9,9 Prozent) die Anteile der Niedriglohnbeschäftigung von 2014 bis 2019 zurückgingen, nahmen sie in Trier (19,8 Prozent) und Frankenthal teilweise deutlich zu - dort von 15,0 auf 22,8 Prozent.

Die Bundesregierung verweist zu der pfälzischen Stadt auf die neue Ansiedlung eines Einzelhandelsunternehmens "mit vielen Helfertätigkeiten in Logistikberufen". "Der Anstieg ist auf die Ansiedlung des Logistikzentrums von Amazon zurückzuführen", erklärte Werner. Die Abgeordnete forderte, "dass der Konzern, der Milliarden Gewinne erzielt und diese in den letzten Monaten steigern konnte, endlich für höhere Löhne der Beschäftigten und gute Arbeitsbedingungen sorgt".

Der US-Konzern hat zum 1. Juli Lohnerhöhungen in seinen deutschen Versandzentren angekündigt. Der Brutto-Stundenlohn liegt dann nach zwei Jahren Zugehörigkeit künftig bei mindestens 13,52 Euro. Außerdem gibt es einen Einstiegsstundenlohn von 12 Euro brutto, der im Herbst 2022 auf 12,50 Euro steigen soll. Amazon wird von der Gewerkschaft Verdi seit Jahren kritisiert, weil das Management Tarifverträge ablehnt.

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