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Nach Brand am Ballermann: 13 Deutschen droht lÀngere Haft

Von dpa
23.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Feuer in einem Restaurant auf Mallorca
Menschen gehen nach einem Brand am Restaurant "Why Not Mallorca?" vorbei. (Quelle: Clara Margais/dpa/dpa-bilder)
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Ein langer Mallorca-Aufenthalt ist fĂŒr Fans der spanischen Urlaubsinsel ein wahrgewordener Traum - das gilt jedoch nicht fĂŒr 13 Touristen aus Deutschland, die seit Samstag in Palma unter dem Vorwurf der Brandstiftung in Untersuchungshaft sitzen. Den Deutschen drohen mehrjĂ€hrige Haftstrafen, wie spanische AnwĂ€lte der Deutschen Presse-Agentur am Montag auf Anfrage erklĂ€rten. Wie schwer der zustĂ€ndige Untersuchungsrichter den Fall einschĂ€tzt, beweist die Tatsache, dass er den VerdĂ€chtigen keine Freilassung auf Kaution gewĂ€hrte. Nach "vorlĂ€ufigen" Informationen der Stadt MĂŒnster sollen einige von ihnen Mitglieder der dortigen Freiwilligen Feuerwehr sein.

Was war passiert? Die Deutschen, die laut Medien fast alle zwischen 24 bis 29 Jahre alt sind, werden beschuldigt, am Freitagnachmittag kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel bei einer Party auf zwei Balkonen ihrer Hotel-Zimmer in unmittelbarer NÀhe des Ballermanns Zigarettenkippen auf das Terrassendach einer GaststÀtte geworfen und auch Alkohol darauf gegossen zu haben. Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer. Nach Medienberichten beschÀdigten die Flammen das Lokal und auch eine weitere Bar sowie eine angrenzende Wohnung und das Hotel. Es ist von einem Sachschaden von mindestens 150.000 Euro die Rede. Zwei Menschen, ein Mann und ein junges MÀdchen, seien dabei leicht verletzt worden, berichteten Medien.

Der Brand sorgte auf der an ZwischenfĂ€llen mit Touristen ja gewohnten Insel fĂŒr besonders großes Aufsehen. Die Zeitung "Diario de Mallorca" hatte am Sonntag auf Seite eins ein Foto, das zeigte, wie die VerdĂ€chtigen in Handschellen zum Richterverhör gebracht werden. Die Polizeieinheit "Guardia Civil" habe bereits Aufnahmen von Sicherheitskameras ausgewertet, auf denen die bisherigen Mutmaßungen und Beschuldigungen bestĂ€tigt wĂŒrden, schrieb das Blatt am Montag. Ein Polizeisprecher wollte auf Anfrage nichts verraten, sagte aber, er könne auch "nichts dementieren".

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FĂŒr Empörung sorgen die Aussagen von Nachbarn, die versichern, alles genau gesehen zu haben. "Die Touristen schauten sich das Ganze von ihrem Balkon aus an. Sie fingen an, das Feuer mit ihren Handys zu filmen, grölten und lachten", wurde ein Mann von der "Mallorca Zeitung" zitiert. Ein anderer sagte dem Blatt: "Sie haben stundenlang in ĂŒbereinanderliegenden Zimmern im 2. und 3. Stock des Hotels gefeiert. Die Musik war voll aufgedreht, sie haben Bier von einem Balkon auf den anderen und auch auf die Straße geschĂŒttet." Auch Zigaretten hĂ€tten sie hinuntergeworfen. "Schnell stand das gesamte Dach in Flammen", hieß es. Es sei "wie eine Bombe" gewesen.

Es herrscht viel UnverstĂ€ndnis. "Was geht in den Köpfen dieser jungen Leute vor?", fragte eine der Betroffenen, die deutsche Wirtin Alice. "So betrunken können die gar nicht gewesen sein, die haben ja noch versucht abzuhauen", erzĂ€hlte die Kölnerin, die ihr Lokal "Why not Mallorca?" erst im Juni 2021 eröffnet hatte, vor Journalisten. Der komplette Außenbereich sei nun verwĂŒstet.

Medienberichte, wonach die Beschuldigten aus der NĂ€he von MĂŒnster kommen und einem Kegelclub angehören, wollte die mallorquinische Polizei auf Anfrage nicht kommentieren. Die Beschuldigten sollen bei ihrem Verhör durch den Richter von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, nicht auszusagen. Der Richter gehe von "gemeinsamer Verantwortung" aus, schrieben die Zeitung "Diario de Mallorca" und andere Medien unter Berufung auf die Justiz. In seinem Bericht habe er die große Gefahr hervorgehoben, in die Menschen gebracht worden seien. Der Richter werfe den Deutschen mangelnde Kooperationsbereitschaft vor.

Man muss nun die Untersuchungen abwarten, um zu wissen, ob es ĂŒberhaupt zu einem Prozess gegen die Deutschen kommt. Die könnten erfahrungsgemĂ€ĂŸ einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach EinschĂ€tzung von zwei befragten AnwĂ€lten können die VerdĂ€chtigen zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wenn sie angeklagt und der fahrlĂ€ssigen Brandstiftung fĂŒr schuldig befunden werden. Bei Vorsatz und der GefĂ€hrdung von Menschenleben könne das Urteil auch deutlich schĂ€rfer ausfallen, hieß es.

Derzeit wird am Ballermann wieder so wild wie vor Corona gefeiert. Es gibt kaum noch EinschrÀnkungen. In den vergangenen Wochen kam es in der deutschen Urlauberhochburg trotz einer "QualitÀtsoffensive" der Behörden wieder vermehrt zu SchlÀgereien und DiebstÀhlen.

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