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Größer als Berlin und ein politisches Programm: Alles zum CSD in Stuttgart


Größer als Berlin und ein politisches Programm: Alles zum CSD in Stuttgart

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Von Michael Ströbel

29.07.2022Lesedauer: 5 Min.
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Tausende feiern den Christopher Street Day in Stuttgart: Nach der Pandemie rechnen die Veranstalter mit einem Besucherrekord in Stuttgart.
Tausende feiern den Christopher Street Day in Stuttgart: Nach der Pandemie rechnen die Veranstalter mit einem Besucherrekord in Stuttgart. (Quelle: DigitalDesignTeam/Alexander Schmitt)
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Zum Christopher Street Day werden am Wochenende in Stuttgart bis zu 300.000 Menschen erwartet. Die Veranstalter rechnen mit einem neuen Rekord.

Das Wichtigste im Überblick


Schon Tage vor dem Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart ist die Vorfreude bei den Veranstaltern groß. "Wir erwarten 100 Formationen, das ist ein absoluter Rekord", frohlockt Detlef Raasch einer von drei Vorständen der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V.

2019 waren es 91 Gruppen, die teilnehmen. Jetzt, bei der ersten Parade ohne Pandemie-Auflagen ist der Andrang größer denn je. Das habe zwei Gründe, glaubt Raasch: "Nach zwei Jahren Pandemie wollen die Leute auch wieder einen richtigen CSD genießen", sagt er. Außerdem sei nach schlimmen Vorfällen in Karlsruhe und in Oslo der Drang groß, "ein deutliches Zeichen" zu setzen: "Wir wollen uns sowas nicht gefallen lassen", sagt Raasch.

In Oslo und Karlsruhe wurden Teilnehmer attackiert und unter anderem auch Flaggen in Regenbogenfarben verbrannt. Raasch sagt: "Wir sind eine Community, länderübergreifend – wir müssen über den Kessel hinaus schauen und weltweit denken und agieren." Dazu passe, dass "der Stuttgarter CSD der politischste in ganz Deutschland" sei. "Da kommt weder Köln noch Berlin mit", sagt er. Die Stuttgarter Aktivisten seien das ganze Jahr unterwegs und beteiligten sich regelmäßig an politischen Veranstaltungen und in städtischen Arbeitskreisen.

Das CSD-Wochenende sei nun einmal die Gelegenheit, sich selbst nach außen zu präsentieren und die eigenen Forderungen in den Mittelpunkt zu stellen. Denn nach wie vor gäbe es viele Baustellen: das "Transgender-Gesetz" etwa oder die zuletzt deutlich gestiegene Hasskriminalität gegen queere Personen. Der CSD in Stuttgart wird also nicht nur Party, sondern auch sehr politisch.

Worum geht es beim Christopher Street Day?

Die Pride (Christopher Street Day)-Veranstaltungen erinnern an die Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 in New York. Damals setzten sich erstmals Transvestiten, Transsexuelle, Schwule und Lesben gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei zur Wehr. Diese Tradition wird seitdem regelmäßig weltweit gepflegt. Auch in Stuttgart wollen die Veranstalter und Teilnehmer "für die vollständige rechtliche Gleichberechtigung und gesellschaftliche Akzeptanz" demonstrieren.

Was ist das Programm des CSD 2022 in Stuttgart?

Das diesjährige Motto des Stuttgart Pride lautet "Community.Kraft.Europa". Es vereint laut Veranstalter "alle Lebensbereiche, auf die wir als Gemeinschaft von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, transsexuellen, intersexuellen und queeren Menschen unseren Blick besonders scharf richten müssen."

Der Höhepunkt des CSD-Kulturfestivals Stuttgart Pride ist der Gang der Regenbogen Community durch die Stuttgarter Innenstadt. Er soll dazu dienen, die politischen und gesellschaftlichen Forderungen der Regenbogen-Community öffentlich darzustellen. Abends gibt es in der ganzen Stadt verteilt Konzerte und Veranstaltungen. Nicht nur am Samstag, sondern auch am Sonntag.

Ein DJ legt am Stuttgarter Marktplatz auf: Auch 2022 wird es in Stuttgart wieder ein buntes Programm geben. Auch diesmal wieder mit Livemusik.
Ein DJ legt am Stuttgarter Marktplatz auf: Auch 2022 wird es in Stuttgart wieder ein buntes Programm geben. Auch diesmal wieder mit Livemusik. (Quelle: DigitalDesignTeam/Alexander Schmitt)

Die Aufstellung zum Demonstrationszug beginnt am Samstag, 30. Juli, um 12.30 Uhr, am Erwin-Schöttle-Plart, Start der Demonstration ist dann um 15.30 Uhr. Gegen 18.30 Uhr gelangt man am Ziel an. Dort wird es eine Kundgebung auf der Planie geben, die von 18.30 bis 19 Uhr geplant ist.

Wer sind die Veranstalter der Stuttgart Pride?

Veransalter der Stuttgart Pride und des CSD-Wochenendes ist ein Verein aus Stuttgart: Die IG CSD Stuttgart e.V. Der Verein schreibt selbst über sich: "Wir sind ganzjährig für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung von LSBTTIQ+-Menschen aktiv. Der gemeinnützige Verein hat den Zweck, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen und -realitäten von gesellschaftlichen Minderheiten aufgrund der sexuellen Orientierung beziehungsweise der sexuellen Identität und der Vielfalt von Geschlecht aufzuklären.

Hierzu gehören insbesondere lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen (LSBTTIQ). Gleichzeitig erinnern wir mit dem Stuttgart PRIDE an die Ereignisse des 27./28. Juni 1969, als sich erstmals Menschen in der New Yorker
Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street gegen willkürliche Polizeirazzien zur Wehr setzten. Mit dem Stuttgart Pride feiern wir letztlich auch die bisher erlangten Erfolge in Sachen Sichtbarkeit, Sensibilisierung, Gleichstellung und Anti-Diskriminierung."

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Wie viele Teilnehmer und wie viele Zuschauer werden beim CSD in Stuttgart erwartet?

Bei der Demonstration selbst sind 100 Formationen angemeldet. Dazu kommen rund 25.000 bis 30.000 Teilnehmer am Demonstrationszug. Entlang der Strecke und bei den Veranstaltungen am Samstag- und am Sonntagabend werden insgesamt rund 250.000 bis 300.000 Zuschauer erwartet.

Wo findet die Stuttgart Pride statt?

Treffpunkt für die Teilnehmer der Demonstration ist am Erwin-Schöttle-Platz. Weitere Veranstaltungen gibt es auf dem Marktplatz, dem Schillerplatz und dem Markt der Möglichkeiten in Stuttgart.

Was ist die Route der CSD-Demonstration durch Stuttgart?

Treffpunkt für die Teilnehmer der Demonstration ist am Erwin-Schöttle-Platz. Die bewährte Demo-Strecke wird auch 2022 von der Böblinger Straße im Stuttgarter Süden über den Marienplatz, die Tübinger Straße in die Eberhardstraße führen. Je nach Umbausituation auf dem Marktplatz wird dann die Demo einen kleinen Schwenk nach Süden um den Breuninger herum nehmen und über Charlottenplatz in die Planie einbiegen.

Der Demo-Lindwurm findet mit den Redebeiträgen der Kundgebung auf dem Schlossplatz einen eindrucksvollen Schlusspunkt. Im Anschluss geht es mit der CSD-Infomeile (Hocketse) auf dem Schlossplatz weiter.

Die Gesamte Strecke samt Karte ist auch auf der Webseite des Veranstalters zu finden.

Wann geht die "Stuttgart Pride" los?

Die Aufstellung zum Demonstrationszug beginnt am Samstag, 30. Juli, um 12.30 Uhr, am Erwin-Schöttle-Plart, Start der Demonstration ist dann um 15.30 Uhr. Gegen 18.30 Uhr gelangt man am Ziel an. Dort wird es eine Kundgebung auf der Planie geben, die von 18.30 bis 19 Uhr geplant ist.

Die "CSD-Hocketse" auf dem Marktplatz, dem Schillerplatz und dem Markt der Möglichkeiten in Stuttgart beginnen am Samstag um jeweils 19 Uhr und am Sonntag jeweils um 13 Uhr. Die Programmpunkte sind unter den jeweiligen Links zu finden.

Was bedeutet "CSD-Hocketse"?

Die Veranstalter schreiben dazu: Der Begriff "Hocketse" stammt vom alemannisch-schwäbischen "hocke" für "sitzen" und bedeutet wörtlich "Sitzerei". "Hocket(e)" ist die Variante von der Schwäbischen Alb, wohingegen im Schweizerdeutschen der "Hock" ein "geselliges Beisammensein" beschreibt.

Bei der CSD-Hocketse wird vom frühen Samstagnachmittag bis zum späten Sonntagabend auf Markt- und Schillerplatz sowie in Kirch-, Stift- und Münzstraße gehockt, flaniert, geguckt, geplauscht, gegessen, getrunken und den Darbietungen auf den Plätzen sowie Bühnen zugeschaut. Einfacher gelingt gegenseitiges Annähern kaum.

Eindrücke von der Hocketse in Stuttgart.
Eindrücke von der Hocketse in Stuttgart im verangenen Jahr: Nicht immer war das Wetter so gut wie die Laune der Teilnehmer. (Quelle: DigitalDesignTeam/Alexander Schmitt)
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Wer macht bei der CSD-Demonstration in Stuttgart mit?

Insgesamt haben sich 100 Formationen zur CSD-Demonstration in Stuttgart angemeldet. Darunter natürlich die Veranstalter der IG CSD Stuttgart e.V. aber auch eine Pro-Ukrainische Fußgruppe, verschiedene politische Parteien, Kirchenvertreter und weitere Institutionen. Natürlich aber auch viele Interessenvertreter der queeren Community. Eine vollständige Liste der angemeldeten Formationen ist auf der Webseite des Veranstalters zu finden.

Was müssen Formationen bei der Stuttgart Pride beachten?

Jede Formation erhält bei der Sicherheitseinweisung oder am Tag der Stuttgart PRIDE Demonstration vor Ort während der Aufstellung eine eigene Startnummer. Diese ist deutlich sichtbar am Beginn der Formation anzubringen oder mitzuführen (z.B. Zugmaschine/Frontscheibe).

Die Aufstellung erfolgt ab 12.30 Uhr nach der Reihenfolge der Startnummern. Die Aufstellung wird durch einen genauen Zeitplan geregelt, welcher zusammen mit den Zufahrtsmöglichkeiten zum Aufstellungsort bei der Sicherheitseinweisung bekannt gegeben wird. Während der Aufstellung ist nur gemäßigte Musik erlaubt. Auf den regulären Straßenverkehr ist besonders zu achten. Dieser ist nicht zu behindern.

Wie kann ich mich zur Stuttgart Pride anmelden?

Die Anmeldung für Formationen ist bereits seit dem 11. Juli beendet. Interessierte Zuschauer können ohne Anmeldung vorbeikommen und die Veranstaltungen wie auch die Demonstration besuchen oder sich spontan anschließen.

Brauche ich ein Ticket für den Christopher Street Day in Stuttgart?

Ein Ticket ist nicht erforderlich, Interessierte können einfach bei der Veranstaltung oder der Demonstration vorbeischauen. Lediglich für angemeldete Teilnehmer des Demo-Zuges wird eine Gebür fällig, je nachdem, welche Art von Gefährt angemeldet wird. Die Gebühren decken die Kosten für GEMA, CO2-Ausgleich, Funkgeräte, Absperrungen, Sicherheitsdienst, Rettungskräfte, Straßenreinigung und Müllentsorgung – und das laut Veranstalter auch nur teilweise.

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Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Detlef Raasch, Co-Vorstand der IG CSD Stuttgart e.V.
  • stuttgart-pride.de: Webseite der IG CSD Stuttgart e.V.
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