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Corona und die Narren: PrÀzise Regeln und Vertagung

Von dpa
28.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Markus Söder
Markus Söder (CSU), MinisterprÀsident von Bayern. (Quelle: Peter Kneffel/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Wegen der Corona-Pandemie bekommt Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) die "Goldene Narrenschelle" der Vereinigung SchwĂ€bisch-Alemannischer NarrenzĂŒnfte (VSAN) erst im nĂ€chsten Jahr. Das entschied die VSAN nach Angaben vom Freitag in Absprache mit dem Europa-Park in Rust. Die Verleihung soll nun statt ĂŒbernĂ€chste Woche am 8. Februar 2023 stattfinden. Laudator werde der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) sein. Derweil ist das Sozialministerium im Disput um Fastnachtsveranstaltungen in Corona-Zeiten auf die Narren zugegangen.

Die Verleihung der "Narrenschelle" ist einer der Höhepunkte der hiesigen Fastnacht. Söder hĂ€tte eigentlich unter anderem fĂŒr seine schlagfertige, wortgewaltige Sprache ausgezeichnet werden sollen.

Die Bayerische Staatskanzlei und das Staatsministerium Baden-WĂŒrttemberg hĂ€tten die Narren allerdings gebeten, die Vergabe der Narrenschelle zu verlegen, teilte die VSAN in Bad DĂŒrrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) mit. Eine persönliche Teilnahme in diesem Jahr sei nicht möglich. Söder bedauerte die Absage in einem Brief: "Gerade in den letzten beiden Jahren hat sich gezeigt, dass Humor in diesen schwierigen Zeiten wichtiger ist denn je."

Obwohl die Veranstaltung laut VSAN coronakonform hĂ€tte durchgefĂŒhrt werden können, zeigten die Narren großes VerstĂ€ndnis fĂŒr die Entscheidungen aus MĂŒnchen und Stuttgart - "zumal derzeit niemand verlĂ€sslich voraussagen kann, wie sich die Pandemiesituation bis zum 9. Februar 2022 entwickeln wird". Eine virtuelle Vergabe der "Narrenschelle" sei nicht infrage gekommen, hieß es.

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Unterdessen erlĂ€uterte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, die Voraussetzungen, unter denen Fastnachtsveranstaltungen "im Rahmen der bis auf Weiteres geltenden Alarmstufe I" durchgefĂŒhrt werden können. Zum Beispiel gelte sowohl im Freien als auch in InnenrĂ€umen eine FFP2-Maskenpflicht auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz. Ausnahmen seien Essen, Trinken, wenn man wĂ€hrend eines Auftritts singt oder Blasmusik spielt sowie beim Tragen einer "weitgehend luftdichten Larve", also einer traditionellen Fastnachtsmaske.

Ferner dĂŒrften in geschlossenen RĂ€umen konzert- oder theaterĂ€hnliche Veranstaltungen mit höchstens 50 Prozent der zugelassenen KapazitĂ€t durchgefĂŒhrt werden. Die Obergrenze liege unter Einhaltung der 2G-Regeln bei 1500 Besuchern und Besucherinnen. Bringen Genesene und Geimpfte einen aktuellen Test mit (2G plus), seien bis zu 3000 Menschen erlaubt, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Freien betragen die Obergrenzen entsprechend der Corona-Regeln fĂŒr Stadt- und Volksfeste 3000 (2G) beziehungsweise 6000 (2G plus) Menschen. Voraussetzung seien feste, abgegrenzte Bereiche mit umfassenden Zugangskontrollen.

VSAN-PrĂ€sident Roland Wehrle hatte sich ĂŒber die Aussage von Kretschmann echauffiert, dass FastnachtsumzĂŒge dieses Jahr wegen der Pandemie nicht stattfinden könnten. Das sei zu pauschal. Nun sagte er versöhnlich: "So können wir weiterplanen." Die Vorgaben halte er fĂŒr praktikabel. "Es geht ja nicht darum, ganze Dörfer abzusperren." Was umsetzbar ist, mĂŒssten die Fastnachtsvereine vor Ort ĂŒberprĂŒfen.

"ClubĂ€hnliche" Veranstaltungen, bei denen Besucher singen, tanzen und sich unkontrolliert durchmischen, sind dem Schreiben zufolge ebenso untersagt wie FastnachtsumzĂŒge. Die meisten grĂ¶ĂŸeren Veranstaltungen sind ohnehin schon lĂ€nger absagt. Wehrle hatte aber betont, es gebe auch Orte, in denen nur wenige Hundert Teilnehmer kĂ€men. Wie Lahl schreibt, sind seine Angaben unter Vorbehalt etwaiger Anpassungen der Corona-Verordnung infolge neuer VerlĂ€ufe der Pandemie.

Die nĂ€rrischen Tage vom "Schmotzigen Dunschtig" ĂŒber Rosenmontag bis Aschermittwoch fallen dieses Jahr auf Ende Februar, Anfang MĂ€rz.

Die 1924 gegrĂŒndete VSAN ist eine der Ă€ltesten Narrenvereinigungen Deutschlands. In ihr sind 68 NarrenzĂŒnfte aus den Regierungsbezirken Freiburg, TĂŒbingen und Stuttgart, dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und fĂŒnf Kantonen in der Schweiz zusammengeschlossen.

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