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CD-Kritik: Sven van Thom "So geht gute Laune"

CD-Kritik: Sven van Thom "So geht gute Laune"  

Das F-Wort und viel Melancholie

17.08.2015, 13:09 Uhr | sr, t-online.de

CD-Kritik: Sven van Thom "So geht gute Laune". Mürrischer Brillenträger: der Berliner Sänger Sven van Thom. (Quelle: Revolver Promotion)

Mürrischer Brillenträger: der Berliner Sänger Sven van Thom. (Quelle: Revolver Promotion)

Wer sich noch an den Bundesvision Song Contest 2009 erinnern kann, hat Sven van Thom vor allem unter der Rubrik "albern" abgespeichert. Mit seinem Song "Jaqueline (Ich hab Berlin gekauft)" landete er bei Stefan Raab seinerzeit auf Platz 9. Noch länger zurück liegt sein Achtungserfolg mit der Band Sofaplanet und dem Song "Liebficken". Aber seitdem war van Thom sehr fleißig und so gibt es mit "So geht gute Laune" das inzwischen dritte Album des Songwriters.

Und man erkennt den albernen Sven zwar an einigen Stellen wieder, aber das neue Album hat deutlich mehr Facetten: mal lustig, mal traurig - und manchmal sogar beides gleichzeitig. "Ein Album für Menschen, die Spaß an Widersprüchen haben und Melancholie genauso zu schätzen wissen wie herzhafte Albernheiten", wie es der Pressetext ausdrückt.

Der Titelsong "So geht gute Laune" führt genüsslich in die Irre: "Leute schunkeln, aber nur jeder zweite. Alle klatschen, aber jeder für sich" - nein, die überdrehte "Musikantenstadl"-Fröhlichkeit muss draußen bleiben. Zum Glück.

Selbstironie mit dem F-Wort

Für das ebenfalls sehr melancholische "Wenn keiner auf dich wartet" hat sich Sven van Thom mit Laing-Sängerin Larissa Pesch prominente Unterstützung geholt, den Rest des Albums bestreitet er alleine. Highlights: das traurige wie wortgewandte "Gut für gar nichts" und die ironische Single "Nicht schon wieder Sommer", die nach den vielen Hitze-Wochen sicherlich viele Anhänger finden wird.

Seine eigene Vergangenheit nimmt Sven van Thom schließlich auch noch aufs Korn. Um die Jahrtausendwende hatte er mit der Band Sofaplanet einen Hit mit dem anstößigen Titel "Liebficken" - darüber macht er sich nun auf "Ich hab mich nicht getraut" lustig. Kurz darauf schmeißt er auf "Dröge Jugend" dann aber schon wieder mit dem F-Wort um sich.

Und am Ende kommt doch wieder der alberne Sven zum Vorschein, wie man ihn vom BuViSoCo in Erinnerung hat. "Die neuen Nachbarn" ist herrlich überdreht und wischt die Melancholie, die sich zuvor auf "So geht gute Laune" breitgemacht hat, mit einem Schlag wieder weg.

"So geht gute Laune" von Sven van Thom ist am 21. August 2015 erschienen. Und weil er noch so viel mehr Material in der Schublade hatte, ist außerdem ein "Album vor dem Album" erschienen, das man bei Bandcamp runterladen kann.

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