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Musik - Lary: Zwischen Melancholie und Leidenschaft

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Musik  

Lary: Zwischen Melancholie und Leidenschaft

20.07.2018, 06:04 Uhr | dpa

Musik - Lary: Zwischen Melancholie und Leidenschaft. Zwischen Mond und Metropole: Lary.

Zwischen Mond und Metropole: Lary. Foto: Universal Music. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Ekstase und Wehmut liegen nah beieinander auf Larys neuer Platte "hart fragil". Auf ihrem zweiten Studioalbum reflektiert die Solokünstlerin die Widersprüche des Alltags - und begegnet dabei immer wieder ihrer inneren Zerrissenheit.

"Ich neige zu Extremen. Nichts ist nur eine Sache, nichts ist eindimensional", sagt sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits in ihrem Opener "Das neue Schwarz" macht die 32-Jährige klar, dass sie die verschiedenen Facetten der Liebe zwar nicht begreifen, aber gut abbilden kann. Im zugehörigen Musikvideo windet sich Lary durch die schummrige Szenerie einer verrauchten Eckkneipe; beginnt mit zart-brüchiger Stimme, um im Refrain bei ausbrechendem Gesang Tische fliegen und Gläser zerklirren zu lassen. Lary steht dabei zwischen Melancholie und Leidenschaft - und spannt diesen Bogen über alle zwölf Titel des Albums.

Immer wieder im Blick: die Großstadt zwischen Magie und Tristesse. Erst zog es die gebürtige Gelsenkirchenerin nach New York, vor gut sieben Jahren landete sie in Berlin. "Es ist zwar eine echt laute Stadt", sagt Lary, die mit bürgerlichem Namen Larissa Sirah Herden heißt. "Aber mein Leben ist ja auch irgendwie total laut." Sie zelebriert das aufgeregte, immerbunte Beben der Metropole - und will dem urbanen Kosmos dennoch oft entfliehen. So zieht sie sich in ihrer nachdenklich-poppigen Vorabsingle "Mond" auf ebenjenen Planeten zurück, in "Medizin" sucht sie im Nachtleben Zuflucht vom Alltag.

"In diesen kranken Zeiten brauchen wir immer mehr, um den Kopf über Wasser zu halten", erzählt Lary. "Wir feiern viel, trinken viel, rauchen viel und gucken ständig auf unser Telefon, um uns abzulenken." Es sei sehr schwer geworden, sich zwischen all den Möglichkeiten zu entscheiden. Mittlerweile habe sie gelernt, dass nur ehrliche Vielfalt authentisch ist. So feuert sie in Eckkneipen das Team von Schalke 04 an - und geht danach im Cocktailkleid aus. Sie setzt sich für den Feminismus ein, regt sich aber darüber auf, dass das Thema in Marketing und PR instrumentalisiert werde.

Seit ihrem Debütalbum "Futuredeutschewelle" aus dem Jahr 2014 ist viel Zeit vergangen. Zeit, die sie gebraucht habe, bis ihre zweite CD fertig war. "Manche Geschichten musste ich erst zu Ende leben, um sie erzählen zu können." Nun singt sie in "Sand" von innigen Urlaubsavancen, in "Zerbrechlich" von tiefgreifender, schier überfordernder Liebe. Mal wirkt sie euphorisch verliebt, um sich an anderen Stellen dem Pathos auszuliefern und von der "100 Leben lang" währenden Liebe zu singen, die sie bisweilen "in die Knie" zwingt.

So verletzlich sich Lary in ihren Liedern gibt, so schwer scheint es ihr zu fallen, jenseits der eigenen Musik Schwäche zu zeigen. "Meine Songtexte schreibe ich ja auch allein", erklärt sie und schmunzelt dabei. "Ich mache viele Dinge mit mir selbst aus. Und in der Musik kann ich all das verarbeiten."

So liegt eine melancholisch-düstere Atmosphäre über ihrer Platte, die in "Hey Fremder" ihren virtuosen Höhepunkt erreicht. Musikalisch inspiriert worden sei sie unter anderem von Nick Cave, Suicide oder auch Hildegard Knef - eine Vielfalt, die sie auf "hart fragil" erlebbar macht. Ihre Stimme changiert zwischen leidenschaftlicher Kraft und souligem Groove, wird von Synthesizern und R&B-Rhythmen unterstützt oder bettet sich in Beats und 60er-Jahre Gitarrenriffs ein.

So liefert Lary mit "hart fragil" eine authentische Antwort auf den oft eindimensionalen Deutschpop in den Charts. Sie hat ein Album geschrieben für Teilzeit-Melancholiker und Unentschlossene - den idealen Soundtrack für den bald beginnenden Herbst.

Konzerttermine: 06.11. Stuttgart; 07.11. München; 08.11. Köln; 11.11. Hamburg; 12.11 Berlin

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