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Udo Dirkschneider: Unverw├╝stlich in der Stahlfabrik

Von dpa
Aktualisiert am 06.09.2018Lesedauer: 3 Min.
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U.D.O. arbeiten sich in der "Steelfactory" ab. Foto: Aleksander Grigorev. (Quelle: /dpa)
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Berlin (dpa) - Seit 40 Jahren steht der unverw├╝stliche Udo Dirkschneider f├╝r traditionellen Heavy Metal der Marke made in Germany. Zuletzt widmete er sich seiner ├╝beraus erfolgreichen Dirkschneider-Tour, auf der er ausschlie├člich alte Accept-Klassiker spielte.

Kaum ist dieses Kapitel beendet, liegt schon das 16. Studio-Album seiner Hauptband U.D.O. in den Ladenregalen. "Steelfactory" f├Ąngt den Spirit der alte Accept perfekt ein. "Wenn du in dem Modus bist und fast 300 Shows mit Accept-Songs spielst, f├Ąrbt das auf das Komponieren ab", erz├Ąhlt das Szene-Original im Gespr├Ąch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Verschnaufpausen gibt es bei Udo nur selten. Mit seinen 66 Jahren f├Ąngt bei ihm das Leben zwar nicht erst richtig an, ein Ende ist aber bei weitem nicht in Sicht. Daf├╝r ist der geb├╝rtige Wuppertaler viel zu gut in Form. Innerhalb von zwei Wochen hat seine Band das neue Langeisen eingespielt. Sich neu erfinden wird Dirkschneider nicht mehr. Das braucht er auch nicht. Er liefert den Fans konstant das, was sie von ihm erwarten: Bodenst├Ąndigen, schn├Ârkellosen Oldschool-Metal garniert mit seiner charismatischen Reibeisen-Stimme.

"Ich k├Ânnte auch mit einem Blues-Album kommen, das kl├Ąnge bestimmt interessant. Das wollen die Fans aber nicht h├Âren. Ich habe ein Image, und die Leute erwarten gewisse Dinge von mir", macht er deutlich.

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Sein Image sind die raspelkurzen Haare und der Tarnanzug. Den tr├Ągt er schon seit den fr├╝hen 80er Jahren. Damals schwatzte ihm die Accept-Managerin Gabi Hoffmann das gute St├╝ck auf, weil sie wollte, dass sich die Band aus der Masse abhebt. "Wir sind damals in einen Milit├Ąrladen in Hamburg gegangen. Sie meinte dann zu mir, probier das doch mal an. Ich fand das eigentlich nicht so toll", erinnert er sich: "Heute ist das Fashion, doch damals bist du mit diesen Tarnklamotten in der rechte Ecke verortet worden."

Damals sorgten Dirkschneider und seine Band als Exportschlager der Klingenstadt Solingen weltweit f├╝r Furore. Accept spielten auf Festivals vor 100.000 Leuten und bereitete mit ihrem f├╝r damalige Verh├Ąltnisse knallharten Sound den Weg f├╝r sp├Ątere Megaseller wie Metallica. "Als ich Accept gegr├╝ndet habe, war mein Motto: Ich will die h├Ąrteste und lauteste Band in Deutschland sein. Das hat dann auch geklappt. So wie die Scorpions wollten wir nicht klingen", erz├Ąhlt Dirkschneider.

├ähnliche internationale Erfolge wie die der Scorpions schwebte allerdings dem Management und der Plattenfirma vor. Die Band sollte sich am amerikanische Markt orientieren und radiotauglicher werden. Dazu passte angeblich Dirkschneiders Stimme nicht. So kam es vor 31 Jahren zur Trennung. Dirkschneider nennt es Rauswurf. Die Geschichte von damals nagt immer noch an ihm. Die Umst├Ąnde waren schmerzhaft. "Accept sind mein Baby gewesen. Dann aus der eigenen Band geschmissen zu werden, ist eine harte Nummer. Da sind Sachen gelaufen, die waren unter der G├╝rtellinie", sagt er.

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Dirkschneider hat U.D.O. gegr├╝ndet und seinen Stil weiter konsequent durchgezogen. Er hat die 90er Jahre, als Grunge den Heavy Metal ins Abseits gedr├Ąngt hat, einigerma├čen schadlos ├╝berstanden. Er ist mit sich und seinem Umfeld zufrieden. Das wilde Partyleben sei nat├╝rlich vorbei. Vor 15 Jahren hat er das Rauchen aufgegeben. "Alles Kopfsache", sagt er: "Ich hatte fr├╝her zu meinen Anf├Ąngen auch ein ziemliches Alkoholproblem, das ich habe ich dann aber auch ablegen k├Ânnen."

Seit zehn Jahren lebt er auf Ibiza. Dort ist sein R├╝ckzugsort vom Heavy Metal, dort l├Ąsst er es ruhiger angehen. "Wenn ich von einer Tour nach Hause komme, muss ich jetzt nicht unbedingt Mot├Ârhead auflegen. Ich sitze dann ganz gerne bei einem Glas Wein an der Strandbar und h├Âre Chillout-Musik wie Caf├ę del Mar", verdeutlicht er. Auch Rasenm├Ąhen oder im Supermarkt einkaufen gehen, geh├Âren zu seinen allt├Ąglichen Besch├Ąftigungen abseits der B├╝hne.

Neuland betritt Dirkschneider nun mit einer im September gestarteten TV-Kochshow, die auf DMAX ausgestrahlt wird. Die Rock-Legende l├Ądt hierzu Leute aus dem Rock'n'Roll-Business ein. Seine G├Ąste sollen ihr Lieblings-Rezept mit bringen, das von einem Profikoch zubereitet wird. In lockerer Atmosph├Ąre plaudert der gute Udo mit den Musiker und versucht ihnen dabei, das eine oder andere Backstage-Geheimnis zu entlocken.

Essen auf Tour ist zum Beispiel ein Thema. "Was da einem manchmal als Catering vorgesetzt wird, ist eine Unversch├Ąmtheit", wei├č er aus eigener leidvoller Erfahrung zu berichten. Weitaus besser schmeckte ihm eine "superscharfe" Currywurst mit dem Namen "Tongue Reaper", die er in einem Wilhelmshavener Restaurant gegessen hat. Die Bezeichnung gefiel ihm so gut, dass ein gleichnamiger Titel auf dem neuen Album vertreten ist.

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