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Stilvielfalt - Der Soul-Sound des Sommers: Onejiru und Seratones

Stilvielfalt  

Der Soul-Sound des Sommers: Onejiru und Seratones

01.09.2019, 06:03 Uhr | dpa

Stilvielfalt - Der Soul-Sound des Sommers: Onejiru und Seratones. Verschiedene Welten: Onejiru.

Verschiedene Welten: Onejiru. Foto: Matthias Arfmann. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - In Kenias Hauptstadt Nairobi geboren, mitten im Ruhrgebiet aufgewachsen, seit vielen Jahren in Hamburg zuhause - ONEJIRU ist nicht der hierzulande übliche Popstar, und schon gar keiner aus der Casting-Retorte.

Sie bezeichnet sich selbstbewusst als "Musikerin, Gründerin & Aktivistin" und verweist auf die langjährige Mitarbeit im Künstlerkollektiv Turtle Bay Country Club des Hamburger Musikproduzenten Matthias Arfmann. Neben ihrer Karriere als Sängerin engagiert sich Onejiru im Beirat der "Viva con Agua Stiftung" und in dem von ihr mitgegründeten afrodeutschen Künstlerinnen-Kollektiv "Sisters".

Die Musik der jungen Frau auf "Higher Than High" (Z-Music/Broken Silence) überzeugt nun ebenso wie ihr gesellschaftspolitisches Profil. Flirrende Afrobeat-Rhythmen und -Gitarren, stramme Bläser und Onejirus soulige Vocals prägen das Album. Die Soundpalette ist breit: Worldmusic ("Soulfood", "Zouk"), Pop ("I Need A Break", "Balance"), Karibisches ("Story Of My Life"), Reggae ("No Place To Hide"), Balladen ("Raindrops") und sogar punkiger Rock ("Shake Some Action", die Coverversion eines Songs der Flamin’ Groovies von 1976.

"Es ist diese Mischung verschiedener Welten, die mich ausmacht", sagt Onejiru. Platten von Paul "Graceland" Simon, Nina Simone und Angelique Kidjo könnten den Reverenzrahmen der Songs bilden, die Band um den Multi-Instrumentalisten Arfmannn füllt ihn brillant aus. Doch der wahre Star der Show ist Onejiru.

In "Story Of My Life" erzählt sie - na klar - die Geschichte ihres Lebens zwischen Afrika und Europa. Aus diesen Gegensätzen entsteht ein wunderbar rundes Album mit politischen Untertönen bei sommerlichem Klangbild."Musik ist für mich ein Kommunikationsmedium", sagt die Sängerin und studierte Geografin. "In einem Drei-Minuten-Popsong will ich meine Botschaft rüberbringen."

Auch auf "Power" (New West/Pias/Rough Trade), dem zweiten Album der 2013 gegründeten Soul-Rock-Band SERATONES aus dem US-Bundesstaat Louisiana, werden soziale und politische Turbulenzen verhandelt: Themen wie Gender oder Gerechtigkeit. Stilistisch spielen auf dieser Platte - neben viel klassischem Soul - Ausflüge in (Fifties-)Pop (im Opener "Fear" oder in "Lie To My Face"), Gitarrenrock ("Gotta Get To Know Ya") und Punkpop à la Blondie ("Heart Attack") eine Rolle.

"Soulful grease and punky grit", so brachte es das Internet-Indiemusik-Magazin "Pitchfork" auf den Punkt. Spektakulär ist vor allem die Stimme von Frontfrau AJ Haynes, die aus dem teilweise nostalgisch anmutenden Sound der Seratones etwas Besonderes macht.

Unendlich variabel, warm, beseelt - diese Frau könnte wohl auch das Telefonbuch von Louisianas Metropole New Orleans heruntersingen, und niemand würde dagegen aufmucken, so großartig klänge selbst das. Ohne die Verdienste ihrer feinen Band zu schmälern - "Power" lebt von der suchterzeugenden Kraft der Seratones-Stimme Haynes. Spätestens nach der intensiven Ballade "Crossfire" am Schluss will man mehr von dem Stoff.

Onejiru live: 21.09. Hamburg - Reeperbahn Festival

Seratones live: 23.11. Hamburg - Molotow, 25.11. Berlin - Maze, 26.11. Köln - Helios 37, 3.12. Zürich - Mascotte

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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