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Pur-Sänger Hartmut Engler ganz ehrlich: Kein großer Fan der eigenen Hits


"Ich war nie ein großer Fan davon"

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 17.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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Hartmut Engler: Der Sänger ist seit 1976 in der Band, die sich 1985 in Pur umbenannte.
Hartmut Engler: Der Sänger ist seit 1976 in der Band, die seit 1985 Pur heißt. (Quelle: IMAGO/Markus Koeller)
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Schreibblockade, Corona-Pandemie, Wut auf Verschwörungstheoretiker. Es liegen harte Monate hinter Hartmut Engler von Pur, wie er t-online im Interview gesteht.

Zum "Pur Party Mix" haben Sie bestimmt mal geschunkelt und dann tagelang "Leeeena, du hast es oft nicht leicht" oder "Hör gut zu, du bist mein Glück" gesummt. Vielleicht steht in ihrem Regal sogar eines von über zwei Millionen verkauften "Abenteuerland"-Alben.

Pur war und ist erfolgreich. Dennoch hatte es Sänger Hartmut Engler schwer. Der 60-Jährige war lange antriebslos. Während seine Kollegen fleißig Songs für das neue Album "Persönlich" schrieben, blieb das Textblatt von Engler leer. Erstaunlich, denn eigentlich brodelte es in dem Frontmann: wegen der Pandemie und Corona-Leugnern. Irgendwann löste sich der Knoten, Engler konnte wieder komponieren. In den neuen Songs verarbeitet er vieles, was er in den letzten Jahren erlebt hat.

Der Musiker ist spürbar stolz auf die neue LP. Beim Gespräch über "Persönlich" ist er sogar so gut gelaunt, dass eine höflich gemeinte Frage nach seinem Befinden prompt zum Intervieweinstieg wird. Zum Glück hat der t-online-Reporter noch rechtzeitig auf "Record" gedrückt, um festzuhalten, was Engler antwortet:

t-online: Geht es Ihnen gut?

Hartmut Engler: Seit unserem Schalke-Konzert schon. Vorher herrschte natürlich viel Stress und Unsicherheit, aber in den letzten Wochen habe ich sehr viele schöne Dinge erlebt. Privat und gesundheitlich geht's mir auch gut. Das ist nicht zu vernachlässigen.

Vor einer Veröffentlichung sind Sie doch bestimmt nicht mehr so aufgeregt, oder?

Das ist tatsächlich von Album zu Album unterschiedlich. Manchmal hat man Bauchschmerzen, weil man vorab nicht einschätzen kann, wie gut die Platte bei den Fans ankommen wird.

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Haben Sie jetzt Bauchschmerzen?

Nein, dieses Mal ist die Vorfreude auf das Album wirklich sehr groß. Die Single "Voll sein" zeigt schon, in welche Richtung der Sound der Platte geht. Das Publikum bei unserem Konzert auf Schalke hat den Song schon vor der Veröffentlichung extrem gefeiert. Bei unserem neuen Album "Persönlich" denke ich, dass die Fans happy sein werden.

Wann hatten Sie das letzte Mal Bauchschmerzen vor einem Release?

Ich kann das ziemlich genau sagen. Das war Anfang der 2000er Jahre.

Das ist schon etwas her. Was war damals los?

Uns war nicht genau klar, ob wir uns auf dem Niveau halten können. Wir haben damals das Album "Was ist passiert?" veröffentlicht. Da hatte ich aus vielen Gründen Bauchweh. Damals ging es mir persönlich nicht gut. Ich hatte eine Trennung hinter mir. 2003 und 2006, das waren die beiden Alben aus dieser Zeit, die eine etwas vorsichtigere Grundstimmung hatten.

Sie klangen vorhin, als Sie über das Schalke-Konzert und Ihre Single gesprochen haben, sehr positiv. Dabei litten Sie zunächst unter einer Schreibblockade.

Ich habe eine Zeit lang keine Geschichten mehr gesehen. Ich war während der Pandemie nur daheim und alleine. Das Leben hat sich nur noch in den eigenen vier Wänden abgespielt. Die Jungs haben mir dann irgendwann etwa 80 Songideen geschickt, und das zwang mich zu arbeiten. Ich habe damals großen Druck verspürt und habe es zunächst nicht geschafft, etwas Gutes aufzuschreiben.

Das stelle ich mir sehr frustrierend vor.

War es auch. Ich habe der Band während der Pandemie immer neue Entschuldigungen geliefert. "Das Leben ist so schwer", "Wir haben keine Zukunftsaussichten" oder "Wann werden wir denn wieder normal als Musiker arbeiten können?"

Wie kamen Sie da heraus?

Ich habe mich einfach hingesetzt. Irgendwann habe ich etwas geschrieben, was mir gefallen hat.

Hatten Sie so eine Schreibblockade schon einmal?

Ja, lustigerweise war das bei "Abenteuerland", unserem erfolgreichsten Album, auch so. Wir hatten damals mit dem Live-Album den großen Durchbruch geschafft, das war 1992. 1993 kam der "Seiltänzertraum" wie über Nacht über uns, das war eine fantastisch verkaufte Platte. Doch dann stellte sich die Frage, was als Nächstes kommen soll. Was folgt nach solchen Erfolgen? Später kam dann das "Abenteuerland". Aber der Weg dahin war auch von einer Schreibblockade geprägt. Ich wusste nicht, wo ich weitermachen sollte, um da einen draufzusetzen. Am Ende ging es gut, "Abenteuerland" wurde zu unserem großen Wurf und ich bin umso stolzer darauf. Bei "Persönlich" geht es mir wegen der überwundenen Schreibblockade sehr ähnlich.

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Dabei hat sich nach fast 30 Jahren Gitarrist Martin Ansel von Pur getrennt. Wie kam es zu dem Split?

An dem Album hat Martin noch konsequent mitgearbeitet, zwei Songs auf "Persönlich" stammen von ihm. Es gibt kein böses Blut zwischen uns. Ich denke, seine Entscheidung wurde durch die Pandemie beeinflusst. Jeder hatte damals viel Zeit, um über sein Leben nachzudenken. Martin hat wohl gemerkt, dass das Bandleben ihn nicht mehr ausfüllt. Sein Abgang war überraschend, aus seiner Warte jedoch konsequent.

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Stichwort "Pandemie". Im neuen Song "Verschwörer" arbeiten Sie sich an Corona-Leugnern ab. Während der Pandemie haben Sie die Menschen ermutigt, sich impfen zu lassen.

Die meisten Meinungen waren verhärtet. Ich habe mir oft die Frage gestellt, wo fängt das bei diesen Menschen an? Haben sie einfach im Internet irgendwas gelesen und sagen dann wiederum zu anderen "Lügenpresse", die sauber recherchieren, den Beruf gelernt haben und ihre Fakten belegen können? Das ging einfach nicht in meinen Kopf rein.

Glauben Sie, dass Sie mit Ihren Appellen Impfgegner umstimmen konnten?

Es war mir ein inneres Bedürfnis, meine Stimme zu erheben. Ich weiß nicht, ob ich damit jemanden erreicht habe. Aber selbst wenn ich nur die Menschen, die genauso denken, bestätigt habe, ist das vollkommen in Ordnung.

Wenn der durchschnittliche Bundesbürger an Pur denkt, kommen ihm sicher die Songs "Abenteuerland" und "Lena" in den Kopf. Ein anderer Gassenhauer ist der "Pur Party Mix". Können Sie den eigentlich noch hören?

Ich war nie ein großer Fan davon, muss ich sagen (lacht).

Nicht?

Nee, die Idee hatte mir damals nicht gefallen. Ich bin aber froh, dass mich die Jungs am Ende doch noch umgestimmt haben. Das bringt uns ganz viel Partypublikum, auch viele junge Leute. Ich höre diesen Song meistens, wenn Menschen auf Partys kleine Videos drehen und mir schicken. Meist sind sie relativ angesäuselt und die Nachricht geht um 2.44 Uhr morgens raus (lacht).

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Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit Hartmut Engler
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