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Zwanie Jonson: Mit Liebe zum Deatil und der Sonne im Herzen

Liebe zum Detail  

Zwanie Jonson singt mit Sonne im Herzen

15.08.2017, 09:47 Uhr | dpa

Zwanie Jonson: Mit Liebe zum Deatil und der Sonne im Herzen. Cooler Typ: Zwanie Jonson.

Cooler Typ: Zwanie Jonson. Foto: Martin Morris. (Quelle: dpa)

Es erinnert ein wenig an die Beach Boys der mittleren 60er, was Zwanie Jonson immer mal wieder macht: Die Sonne herein lassen, das Leben genießen - und positive Lebensgefühle in ein Dutzend schöne Popsongs umsetzen.

Genauer gesagt sind es elf Lieder auf "Eleven Songs For A Girl" (Staatsakt/Caroline), dem dritten Soloalbum des Hamburgers - einer vom Cover-Artwork bis zum letzten Song "A Part Of It" perfekten Sommerplatte für bessere Sommer. Laut Personalausweis heißt der Mann Christoph Kähler, in der deutschen Popgemeinde ist er aber nur als Zwanie Jonson bekannt. Dort hat er in über 30 Jahren als Live-Drummer unter anderem für Die Fantastischen Vier, Wolf Maahn und Fettes Brot viele Spuren hinterlassen.

Der Hamburger DJ Koze war es der Legende nach, der sich vor zehn Jahren in Jonsons Lieder verliebte und eigens dafür das Label Hoobert gründete. Ergebnis: das Solo-Debüt "It's Zwanietime". 2011 folgte der Zweitling mit dem noch offensiveren, vielsagenden Titel "I'm A Sunshine". Und nun also seine Songs für ein Mädchen - elf in zauberhafte Töne und romantische Texte gegossene Liebeserklärungen, oft den besten Liedern des Schweden Jens Lekman nicht unähnlich.

Perfekt und durchaus üppig produziert, ist das Album dennoch fast eine One-Man-Show (was man aber nie hört). Etwas Kumpel-Hilfe an Gitarre (Lars Precht), Bass (Philip Morton Andernach) und Klarinette (Jonathan Wolters im hübschen "Be My Girl Tonight") - das war's, der Rest ist von Zwanie Jonson. Angeblich spielte er 27 Instrumente.

Mix aus verschiedenen Stilrichtungen

Stilistisch flaniert er - manchmal sanft ironisch, aber nie zu sehr - von Westcoast-, Sunshine- und Yacht-Pop ("Heavy Sea", "Bright Light") über smarten Disco-Funk ("Disco Blue"), Northern-Soul ("Homer Wells") bis zu Britpop-Balladen ("Easy Alone"). Nur in "No Reply To Love" wird es etwas zu schlagerhaft, und ein ganz großer Sänger ist der Drummer Jonson - ganz Ringo-Starr-mäßig - auch nicht.

Macht aber gar nichts: Das ganze Album wurde mit so viel Liebe zum Detail und Hingabe eingespielt und eingesungen, dass man nur auf weitere Solo-Zeitfenster für den vielbeschäftigten Musiker hoffen kann. Zwanie Jonson wird als Retter eines miesen Sommers sicher noch öfter gebraucht.

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