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Sasha im Interview: "Das ist der einzige Fehler in meiner Karriere"

INTERVIEWPopsänger Sasha  

"Das ist der einzige Fehler in meiner Karriere"

Von Imke Gerriets

08.08.2018, 12:55 Uhr
Sasha im Interview: "Das ist der einzige Fehler in meiner Karriere". Sänger Sasha: Der 46-Jährige feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. (Quelle: imago/Horst Galuschka)

Sänger Sasha: Der 46-Jährige feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. (Quelle: Horst Galuschka/imago)

Sasha wird Vater und feiert 20 Jahre auf der Bühne. Pünktlich dazu gibt es sein erstes deutsches Album. Mit t-online.de spricht er über Familie, Schlager und seinen größten Fehler.

Musiker Sasha steht vor vielen Veränderungen: Die Fertigstellung des Eigenheims, der Geburtstermin seines ersten Kindes rückt immer näher und jetzt singt er auch noch auf Deutsch. Ein Interview über das Premierenjahr, die Liebe zu seiner Frau Julia und Sarah Connor als Inspirationsquelle.

t.-online.de: Sasha, 20-jähriges Bühnenjubiläum – wenn Sie zurückdenken, gibt es etwas, das Sie bereuen?

Sasha: Mit Sicherheit war nicht alles hundert Prozent richtig im Nachhinein. Ich hätte viel eher eigene Lieder schreiben müssen, dann hätte ich schon früher was anderes machen können. Aber auf der anderen Seite waren meine Songs dafür zuständig, dass ich erfolgreich geworden bin und Musik machen konnte. Das sind alles Zeichen der Zeit. In den 90er-Jahren war ich ein Solokünstler, in einer Zeit, wo es das gar nicht gab. Ich kann mich so glücklich schätzen, dass das passiert ist, denn eigentlich gab es nur Boybands und alle Solokünstler waren zuvor bei Boygroups. Ich hatte einen sehr schlechten Stand (lacht).

Was hätten Sie anders machen sollen?

Am Anfang habe ich mich ein bisschen zurückgehalten. Ich kam aus einer Grunge-Band und bin in das Pop-Genre reingefallen und musste mich erst mal mit dem Stil vertraut machen und mich einfinden. Zum Glück bin ich sehr vielfältig aufgestellt. Der einzige Fehler in meiner Karriere ist, dass ich mich schon viel früher hätte trauen sollen, selber mehr zu schreiben, weil ich dann mehr Spaß gehabt hätte.

Was hat sich im Laufe Ihrer Karriere verändert?

Da hat sich natürlich eine Menge getan. Man möchte das ja eigentlich immer gar nicht, denn dann hört man sich nach einem alten Sack an. Ich werde auf den Spruch verzichten, dass früher alles besser war, aber es hat sich schon viel verändert. Die gesamte Art, wie Musik wahrgenommen, gehört und gemacht wird. Es ist alles sehr viel mehr elektronischer geworden und es wird auch wieder viel analog aufgenommen. Durch diese Entwicklung wird die Musik auch sehr bereichert.

Sie haben acht Alben veröffentlicht, viele Musikrichtungen ausprobiert, mit der deutschen Rapperin Young Deenay zusammengearbeitet und die Band Dick Brave and the Backbeats gegründet. Mit wem wollten Sie schon immer mal musikalisch zusammenarbeiten? Vielleicht auch wieder mit einem Rapkünstler?

Mit einem Rapkünstler war eine Zusammenarbeit tatsächlich im Gespräch. Ich möchte die Leute kennen oder zumindest kennenlernen. Die nächste Frage ist, wer in die engere Auswahl kommt. Mit Nico Suave habe ich zum Beispiel ein Feature gemacht. Mit Sido habe ich auch lange zusammengesessen. Das passte vom Unterhaltungslevel und von den persönlichen Wünschen, aber es hat dann doch nicht geklappt.

Sänger Dick Brave: Sascha Schmitz mit seiner Band Dick Brave and the Backbeats bei einem Auftritt 2004.  (Quelle: imago/MAVERICKS)Sänger Dick Brave: Sascha Schmitz mit seiner Band Dick Brave and the Backbeats bei einem Auftritt 2004. (Quelle: MAVERICKS/imago)

2015 hat Sarah Connor das Album "Muttersprache" veröffentlicht. Gab es dort eine Inspiration?

Bei "Sing meinen Song" war es das erste Mal, dass es bei mir Klick gemacht hat. Dieses Erlebnis war ein erleuchtender Punkt. Ich habe gemerkt, dass ich gar nicht mehr so weit weg bin, deutsche Songs auch für mich zu machen. Meine Frau hat gesagt, 'du singst doch super auf Deutsch' und dann kam Gregor Meyle und war auch davon überzeugt, dass ich super auf Deutsch klinge und meinte, dass ich unbedingt ein deutsches Album machen muss. Die Saat war dann natürlich gesät.

Dann haben Sie sich doch davon überzeugt.

Zu dem Zeitpunkt war ich noch mitten in der Produktion von einem englischen Album. Erst sollte es ein Dick-Brave-Album werden, dann kam doch ein Sasha-Album heraus. Ich musste mich mit diesem Gedanken anfreunden. Mit Sicherheit hat auch der Erfolg – aber nicht der kommerzielle –, dass Sarah Connor es geschafft hat, ein so schönes Album auf Deutsch hinzukriegen, mich darin bestärkt, den Weg auch zu gehen.

Das Album heißt "Schlüsselkind". Was bedeutet das für Sie?

Wenn meine Mutter Arbeit hatte, dann waren mein Bruder Norman und ich in den frühen Jahren bei meiner Oma oder auch allein, je nachdem wie meine Mutter beschäftigt war. Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen und mein Vater hat nicht zu Hause auf uns gewartet. Den Begriff 'Schlüsselkind' kennen viele gar nicht. Es gibt traurige Momente, wenn man allein nach Hause kommt und niemand da ist. Der Schlüssel hing sinnbildlich um den Hals in einem Brustbeutel und den hatte man fest an sich. Es ist auch nicht das Schlimmste der Welt, aber es ist blöd, wenn du eine gute Zensur geschrieben hast, das mitteilen willst und du bis abends warten musst, dass jemand kommt. Gerade Kinder sind ungeduldig. 

Sie haben auch eine emotionale Bindung zu dem Symbolbild.

Schlüsselkind ist ein Bild dafür, dass ich früh angefangen habe, selbstständig zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe früh gelernt, mit Armut und wenig Geld umzugehen. Ich wusste schnell, dass ich arbeiten muss, um mir etwas leisten zu können. Das sind alles Dinge, die ich aus der Zeit mitgenommen habe. Ich habe schon recht früh funktioniert. Mir hat das extrem viel gebracht und ich hatte wenig Angst. Bis heute gehöre ich eher zu den Kreativen und habe immer noch zwei linke Hände.

Beim neuen Album gibt es jedoch Unterschiede zu Ihrer früheren Musik.

Das ist ja auch eine ganz andere Akzeptanz, wenn jetzt Popsänger auf Deutsch singen und wenn Künstler einen Schritt in Richtung Schlager machen. Auf der anderen Seite gibt es genug Schlagersänger, die den Weg in Richtung Popmusik machen. Das ist ein schmaler Grat. Da ist keine dicke Wand mehr dazwischen.

Popsänger Sasha, gebürtig Sascha Schmitz, wurde am 5. Januar 1972 in Soest geboren. Mit dem Song "If You Believe" schaffte er 1998 seinen Durchbruch. Seit 2002 tritt er auch mit Dick Brave and the Backbeats auf. 2018 folgte mit "Schlüsselkind" das erste deutschsprachige Album. Vor drei Jahren hat er seine langjährige Freundin Julia Röntgen geheiratet. Die beiden werden in diesem Jahr zum ersten Mal Eltern.

Sie waren bei der TV-Show "Schlager, Stars & Sterne – Die Schlossparty in Österreich" von Florian Silbereisen. Werden Sie nun vom Popsänger zum Schlagersänger?

Ich bin generell kein Genrefreund und auch kein Fan von Schubladendenken. Für mich war Schlager nie ein Genre, jetzt ist es das aber geworden und ich tue mich trotzdem noch schwer damit. Ich bin viel bei meiner Oma aufgewachsen und wir haben zusammen die Hitparade geguckt. In den 70er-Jahren war alles Schlager. Jedes Lied in der Hitparade oder in den Charts ist Schlager gewesen. So lief das mit den Gassenhauern. Mit der Hitparade kam erstmals das Wort 'Hit' ins Spiel. Wenn von dem Genre Schlager ausgegangen wird, mache ich definitiv keinen Schlager. Ich bin aber so offen, dass ich alles zulasse.

Können Sie sich denn damit anfreunden, als Schlagersänger bezeichnet zu werden?

Ich frage mich immer, wer das beurteilt, was jetzt diese Richtung ist und was jetzt schon die andere ist. Am Ende geht es bei der Musik nur um das Gefühl, das bei den Menschen ausgelöst wird und ob diese jemand erreicht. Wenn meine Songs jemandem aus der Seele sprechen oder das Herz berühren, dann habe ich mein Ziel erreicht. Ich bin sehr happy über viele Kommentare, die ich bei Facebook bekomme. Das ist ja mittlerweile das direkte Messgerät.

Sie haben gesagt, dass es wichtig ist, das Deutsche als neue Singsprache zu akzeptieren. Mussten Sie das auch für sich?

Auf jeden Fall. Sonst wäre es ja schon viel eher passiert. Bei allen Versuchen gab es bei diesem Album einen Schlüsselmoment. Englische Songs habe ich immer gemacht und gehört. 2015 habe ich beim Songwriting gemerkt, dass sich ein Schalter umlegt. Ich hatte eine geile Idee und habe die Melodie dazu gesungen. Der Sound meiner Musik war plötzlich Deutsch. 2016 haben wir dann ernsthaft angefangen mit dem Produzieren von deutschen Liedern. Ich hätte es wahrscheinlich auch nicht so durchgezogen, wenn das nicht passiert wäre.

Das Lied "Du fängst mich ein" haben Sie Ihrer Frau Julia gewidmet. Sie hatten gerade Hochzeitstag.

Wir haben getrennt gefeiert. Meine Frau erwartet ja ein Kind und kann jetzt nicht mehr so viel mitkommen und nimmt sich auch die Auszeit. Da ich weg musste, waren wir leider an unserem Hochzeitstag nur kurz morgens zusammen. Dafür haben wir uns davor eine kleine Italienreise geschenkt und waren auf den Spuren unseres Kennenlernens. Unser erster Kurzurlaub war am Gardasee. Vor sieben Jahren haben wir die Reise zum ersten Mal gemacht. In dem Jahr sind wir auch zusammengekommen. Unser Trip war jetzt sehr romantisch, weil wir noch mal Venedig, Gardasee und Verona nachgestellt haben. Einen Tag vor unserem Hochzeitstag sind wir wiedergekommen.

Für das Baby wollten Sie endlich den Führerschein machen. Ihre Frau ist im sechsten Monat schwanger. Wie steht es um die Vorsätze?

Mit dem Führerschein wird das ein bisschen knapp. Das Blöde bzw. das Gute ist, dass ich sehr viel zu tun habe. Das Projekt Führerschein wird wahrscheinlich erst auf das nächste Jahr verlegt. Ich finde für einen Crash-Kurs keine gesamte Woche am Stück. Ich habe den Führerschein mit 17 oder 18 Jahren klassisch angefangen, musste mir das Geld dafür auch selber zusammensparen. In den Sommerferien habe ich drei Wochen bei der Müllabfuhr gearbeitet, wollte das Geld eigentlich in den Führerschein stecken und dann habe ich so hart gearbeitet, dass ich in den Urlaub fahren wollte. Es lag dann am Geld und später brauchte ich ihn nicht mehr.

Sie wohnen seit 15 Jahren in Hamburg. Jetzt wollen Sie in ein Haus mit Garten ziehen. Wie sieht es aus mit den Umzugsplänen?

Wir sind noch nicht umgezogen, geben aber extrem viel Gas, dass noch alles rechtzeitig passiert. Ein Grundstück haben wir schon, es wird gebaut und wir sind kurz vor der Fertigstellung. Leider ist ein Haus mit Garten im Schanzenviertel Mangelware. Ein großer Wunsch von uns war eine schöne Grünfläche. Ich wohne seit 15 Jahren in der Schanze und es ist nicht so leicht jetzt rauszuziehen. Zum Glück sind wir aber noch im Speckgürtel. Wir müssen immer einen Flughafen in der Nähe haben und mit dem neuen Haus ist das der Fall.

Schaffen Sie das noch vor der Geburt?

In sechs Wochen wollen wir umziehen. Meine Frau ist ein absolutes Organisationstalent, eine Topmanagerin, die alles im Griff hat und dafür sorgt, dass alles rechtzeitig passiert.

Wie fühlen Sie sich?

Ich bin sehr entspannt, es ist alles cool und wir freuen uns auf das Baby. Meine Frau ist da tiefenentspannt. Ich mache mich nicht verrückt. Ich weiß, dank meiner Nichten und Neffen, was als Vater auf mich zukommt. Ich bin jetzt nicht überfordert mit dieser Situation. Alles ist gesund und munter, das Geschlecht möchte ich noch nicht verraten.

Nehmen Sie sich eine Auszeit? Am 26. September gehen Sie noch mit Ihrem neuen Album auf Tour.

Das würde ich gerne. Ich werde natürlich so viel wie es geht zu Hause bleiben, aber es muss auch irgendwie weitergehen. Der Luxus an diesem Beruf ist, alles so zu legen, dass ich immer schnell nach Hause komme. Ich werde auf jeden Fall nicht wochenlang weg sein, das möchte ich auch gar nicht. Nur bei der Tour bin ich ein paar Tage nicht da.

Auf was können sich Ihre Fans freuen?

Hier treffen zwei Sachen aufeinander, auf die ich sehr stolz bin: mein neues Album und mein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Es wird eine spannende Aufgabe sein, wie ich die beiden Ereignisse verbinde. Es gibt eine Mischung von englischen und deutschen Liedern. Für mich ist das Besondere, dass es neue Songs gibt.

Gibt es einen Überraschungsgast?

Vielleicht, ich muss mal gucken wer da ist, da viele selber unterwegs sind. Eine gute Idee, danke für den Hinweis.

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