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Schon gehört? Die Ärzte

MEINUNGSchon gehört?  

Der Soundtrack der Woche (10. September)

Von Sebastian Berning

10.09.2021, 13:02 Uhr
Schon gehört? Die Ärzte. Die Ärzte: Die Band um Farin Urlaub hat eine neue Single. (Quelle: IMAGO / Becker&Bredel)

Die Ärzte: Die Band um Farin Urlaub hat eine neue Single. (Quelle: IMAGO / Becker&Bredel)

t-online hat offene Ohren für die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diesmal mit der neuen Single von Die Ärzte, Kerstin Ott und Metallicas Schwarzer.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein.

Die Ärzte – Noise

"Und ständig dieser Lärm" sangen Die Ärzte in ihrem Radiohit "Junge", den wohl auch jede Mama dieser Republik super fand. Mit "Noise" (dt.: "Lärm") gibt es nun die erste Single aus dem "Hell"-Nachfolger "Dunkel". Und der Einstand könnte, ja, müsste besser sein.

Hören Sie besser mal selbst rein, damit Sie wissen, wovon ich hier überhaupt rede:

Eine flotte Gitarrenmelodie eröffnet den Song. Man denkt schon fast an die 90er zurück. Nur der Punch von damals fehlt. Die Strophe, gesungen von Farin Urlaub und Bela B, plätschert etwas vor sich hin. Man hofft auf den großen Knall im Refrain. Und Überraschung: Dieser kommt nicht. Der Refrain wird noch zurückhaltender, geht dann aber noch mal in die Vollen. "Es wird Zeit für etwas Neues" singen Die Ärzte. 

Vom Aufbau her, wie sich Farin und Bela stets abwechseln, hat das schon einen gewissen Reiz. Aber wo ist der melodische Höhepunkt? Der witzige Text? Der Aha-Moment? Knapp dreieinhalb Minuten wechseln sich Strophe-Refrain-Strophe ab, ohne dass wirklich viel passiert. Da wünscht man sich echt etwas Neues. Selbst wenn es Gaga-Ideen wären wie "Lasse Reden" oder der Deep-Cut-für-Hartgesottene "Gib Gas, lieber Michael".

Kritik an dieser Kultband traut man sich ja gar nicht öffentlich kundzutun. Und auch mir tut das leid, weil das Trio wohl zu den sympathischsten Musikern Deutschlands gehört. Aber: Während die erste "Hell"-Single "Morgens Pauken" schön deftig nach vorne preschte und die Abertausenden Fans aus dem achtjährigen Winterschlaf rockte, will "Noise" nicht so recht zünden. Vielleicht liegt darin aber auch der Witz.

Metallica – Metallica (30th Anniversary Edition)

Letzte Woche kam die neue Iron Maiden raus, diese Woche wird 'ne alte Metallica neu aufgelegt. Metal-Giganten im Wechsel. Es ist das Hitalbum, das "The Wall" oder "Abbey Road" des Heavy Metal und "Enter Sandman" kann einem auch am dritten Tag Rock am Ring noch jeder ins Ohr grölen. Mehr geht einfach nicht.

Nach den stets progressiver werdenden LPs vereinfachte die Band um Lars Ullrich ihren Sound. Statt 40 Riffs in einem Song gab es jetzt ein humaneres Maß. Songs wie "Sad But True"; die Halbballade "The Unforgiven", die Vollballade "Nothing Else Matters" und das beinahe totgenudelte "Enter Sandman" lernt man heute im ersten Jahrgang des Headbangens auswendig. Mit "Whereever I May Roam" und "The God That Failed" befinden sich hier auch zwei absolut verkannte Stücke, die eigentlich auf jedem Metallica-Konzert gespielt werden müssten. Immerhin Letzterer kam auf der letzten Europatour einige Male zum Einsatz.

Zum 30. Geburtstag wird die Platte, oft auch nur "Black Album" genannt, weil das Cover schwarz ist, ein neues Remaster. Das klingt gut. Aber die LP-Version, die vor ein paar Jahren neuaufgelegt wurde, klang auch schon gut und die CD, die man sich schon seit 1991 in jedem Mediamarkt oder gar Real an der Kasse mitnehmen kann, war soundtechnisch eh immer bockstark. 

Kerstin Ott – Nachts sind alle Katzen grau

Die, die immer lacht, macht mich, der immer schreibt, erst mal stutzig. "Nachts sind alle Katzen grau" heißt das neue Album der Erfolgssängerin. Aber mein Kater Rocky war Tag und Nacht schwarz. 

Etwas deutlicher verhält es sich bei den 13 neuen Songs: Schlager und Pop gehen hier Hand in Hand. Gut produziert, wenig billige Keyboardsounds und sogar etwas Abwechslung. Das geht sogar so weit, dass der Opener "Manche Menschen" schon eher zurückhaltend wirkt. Da hat die letzte Beatrice Egli mehr gebrettert. 

Aber die Songs sind gut gemacht. Nicht zu aufdringlich, gleichzeitig eingängig und irgendwie die traurigste Schlagerplatte seit langem. Es geht um Herzschmerz, um große Gefühle und erstaunlicherweise nicht um Katzen. Schade!

Craig Armstrong – Nocturnes: Music for 2 Pianos

Craig Armstrong kennt man durch seine Filmmusik von Kinoblockbustern wie "Romeo Must Die"; "Me Before You", dem zweiten "Lara Croft: Tomb Raider"-Streifen oder "Moulin Rouge", welcher ihm einen Golden Globe einheimste. 

Auf dem extrem elegant designten "Nocturnes: Music for 2 Pianos" gibt es genau das, was der Titel verspricht: Musik von und für zwei Klaviere. Die rein instrumentalen Nummern lassen sich extrem gut bewusst, aber auch unbewusst im Hintergrund hören. Wie viel Aufmerksamkeit man diesen Tracks widmen mag, ist einem da selbst überlassen. In beiden Fällen wirkt es. Völlig auf das Essenzielle reduziert, dennoch emotional und spannend. Besonders" Nocturne 4" (das ist der vierte Song des Albums) erzeugt mit seinem nahezu elegischen Klaviermotiv Gänsehaut. Sehr schön. Diesen Tiefgang würde man sich manchmal von Nils Frahm und seinen reinen Pianoalben auch wünschen. Dieser wird erst besonders im Kontrast mit moderneren Sounds stark.

Die Die-Ärzte-Single können Sie streamen. Alle Alben sind ab jetzt digital und physisch erhältlich. Wir hören uns wieder!

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