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John Taylor von Duran Duran: Die anderen heirateten, ich war Sexiest Popstar Alive


Die anderen heirateten, ich war der Sexiest Popstar Alive

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 26.10.2021Lesedauer: 4 Min.
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John Taylor: Der Musiker wurde einst zum "Sexiest Popstar Alive" gekürt.
John Taylor: Der Musiker wurde einst zum "Sexiest Popstar Alive" gekürt. (Quelle: Amanda Edwards/Getty Images)
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Sie waren die Lieblingsband von Prinzessin Diana, Vorreiter der New Wave, verkauften Millionen Alben und prägten das Stilbild der 80er-Jahre: Duran Duran. Bassist John Taylor, der einst zum "Sexiest Popstar Alive" gekürt wurde, erinnert sich im t-online-Interview an diese wilde Zeit.

"A View to Kill", "Girls on Film", "The Reflex" oder die Nummer-1-Single "The Wild Boys" machten aus der kleinen New-Wave-Band Duran Duran, die sich 1978 im englischen Birmingham gründete, eine der größten Popbands der 80er-Jahre. Mit Schulterpolstern, schillernden Outfits und aufwendigen Frisuren wurden sie zu den Posterboys der damaligen Popkultur.

40 Jahre nach ihrem selbst betitelten Debüt gibt es die Band noch immer mit denselben Musikern wie damals. Einzig Gitarrist Andy Taylor ist seit 2006 nicht mehr dabei. Doch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht auch bei diesen gealterten Popstars nicht immer, wie Bassist und Gründungsmitglied Nigel John Taylor im Interview mit t-online verrät.

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"Wir sind nicht miteinander verheiratet"

"Wir brauchen Pausen voneinander, weil wir starke Persönlichkeiten sind", so der Musiker im Zoom-Call mit t-online, welcher ihn im Basketballtrikot und mit gelber Baseballcap auf seiner Couch zeigt. Ein Kontrast zu den bis heute stylischen Bandfotos. "Wir sind immerhin nicht miteinander verheiratet. Es ist eine Partnerschaft, die nicht viele Menschen verstehen können. Aber um diese frisch zu halten, benötigt es Pausen. Wir kennen uns immerhin weit über 40 Jahre."

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Duran Duran 2021 (v.l.): John Taylor, Simon Le Bon, Nick Rhodes und Roger Taylor.
Duran Duran 2021 (v.l.): John Taylor, Simon Le Bon, Nick Rhodes und Roger Taylor. (Quelle: IMAGO / Andre Lenthe)

Oft drifte man auseinander, der Kontakt sei dann etwas lose, aber irgendwie kommen die Teenieschwärme der 80er-Jahre immer wieder zusammen. "Wir hängen nicht miteinander ab. Wir arbeiten miteinander! Es ist eine Beziehung, die sich alle paar Jahre erneuert, wenn wir wieder an neuer Musik schreiben." 40 Jahre nach "Duran Duran", der ersten LP der Briten, erscheint mit "Future Past" jetzt sogar ein neues Album. Solch eine erfolgreiche Karriere haben nicht viele Kollegen von damals vorzuweisen. "Vielen hat die Disziplin gefehlt", lautet das Urteil des Bassisten über viele 80er-Gruppen, die in der Versenkung verschwunden sind.

John Taylor war der "Wild Boy" während der 80er Jahre

"Die 80er waren wild", resümiert Taylor über die Dekade, die ihn zum Star machte. "Diese Zeiten waren ein Heidenspaß. Ich hatte vorher nicht einmal einen Reisepass und dann waren wir überall. In Amerika, in Japan, in Europa. Zu Beginn waren wir eine Gang, einfach beste Freunde, die zusammen Musik gemacht haben. Auf einmal wollte jeder mit uns sprechen und abhängen. Man lud uns ein, wollte uns eine tolle Zeit bescheren. Und ja, das war toll!"

Bereits mit den ersten Singles wie "Planet Earth" und "Girls on Film" – übrigens ein Lieblingssong von Prinzessin Diana – konnte man 1981 im UK beachtliche Erfolge feiern, zählte durch die schillernden Bandfotos, die rückblickend jedem 80er-Klischee würdig sind, zu den Vorreitern von New Wave und New Romantics. Später folgten dann auch die großen Erfolge in den USA und in Deutschland. Mit "The Wild Boys" konnte man 1984 sogar Platz 1 der deutschen Singlecharts erklimmen.

Dauerwelle, gefärbte Haare, süßes Lächeln: John Taylor 1984. Er war der Frauenschwarm von Duran Duran.
Dauerwelle, gefärbte Haare, süßes Lächeln: John Taylor 1984. Er war der Frauenschwarm von Duran Duran. (Quelle: IMAGO / Future Image)

"Es lief wirklich super. Als wir 'Wild Boys' aufnahmen, wurden wir belagert. Um ins Studio zu kommen, musste ich mich fast durch eine Menschenmenge kämpfen", erinnert sich der heute 61-Jährige. "Sogar vor meinem Haus lungerten ständig Fans herum. Sie haben nonstop gerufen oder gesungen. Keine Ahnung, wie ich 1984 auch nur eine Minute schlafen konnte."

Der Schlafentzug lag vielleicht auch daran, dass Taylor das Partytier der Band war, wie er heute zugibt: "Die anderen haben geheiratet, gründeten Familien oder legten sich Haustiere zu. Ich war nur am Feiern und brauchte den Adrenalinrausch, den dieser Ruhm mit sich brachte." Immerhin trat er 1986 selbst vor den Altar, heiratete das dänische Model Renée Simonsen. Das Paar ließ sich 1989 scheiden. Mittlerweile ist Taylor seit 1999 mit der früheren Schauspielerin und Unternehmerin Gela Nash verheiratet, die er 1996 kennenlernte.

"Sexiest Popstar Alive? Bedeutungslos!"

Selbst zum "Sexiest Popstar Alive" wurde er in den 80ern gewählt. "Puh, dieser Titel ... was bedeutet das letztlich?", gibt Taylor sich nachdenklich. "Ich wäre damals lieber zum besten Bassisten gekürt worden. Aber dafür hielt ich mich allerdings nie. Der heißeste Bassist zu sein, ist als Musiker bedeutungslos und darin steckt eine Eitelkeit, die ich nicht hatte."

Herzensbrecher der 80er Jahre: John Taylor von Duran Duran 1983.
Herzensbrecher der 80er Jahre: John Taylor von Duran Duran 1983. (Quelle: Express Newspapers/Getty Images)

Duran Duran leben noch immer von Glanz und Glorie, die die 80er-Jahre mit sich brachten. Veröffentlichten alle paar Jahre kontinuierlich neue Alben. Doch 40 Jahre Popgeschäft haben Taylor auch eines gelehrt: "Ich glaube, dass Erfolg Menschen, denen wichtig ist, was andere über sie sagen, nicht guttut. Man muss verdammt robust sein, um das durchzuhalten."

Er selbst habe im Grunde nur Musik machen wollen, seit er David Bowie oder Roxy Music in den 70er-Jahren live gesehen hat. Der Ruhm, das Geld und die Aufmerksamkeit veränderten alles.

Und dann sagten einige Leute plötzlich, dass Duran Duran Geschichte wären. "Wir mussten die zweite Hälfte der 80er-Jahre kämpfen. Nach all dem Erfolg! Es gab Leute, die meinten, wir sollten uns echte Jobs suchen. Wir dachten uns 'Fuck, no!' und haben einfach weitergemacht." Na, dann auf in die nächste Dekade Duran Duran.

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Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit John Taylor
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