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Anke Engelke ĂŒber Promikollegen und "Anti-Showschwein-Pulver"

  • Steven Sowa
Von Steven Sowa

Aktualisiert am 16.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Anke Engelke: Die Komikerin spricht mit t-online ĂŒber ihre Rolle in der neuen Amazon-Prime-Serie "LOL: Last One Laughing".
Anke Engelke: Die Komikerin spricht mit t-online ĂŒber ihre Rolle in der neuen Amazon-Prime-Serie "LOL: Last One Laughing". (Quelle: Andreas Rentz/Getty Images)
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Sie ist seit mehr als 40 Jahren im ShowgeschĂ€ft und eine der bekanntesten Komikerinnen des Landes: Anke Engelke. Mit t-online spricht sie ĂŒber die neue Serie "LOL: Last One Laughing" – und Entbehrungen in der Corona-Zeit.

Kaum ein Showkonzept hat in den vergangenen Monaten fĂŒr so viele Furore gesorgt wie "LOL: Last One Laughing" von Amazon Prime Video. Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Wer lacht, verliert. Comedians wie Kurt Krömer, Caroline Kebekus, Max Giermann und Anke Engelke haben sich dafĂŒr unter der Leitung von Michael "Bully" Herbig in einem Studio zusammengefunden, das als gemĂŒtliches Wohnzimmer mit Bar und angeschlossener BĂŒhne daherkommt.

Als eine Art Direktor zieht Bully im Hintergrund die FĂ€den. Er ĂŒberwacht in einem Raum jede Bewegung der Stars, lĂ€sst Entertainer auftreten, um die Kandidaten aus der Reserve zu locken – und amĂŒsiert sich als einziger in dem Format köstlich. Das Streaming-Publikum schaut derweil zu, wie Gags gerissen, skurrile Performancekunst aufgefĂŒhrt und Stand-ups vorgefĂŒhrt werden.

"Eine der schönsten Erfahrungen der letzten 40 Fernsehjahre"

Anke Engelke zeigt sich begeistert von dem Format und formuliert nach den sechs Folgen, ganz am Ende der Serie, den bemerkenswerten Satz: "Mein Fazit ist, dass das eine der schönsten Erfahrungen war, die ich so in den letzten 40 Fernsehjahren gemacht habe. Echt." Grund genug, die 55-JĂ€hrige zu fragen, was sie damit genau meint – und warum "LOL" so besonders ist.

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"Manchmal ist die Ego-Konzentration an Filmsets unangenehm hoch und man muss ein bisschen gegenrudern, um positiv und fröhlich zu bleiben", erzĂ€hlt sie t-online und fĂŒgt an: "Bei 'LOL' war es andersrum!" Anke Engelke ist seit den frĂŒhen 80er-Jahren im FernsehgeschĂ€ft tĂ€tig, wurde von 1996 bis 2000 an der Seite von Ingolf LĂŒck und Bastian Pastewka in "Die Wochenshow" einem breiten Publikum bekannt und trat 2004 mit "Anke Late Night" in die Sat.1-Fußstapfen der "Harald Schmidt Show".

Comedy, aufgeblĂ€hte Egos im ShowgeschĂ€ft und Unterhaltungssendungen im Fernsehen kennt die in MontrĂ©al geborene Engelke wie kaum jemand anderes. Umso erstaunlicher ist es, wie sie ĂŒber die neue Comedyserie spricht: "Bully und uns zehn 'LOL'-LachsĂ€cken hat entweder jemand was in den Kaffee gekippt, eine Art Anti-Showschwein-Pulver vielleicht, oder aber die Truppe bestand tatsĂ€chlich aus genuin freundlichen, fairen und gutherzigen Leuten." FĂŒr sie sei das lĂ€ngst nicht selbstverstĂ€ndlich: "Wo sogenannte Prominente aufeinandertreffen, ist das nicht ĂŒblich, dass man sich so dermaßen ĂŒbereinander freut."

"LOL: Last One Laughing": In der Show treten Comedians an, die nicht lachen dĂŒrfen.
"LOL: Last One Laughing": In der Show treten Comedians an, die nicht lachen dĂŒrfen. (Quelle: Amazon Prime Video/dpa)

Ihr Satz am Ende der Serie, so Engelke, sei eine "LiebeserklĂ€rung". "So was ballert man nicht einfach so raus", erklĂ€rt die Moderatorin, Schauspielerin und Komikerin t-online. Ob es schwerer sei, jemanden zum Lachen zu bringen, oder nicht lachen zu dĂŒrfen, wisse sie nicht. Sie empfinde beides als "gleich schwer" und erzĂ€hlt dann: "Ist ja Geschmacksache, was Menschen lustig finden. Es gibt keine Komödie, keinen Witz, keine Pointe, auf die sich alle einigen können. Das ist total in Ordnung, das muss so sein."

Komikerinnen und Komiker haben genau aus dem Grund keinen leichten Job, so Engelke. "Billige Lacher will niemand, aber manchmal ist die Verlockung wahrscheinlich groß. Und nicht lachen zu dĂŒrfen, wenn auf der BĂŒhne eine lustige Nummer lĂ€uft oder jemand spontan rumalbert, das ist schon schwierig. Denn wir lachen ja wohl alle gerne."

"Ich vermisse die sorgenfreie Unbeschwertheit"

Seit dem 1. April ist "LOL" auf Amazon zu sehen, wöchentlich kamen immer zwei neue Folgen hinzu. Gab der triste Alltag, bedingt durch den Lockdown in der Corona-Pandemie, den Ausschlag zum Erfolg, weil die Menschen sich gerade in diesen Zeiten nach Humor und Zerstreuung sehnen? Anke Engelke: "Vielleicht. Das ist bestimmt ein psychologisches PhÀnomen. Ich bin aber keine Expertin und kann nur vermuten, dass Lachen körperlich und seelisch guttut, dass es oft unglaublich befreiend ist und jeder Mensch dieses Loslassen einfach oft braucht."

FĂŒr sie persönlich sei die Corona-Krise genauso schwer wie fĂŒr viele andere Menschen auch. Der kulturelle Stillstand, der Alltagstrott und die fehlenden Kontakte setzten der Entertainerin zu. Auf die Frage, was sie derzeit am meisten vermisse, antwortet Anke Engelke: "Ich vermisse Treffen mit Familie, Freundinnen und Freunden, Theaterbesuche, Reisen, und die sorgenfreie Unbeschwertheit, die uns ja allen fehlt."

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Von Nils Kögler
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