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"Das Literarische Quartett" war zu kurz: Diskutieren im Schweinsgalopp


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Neues "Literarisches Quartett" war zu kurz: Diskutieren im Schweinsgalopp

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 03.10.2015Lesedauer: 2 Min.
Maxim Biller, Christine Westermann, Volker Weidermann und Juli Zeh (v.l.n.r.) in der ersten Ausgabe des neuen "Literarischen Quartetts".
Maxim Biller, Christine Westermann, Volker Weidermann und Juli Zeh (v.l.n.r.) in der ersten Ausgabe des neuen "Literarischen Quartetts". (Quelle: ZDF)
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Volker Weidermann musste am Freitagabend in die großen Fußstapfen seines legendären Vorgängers Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) treten: Er präsentierte erstmals das neue "Literarische Quartett". Von dem königlichen Vergnügen, das der furiose Selbstdarstellungstrip des ungekrönten Literaturpapstes einst bereitete, war das Revival erwartungsgemäß noch ein gutes Stück entfernt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Angesichts der im Vorfeld geschürten Erwartungen war den Teilnehmern die Nervosität ins Gesicht geschrieben. Jeder schlug seine vorbereiteten Bälle, ohne dass sich daraus ein fetziges Pingpong entwickelte.

Weidermann war mehr glatt als kantig

Zuallererst Gastgeber Weidermann, 45 Jahre, neuer "Spiegel"-Literaturchef, Überflieger ohne TV-Erfahrung. "Vier Kritiker, vier Bücher, kein Einspielfilm und keine Einigkeit" - auf diesen knappen Nenner brachte er das Konzept. Und war dann doch immer ein bisschen zu sehr um Einigkeit bemüht, mehr Moderator als Antreiber, mehr glatt als kantig.

Bad Guy Biller war unterhaltsamer

Dagegen spielte der Mitstreiter, Autor und Publizist Maxim Biller (55) seine Rolle als "Bad Guy" mit Bravour - ein echter Glücksgriff. Bekannt für unkonventionelle Meinungen und lockere Sprüche, warf er sich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit voll ins Gefecht - den Zeigefinger fuchtelnd wie einst Reich-Ranicki.

Harte Worte

Ilija Trojanows Buch "Macht und Widerstand" zu lesen, war für ihn "wie Folter in einem Staatssicherheitsknast", schnaubte Biller. Den ersten Roman des preisgekrönten ungarischen Regisseurs Péter Gárdos ("Fieber am Morgen") nannte er gnadenlos "totalen Holocaustkitsch".

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Pannen-Überspieler

Und machte sich auch gleich noch als Pausenclown verdient: Als bei der Aufzeichnung der Sendung am Mittwoch im Berliner Ensemble wegen technischer Pannen drei Mal neu begonnen werden musste, sang er zum Zeitvertreib die tschechische, die russische und fast auch noch die deutsche Nationalhymne, während alle anderen beim Warten auf ihren schicken Retrostühlen immer hibbeliger wurden.

Nicht zu viel Polemik, bitte

Auch die beiden Frauen in der Runde blieben im Schatten des Unterhaltungskünstlers. Der Schriftstellerin Juli Zeh (41), als erste auf den Sessel des jeweils wechselnden Gastes geladen, gelang es immerhin mehrmals, auf den qualitativen und gesellschaftlichen Anspruch von Literatur zurückzukommen.

Verdrängungsvorwürfe

Doch die Dauer-Mitstreiterin Christine Westermann (66) wurde trotz ihrer Erfahrung als Radio- und Fernsehmoderatorin ("Zimmer frei") von Biller ganz schön rangenommen. Sie verzettele sich zu sehr in Einzelheiten, haute er ihr hin, oder: Sie wolle wohl etwas aus ihrem eigenen Leben verdrängen.

Sportliches Resumé

Am Schluss fasste Weidermann die Diskussion wie ein Sportergebnis zusammen. Mit 3:1 wurde die von ihm vorgeschlagene 4.000-Seiten-Selbstbespiegelung des norwegischen Schriftstellers Karl Ove Knausgård (5. Band: "Träumen") der Sieger.

Diskutieren im Schweinsgalopp

Zugleich musste man am Ende der Sendung aber auch eine andere Rechnung aufmachen: Vier Bücher, vier Kritiker, 45 Minuten. Das waren gerade mal gut 2,5 Minuten für jeden Redner pro Buch, ein Schweinsgalopp.

Fazit: Zumindest für die erste Sendung passt Weidermanns - von Gesprächen mit Reich-Ranicki entlehnter - Abschiedsgruß gut: "Kopf hoch!"

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