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Renault Zoe: Dieses Elektroauto kann sich nicht jeder leisten


Elektroauto
Renault Zoe: Dieses Elektroauto ist nicht für jedermann

Press-Inform, Wolfgang Gomoll

Aktualisiert am 21.03.2013Lesedauer: 3 Min.
Renault ZoeVergrößern des BildesRenault Zoe (Quelle: Hersteller-bilder)
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Mit dem Renault Zoe beweisen die Franzosen einmal mehr Mut zur Elektromobilität. Doch das kleine Elektroauto hat mehrere Nachteile: So kann es beispielsweise nicht an einer üblichen Haushalts-Steckdose geladen werden.

Renault Zoe: Elektroauto mit einem großen Nachteil

Philologen ist der Name "Zoe" vermutlich ein Begriff. Er ist altgriechisch und bedeutet "Leben". Ob das gleichnamige französische Elektro-Fahrzeug allerdings den vitalisierenden Odem in die stockende Elektromobilität haucht, steht noch in den Sternen. Denn nicht jedermann kann sich an der vermeintlich emissionslosen E-Mobilität erfreuen, da der Zoe zum Aufladen zumindest ein Wand-Ladegerät braucht, das immerhin mitgeliefert wird. Damit sind viele Laternenparker, die über keine Garage mit modernen Stromleitungen verfügen, außen vor. Keine idealen Voraussetzungen für gute Zulassungszahlen.

Reichweite kann nicht eingehalten werden

Dabei ist der französische Stromer durchaus im alltäglichen Verkehr zu gebrauchen und schafft mit einer Batterieladung bei den ersten Testfahrten immerhin rund 130 Kilometer. Das ist weit unter den angegebenen 210 Kilometer, aber bei diesem Messzyklus verhält es sich, wie bei den Benzinverbrauchsangaben in den Datenblättern, die nicht unbedingt der Realität entsprechen. Um möglichst viel Kilometer aus der 22-kwh-Batterie zu pressen, haben die Franzosen zum Beispiel eine Wärmepumpe verbaut, die den Innenraum erwärmt, aber nur ein Drittel der Energie einer normalen Heizung verbraucht. Damit der Strom auch möglichst lange fließt, rekuperiert der Zoe, sobald man den Gasfuß lupft.

Zwei Fahrmodi stehen zur Verfügung

In Bewegung zeigt der E-Franzose alle Stärken eines reinrassigen Stromers: Er fährt lautlos los und das Drehmoment von 220 Newtonmetern steht vom ersten Moment an zur Verfügung. Drückt man auf den Eco-Knopf, ist man besonders ressourcenschonend unterwegs und die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt. Auch die Leistung des E-Triebwerks wird auf 58 PS begrenzt. Bei einem Kickdown streift der Elektromotor diese Fesseln ab, setzt sofort seine ganzen 88 PS frei und beschleunigt auf maximal 135 km/h.

Farben zeigen Umweltbilanz an

Wird der Kraftschub nicht mehr benötigt, wird der Eco-Modus automatisch wieder aktiviert. Damit der Lenker das ökologische Verbrauchsziel nicht aus den Augen verliert, gibt die Elektronik ständig Rückmeldung über den Fahrstil und schlägt gegebenenfalls Verbesserungen vor. Schimmert die Anzeige grün, ist alles paletti. Bei violett ist man zu ambitioniert unterwegs.

Innenraum mit Schwächen

Das ist nur selten der Fall. Zumal der Zoe kein Sportler ist. Die Sitzposition ist nicht optimal, da der Fahrer zu weit vom Lenkrad entfernt ist und das Gestühl wenig Seitenhalt bietet. Zudem ist das Fahrwerk ziemlich straff und gibt Unebenheiten deutlich an die Insassen weiter. Der Innenraum verströmt eine kühle, puristische Modernität: Analoge Instrumente sucht man vergebens, stattdessen sorgen digitale Displays für den Informationsfluss und eine optionale Teflonbeschichtung der Sitzbezüge schützt diese vor Nässe. Manche Materialien können mit dieser Hightech nicht immer mithalten: Statt unterschäumter Kunststoffe fühlt die Hand genarbtes Hartplastik. Auch die Plastik Klinken an den hinteren Türen wirken fummelig. Platz ist im 4,01 Meter langen E-Mobil auf den Vordersitzen genug. Im Fond schaut die Sache schon ein bisschen anders aus.

E-Auto mit relativ günstigem Einstiegspreis

Mit dem Zoe will Renault den Preisnachteil im Vergleich zu konventionellen Antrieben egalisieren. Der Einstiegspreis für den E-Renault beträgt 21.700 Euro. Die Top-Version Zen kostet 1800 Euro mehr. Dazu kommen noch die Kosten für die Batterie. Die kann der Kunde nur mieten. Die Höhe der monatlichen Rate hängt von der Laufleistung und der Mietdauer ab: Fährt der Kunde 36 Monate 12.500 Kilometer pro Jahr, sind jeden Monat weitere 79 Euro für den Akku fällig. Wer sein Fahrtstrecken-Kontingent überzieht, zahlt pro Kilometer fünf Cent, bleibt man unter der vereinbarten Grenze, bekommt man 1,7 Cent zurückerstattet.

Batteriemiete schlägt auf die Kosten

Bei ersten Testfahrten verbrauchte der E-Franzose 14,3 kWh auf 100 Kilometer. Legt man einen Stromdurchschnittspreis von 25,7 Cent pro kWh zu Grunde, sind das 3,67 Euro pro 100 Kilometer. Bei der angenommenen Laufleistung von 12.500 Kilometern sind das 458,75 Euro im Jahr. Dazu kommt die Batteriemiete in Höhe von 948 Euro. Zusammen ergibt das 1406,75 Euro an "Spritkosten".

Im Unterhalt teurer als ein vergleichbarer Benziner

Laut Spritmonitor verbraucht ein Polo 14 FSI mit 86 PS rund sechs Liter pro 100 km. Bei einem aktuellen Preis von 1,52 Euro für den Liter Super E 10 sind das Benzinkosten von 1.147,50 Euro im Jahr. Dazu kommt die KFZ-Steuer von 96 Euro (laut Autokostencheck.de). Lässt man die Wartungskosten außer Acht, belastet der Zoe die Haushaltskasse pro Jahr um 163,25 Euro mehr.

Fazit Renault Zoe

Plus: Annehmbare Reichweite, fairer Anschaffungspreis, Alltagstauglichkeit
Minus: Kann nur mit Wand-Ladegerät aufgeladen werden, Materialien nicht immer wertig

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