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Radler überholen: Diesen Fehler macht fast jeder Autofahrer

Neues Rechtsgutachten  

Radler überholen: Diesen Fehler macht fast jeder Autofahrer

Von Markus Abrahamczyk

18.01.2019, 12:09 Uhr
Radler überholen: Diesen Fehler macht fast jeder Autofahrer. Auto und Radfahrer: Sehr häufig ist der Abstand beim Überholen viel zu gering. (Quelle: imago images/photothek)

Auto und Radfahrer: Sehr häufig ist der Abstand beim Überholen viel zu gering. (Quelle: photothek/imago images)

Wer einen Radfahrer überholt, muss genaue Regeln befolgen. Das bestätigt nun ein neues Gutachten. Allerdings: Viel zu wenige Autofahrer befolgen diese Vorschriften, wie eine Studie zeigt.

Gerade in Innenstädten sind die Fahrspuren eng und das Gedränge groß. Wer eine Lücke findet, der nutzt sie. Aber auch in kleineren Ortschaften oder auf Landstraßen wird eine Regel von den meisten Autofahrern gebrochen. Sie betrifft das Überholen von Radfahrern.

Radfahrer überholen: Diese Verkehrsregel gilt

Hinter dem Steuer müssen Sie beim Überholen mindestens 1,50 Meter seitlichen Abstand zum Radfahrer einhalten. Wenn das nicht möglich ist, muss der Autofahrer auf eine passende Gelegenheit warten. Das gilt in jedem Fall – es spielt also keine Rolle, ob der Radfahrer auf der Straße oder auf einem Radweg unterwegs ist.

Rechtsgutachten schafft Klarheit

Zu dieser Frage gab es bislang verschiedene Auffassungen. Eindeutig beantwortet wurde sie aber erst jetzt – in einem Gutachten, das die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Auftrag gab. Darin schreibt der Verkehrsrechtsprofessor Dieter Müller: Wenn ein Autofahrer den Abstand nicht einhalten könne, gelte ein "faktisches Überholverbot".

Das sind die Konsequenzen

Insbesondere, wer ein Wohnmobil, einen Lkw oder einen Bus steuert, dürfte demnach viel Geduld benötigen. Denn gerade mit sehr breiten Fahrzeugen bietet sich im Verkehrsalltag selten die Möglichkeit, den Mindestabstand tatsächlich einzuhalten.

Aber auch Autofahrer überholen Radfahrer nur selten so, wie es die Regel vorschreibt. Das zeigt eine Untersuchung aus Berlin.

So knapp überholen Autofahrer

Hier hat das Projekt "Tagesspiegel Radmesser" 16.700 Überholvorgänge gemessen. Die anschließende Auswertung zeigt, wie knapp jeweils der Abstand zum Radfahrer war:

  • In 9.402 Fällen: weniger als 1,50 Meter
  • In 3.019 Fällen: weniger als ein Meter
  • In 192 Fällen: weniger als 50 Zentimeter

Das heißt: Nicht einmal jeder vierte Radfahrer (4087 Personen) wurden regelkonform überholt. Und das spiegelt sich in der Unfallstatistik.

Von 1991 bis 2016 ist der Anteil der Radfahrer an den Verkehrstoten von acht auf elf Prozent gestiegen. Die häufigsten Unfallursachen sind unter anderem fahrlässiges Abbiegen von Auto- und Lkw-Fahrern, missachtete Vorfahrt der Radfahrer – und zu enges Überholen.

Abbiege-Assistent könnte viele Menschenleben retten

Damit weniger Radfahrer und Fußgänger sterben, fordern Experten: Lkw müssen verpflichtend mit Abbiege-Assistenten ausgerüstet werden. Die Systeme überwachen den toten Winkel. Sie warnen die Fahrer entsprechend beim Rechtsabbiegen, falls sie jemanden übersehen, und können den Lkw sogar selbst abbremsen, sagt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Auch Sprecher von Automobilclubs forden, dass der Einbau solcher Assistenzsysteme zur Pflicht wird.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur SP-X
  • Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
  • Unfallforschung der Versicherer
  • spiegel.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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