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Auto | Diebstahl: Warum Katalysatoren bei Dieben begehrt sind

Gefährdete Automodelle  

Darum sind Katalysatoren bei Dieben sehr begehrt

23.07.2021, 11:43 Uhr | Peter Löschinger, dpa

Auto | Diebstahl: Warum Katalysatoren bei Dieben begehrt sind. Parkplatz: Manche Diebe haben es auf die Katalysatoren und deren wertvolle Bauteile abgesehen. (Quelle: dpa/tmn/Boris Roessler/dpa)

Parkplatz: Manche Diebe haben es auf die Katalysatoren und deren wertvolle Bauteile abgesehen. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa/tmn)

Im Urlaub haben Diebe wieder Hochkonjunktur. Wussten Sie, dass auch Auto-Katalysatoren zum Beuteschema gehören? Die Fallzahlen steigen. Warum das so ist – und wie man dem Kat-Klau vorbeugen kann.

Geldbörsen, Fotokameras, Handys: All das mag begehrtes Diebesgut sein, um das man besonders in der Ferienzeit erleichtert wird. Doch auch der Katalysator unter dem Auto ist wertvoll und im Visier von Langfingern. Nicht nur im Urlaub.

Hochwertige Bauteile aus Edelmetallen wie Palladium, Platin und Rhodium wecken höchste Begehrlichkeiten, berichtet der Auto Club Europa (ACE). Zwar sind davon im Kat nur kleinste Mengen enthalten, doch die Preise für solche Edelmetalle steigen.

Die Zahl der Delikte steigt: Im vergangenen Jahr zählte allein die Straßenwacht des ADAC 420 Diebstähle. Dieses Jahr waren es sogar schon 448 Kats bis Mitte Juli. Hochgerechnet auf das Jahr wäre das eine Verdoppelung, so der ADAC.

Welche Autos besonders stark im Fokus der Diebe sind

Das Phänomen scheint vor allem ältere Autos mit Benzinmotoren zu betreffen. Diese enthalten laut ACE mehr Rhodium in den Kats. Auch kommen Diebe leichter dran. Die Kats sind in der Regel besser zugänglich montiert und liegen meist in der Mitte des Wagenbodens.

In neueren Autos ist laut ADAC der Kat oft in der Nähe des Motors platziert, um ihn nach einem kalten Start schneller auf Betriebstemperatur zu bekommen. Dort kämen Diebe schlechter dran. Neuere Kats verfügen zudem nicht mehr über so viele Edelmetalle.

Diese Modelle sind besonders gefährdet

Beispiele für besonders gefährdete Modelle sind laut ACE:

Auf Dieselpartikelfilter haben es Diebe bei Modellen wie Mercedes Sprinter und VW Crafter abgesehen.

Ratzfatz mit Flex und Säge

Hohe Fahrzeugtypen wie die letztgenannten Kastenwagen oder Wohnmobile stellen eine leichte Beute dar. Sie müssen zur Demontage des Kats nicht einmal angehoben werden. Trainierte Kriminelle brauchen nach Angaben der Autoclubs nur wenige Minuten dazu.

Um an den Kat zu kommen, bocken die Kriminellen das Auto auf. Dann durchschneiden sie das Abgasrohr vor und hinter dem Kat und schon ist dieser draußen. Eine Flex oder Elektrosäge kommt oft an lauten Straßen zum Einsatz, an ruhigeren Orten nutzen Diebe einen Auspuff- oder Kettenrohrabschneider, so der ADAC.

Wie man Diebstahl vorbeugen kann

In den Sommerferien haben Diebe oft leichtere Beute. Einerseits stehen Autos dann oft länger unbeobachtet, weil die Besitzer verreist sind. Andererseits können sie bei einer Autoreise am Urlaubsort vielleicht nicht immer in Sichtweite parken.

Am sichersten stehen Autos in einer abschließbaren Garage. Aber unterwegs? Da sollte man Ausschau nach Parkplätzen an belebten, gut beleuchteten Orten halten. Dort fallen die Aktionen eher auf.

Wie kommt man ohne Kat weg?

Keine Sorge, selbst wenn Sie den fehlenden Kat nicht gleich sehen – hören werden Sie den Verlust gewiss. Ein sehr lautes Motorgeräusch ist Folge des Diebstahls. Das ist auch der Grund, warum das Auto nicht mehr im Straßenverkehr fahren darf, erklärt der ADAC. Zudem funktioniert die Abgasreinigung – die Aufgabe des Kats – nicht mehr. So erlischt auch die Straßenzulassung.

So mancher bleibt auf Schaden sitzen

"Wer einen Diebstahl feststellt, sollte die Polizei und seinen Kfz-Kaskoversicherer informieren und alles weitere mit ihm abstimmen", rät Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In der Regel ist ein Kostenvoranschlag erforderlich.

Diese Art von Diebstahl gehört zu den "Teilentwendungen", wie auch jener von Felgen, festeingebauten Radios, Navis und so weiter, erläutert Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wer nur eine Kfz-Haftpflicht hat, muss aus eigener Tasche zahlen.

Ob sich das für Selbstzahler wirtschaftlich lohnt, klärt auch hier ein Kostenvoranschlag. Denn die Reparatur kann je nach Auto und Stundenlohn zwischen mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro kosten, so die Autoclubs.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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