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Kununu muss Klarnamen preisgeben: Urteil mit Folgen für Bewertungen


Nach Gerichtsurteil
Bewertungsplattform Kununu soll Klarnamen der Nutzer preisgeben

Von t-online, mho

23.02.2024Lesedauer: 2 Min.
EssenVergrößern des BildesBewertungen bei Kununu: Nach einem Gerichtsurteil steht das Konzept des Portals auf der Kippe. (Quelle: Kerstin Kokoska/imago-images-bilder)
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Kununu soll die Klarnamen der Verfasser zweifelhafter Bewertungen preisgeben. Das Gerichtsurteil könnte weitreichende Folgen für die Plattform haben.

Müssen schlechte Bewertungen auf Kununu künftig mit Klarnamen versehen werden? Ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg könnte diese Frage mit Ja beantworten, aber die Online-Plattform für Arbeitgeberbewertungen gibt nicht klein bei.

Arbeitnehmer prüfen oft im Vorfeld auf Kununu das Image potenzieller Arbeitgeber. Hierzu können aktuelle oder ehemalige Angestellte ihre Erfahrungen teilen und Unternehmen bewerten. Ein Hamburger Unternehmen sah sich durch negative Bewertungen zu Unrecht diffamiert und ging vor Gericht.

Unternehmen konnte die Authentizität nicht nachvollziehen

Das Oberlandesgericht Hamburg entschied nun, dass Kununu bei zweifelhaften schlechten Bewertungen den Klarnamen des Verfassers preisgeben muss. Die beiden umstrittenen Bewertungen aus dem Herbst 2023 enthielten Aussagen wie "Vorsicht bei der Firmenwahl" und "Setzen Sechs". Das betroffene Unternehmen konnte die Authentizität dieser Bewertungen nicht nachvollziehen und forderte ihre Löschung.

Kununu hingegen verlangte Nachweise für eine mögliche Rechtsverletzung, die jedoch vom Unternehmen nicht erbracht wurden. Das OLG Hamburg stellte nun fest, dass Unternehmen klären müssen, ob sie den Bewertern tatsächlich bekannt sind, um falsche Behauptungen auszuschließen. Anonymisierte Gehaltsabrechnungen oder Zeugnisse reichen in diesem Zusammenhang nicht als Beweis aus.

Kununu will die Identität der Nutzer weiterhin schützen

Kununu hat angekündigt, gegen diese Entscheidung vorzugehen. In einer Pressemitteilung äußert sich das Unternehmen wie folgt: "Wir stellen klar, dass wir weiterhin die Identität unserer Nutzer schützen werden und uns aufgrund dieser Entscheidung nicht dazu verpflichtet sehen, die Klarnamen unserer Nutzer herauszugeben."

Dieses Urteil stehe nach Ansicht der Plattform im Widerspruch zu früheren Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (BGH), die anonyme Bewertungen erlauben. Nun wird ein Hauptsacheverfahren eingeleitet, das eine rechtsverbindliche und endgültige Entscheidung bringen soll.

Sollte es bei diesem Urteil bleiben, könnte das weitreichende Folgen für Kununu haben. Unter Angabe des Klarnamens dürften die wenigsten Nutzer bereit sein, ihren Arbeitgeber schlecht zu bewerten.

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