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Erweiterte Realität: Spinnenangst per App bekämpfen

Erweiterte Realität  

Spinnenangst per App bekämpfen

27.09.2021, 04:31 Uhr | dpa

Erweiterte Realität: Spinnenangst per App bekämpfen. Virtuelle Realität: Diese Spinne lebt nur im Smartphone.

Virtuelle Realität: Diese Spinne lebt nur im Smartphone. Foto: Universität Basel, MCN/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Basel (dpa/tmn) - Man sollte sich seinen Ängsten stellen. Leichter gesagt als getan. Gerade Menschen mit einer Spinnenphobie setzen sich nur höchst ungern echten Spinnen aus.

Neurowissenschaftler der Universität Basel haben deshalb eine App entwickelt, die ein Angsttraining mit erweiterter Realität (AR) erlaubt. Heißt: Richtet man die Smartphone-Kamera etwa auf seine Hand, sieht man darauf eine Spinne sitzen. Aber eben nur im Display und nicht in Wirklichkeit.

Mit virtuellen Spinnen trauen sich viel mehr Betroffene eine Konfrontation zu, haben die Forscherinnen und Forscher herausgefunden. Die App habe sich in einer klinischen Studie bereits bewährt: Schon nach wenigen Trainingseinheiten daheim hätten die Probanden weniger Angst vor realen Spinnen empfunden.

Nichts für ausgeprägte Phobiker

Ob man Angst vor einer virtuellen Spinne hat, lässt sich in der englischsprachigen App namens Phobys gratis testen (AndroidundiOS). Das Training zur Reduktion der Spinnenangst kostet als In-App-Kauf fünf Euro. Betroffene mit leichten Formen der Spinnenangst können die App in Eigenregie benutzen, wenn sie mindestens 16 Jahre alt sind, raten die Wissenschaftler. Menschen mit ausgeprägter Spinnenphobie sollten sie dagegen nur mit medizinisch-fachlicher Begleitung nutzen.

Das Training besteht den Angaben zufolge aus neun verschiedenen Levels, in denen man der virtuellen Spinne nach und nach näher kommt und schließlich auch mit ihr interagiert. Mit jedem Level sollen die Aufgaben intensiver und schwieriger werden.

Den eigenen Ekel bemessen

Jedes Level endet zudem mit einer Bewertung der eigenen Angst und des eigenen Ekels. Anhand derer entscheidet die Anwendung, ob ein Level wiederholt werden muss. Um die Phobikerinnen und Phobiker motiviert zu halten, gibt es zwischendurch positive Feedbacks sowie belohnende Animationen und Soundeffekte.

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