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Das eigene Heimkino einrichten

Christian Fenselau

26.07.2012Lesedauer: 6 Min.
Heimkino einrichten
Das eigene Heimkino einrichten (Quelle: Loewe)
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Bei der Einrichtung eines eigenen Heimkinos ist es mit einem möglichst großen Fernseher nicht getan. Die Wahl eines geeigneten Standorts fĂŒr den Fernseher und die Beschallung sind nicht weniger wichtig, hier kann einiges daneben gehen. Wir erklĂ€ren, worauf Sie achten mĂŒssen.

Echtes Heimkino beginnt schon bei der Standortwahl fĂŒr den Fernseher. Wie hell ist der Raum und aus welcher Richtung kommt das Licht beziehungsweise wo befinden sich die Fenster? Auch bei der GrĂ¶ĂŸe beeinflussen die RĂ€umlichkeiten die Entscheidung, hier sollte der voraussichtliche Sichtabstand unbedingt beachtet werden.

Scheint die Sonne oder eine andere starke Lichtquelle auf den Bildschirm, sollte ein Fernseher mit entspiegelter Mattscheibe erste Wahl sein, um störende Reflexionen zu vermeiden. Plasma-Fernseher, die alle mit spiegelnden Glasplatten ausgestattet waren, gibt es zwar kaum noch zu kaufen. Doch auch LCD-GerĂ€ten werden je nach Modell mit glĂ€nzenden Panel-OberflĂ€chen ausgestattet. Das sieht auf den ersten Blick zwar schick aus und wirkt bei der BildqualitĂ€t einen Hauch schĂ€rfer. Doch bei ĂŒblichem Sichtabstand spielt das keine Rolle mehr.

Sichtabstand geteilt durch drei

Als ĂŒblich fĂŒr die Wahl der richtigen GrĂ¶ĂŸe gilt "Sichtabstand geteilt durch drei" – wer also drei Meter entfernt sitzt, sollte etwa 40 Zoll (102 cm) als Richtwert nehmen. Wem das zu klein ist: Die maximale GrĂ¶ĂŸe eines Fernsehers ist dann ĂŒberschritten, wenn es nicht mehr möglich ist, die rechte und die linke Bildschirmseite gleichermaßen wahrzunehmen – vergleichbar mit den vorderen Reihen von KinosĂ€len. GrĂ¶ĂŸere Fernseher sind eher ein Nachteil, wenn keine HD-Bilder gezeigt werden, Bildpunkte und Schlieren fallen stĂ€rker auf.

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Bei 3D-Kino mit Shutterbrille stört wahrnehmbares Flackern außerhalb des TV-Bildes. Hier empfiehlt sich ein Fernseher eher, der eine Nummer grĂ¶ĂŸer ist. Vor dem Kauf eines 3D-Fernsehers sollten dessen 3D-FĂ€higkeiten unbedingt beim HĂ€ndler getestet werden, und zwar aus gleichem Sichtabstand und -winkel wie zu Hause.

Große LCD-Fernseher sind teuer

Riesen-Fernseher können teuer werden. Wer es möglichst groß und trotzdem billig will, muss nicht nur bei der Ausstattung Abstriche machen. Die Hersteller verbauen in den niedrigen Modellserien schlechtere Panels – und das macht sich natĂŒrlich bei großem Bildschirm umso stĂ€rker bemerkbar. Wer eine Riesenleinwand fĂŒr den privat betriebenen Kinosaal plant, sollte ĂŒber einen Beamer nachdenken. FĂŒr das Wohnzimmer sind Beamer wegen des GerĂ€uschpegels durch den LĂŒfter dagegen kaum zu empfehlen.

Beamer als Alternative

Bei der Auswahl eines Beamers sind neben dessen BetriebslautstĂ€rke die Auflösung und Helligkeit zu beachten. FĂŒr das perfekte Heimkino sollte ein Beamer 1920 × 1080 Bildpunkte darstellen. Die meisten Projektoren dieser Klasse bieten eine Helligkeit von etwa 2000 ANSI Lumen, es gibt sie ab etwa 600 Euro. Mehr Helligkeit benötigt nur ein tagheller VorfĂŒhrraum in Kombination mit einer riesigen Leinwand. Damit steigt aber auch die Hitzeentwicklung, was wiederum den LĂŒfter schneller drehen lĂ€sst und lauter macht. Projektoren ab etwa 30 Dezibel oder 3 Sone sind so laut, dass sie sich nur nur fĂŒr Filme mit hohen GrundgerĂ€uschpegel eignen, wenn sie nicht in einem abgetrennten Raum befinden. Auch zu beachten ist die Lebensdauer der Birne, denn Ersatzbirnen sind teuer.

Bei Projektoren gibt es die beiden konkurrierenden Techniken LCD und DLP. Die DLP-Technik kann Schwarz besser darstellen und ist kontraststĂ€rker. Allerdings kommt es manchmal zu einem Regenbogen-Effekt in weißen Bildern. Wer die Möglichkeit hat, beide Techniken direkt zu vergleichen, sollte das tun. Die Kontrast-Angabe in den DatenblĂ€ttern verdient – wie auch bei den Fernsehern – nur wenig Beachtung. Manche Beamer weisen einen Kontrast von 2000:1 auf, andere kommen auf 200.000:1, also mehr als das Hundertfache. Mit dem tatsĂ€chlich sichtbaren Kontrast hat das wenig zu tun.

Blu-ray-Player: BildqualitÀt, Ausstattung, Regionalcode

Wer 3D-Bilder schauen will, sollte darauf achten, dass der Blu-ray-Player das kann, denn kein Sender strahlt 3D im Regelbetrieb aus. Die BildqualitĂ€t ist bei fast allen Playern hervorragend, die Unterschiede ergeben sich eher durch die Ausstattung (AnschlĂŒsse, WLAN, MedienkompatibilitĂ€t, integrierte Tuner), Funktionsvielfalt und Bedienung. UnabhĂ€ngig vom Preis sind beim Stromverbrauch und der BetriebslautstĂ€rke nicht alle Abspieler gleich. Da ein Vergleich der GerĂ€te im Einzelhandel oft nicht möglich ist, lohnt der Blick in einen Testbericht. In den ElektromĂ€rkten sind die Fernseher oft unnatĂŒrlich eingestellt; außerdem ist die Umgebung zu laut, um LaufgerĂ€usche der Player wahrzunehmen.

Liebhaber aktueller Kinofilme waren bei DVDs oft benachteiligt, wenn der brandneue Streifen zwar schon auf DVD ĂŒber das Internet verfĂŒgbar war, aber den falschen LĂ€ndercode hatte. DVDs fĂŒr den US-Markt mit dem Regionalcode 1 lassen sich mit einem europĂ€ischen DVD-Player mit Regionalcode 2 nicht abspielen. Viele Filmfreunde halten diese Verbreitungskontrolle, die es auch bei Blu-ray-Medien gibt, fĂŒr ĂŒberflĂŒssig. Die Filmindustrie scheint dies verstanden zu haben, die meisten Blu-ray-Discs verzichten inzwischen auf einen LĂ€ndercode und sind weltweit mit allen Playern abspielbar. Mehr Tipps gibt unser Blu-ray-Ratgeber.

3D: Welche Technik ist die beste?

Ein 3D-Fenseher ist auch empfehlenswert, wenn gar kein 3D angeschaut werden soll. Denn die Hersteller statten nur die besseren Modelle mit dieser Technik aus – und diese zeigen auch im 2D-Betrieb ein besseres Bild. Auch ihre Bildwiederholfrequenz ist in den meisten FĂ€llen höher.

In Sachen 3D gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Öffentliche Kinos arbeiten mit der Polarisations-/Polfiltertechnik, bei Fernsehern ist die Shuttertechnik hĂ€ufiger anzutreffen. Doch nach und nach gibt es immer mehr Fernseher mit 3D-Kinotechnik zu kaufen. Der koreanische Hersteller LG war der erste, der Polfilter-3D auf die Fernseher brachte, mittlerweile haben Philips und Panasonic nachgezogen. Auch bei Toshiba steht eine Modellreihe mit Polfilter-3D vor dem Marktstart. Der Vorteil dieser Technik sind die leichten, billigen Brillen, die keinen Akku brauchen. Der Nachteil ist die geringere Auflösung. Deshalb vermarkten die Hersteller Polfilter-3D gerne als weniger hochwertig und verbauern in den Top-Modellen Shuttertechnik, die sie als "Full HD 3D" anpreisen. Doch die Polfiltertechnik wird von vielen Zuschauern als augenfreundlicher empfunden, die fehlenden Bildzeilen fallen dagegen kaum oder gar nicht auf. Wer hĂ€ufig mit GĂ€sten 3D-Filme anschaut, fĂ€hrt mit dieser Technik auch deutlich gĂŒnstiger und bequemer, denn den Fernsehern liegen bereits mehrere Brillen bei.

UHD und 4K: Die Bildschirmauflösung

Der Begriff 4K stammt aus dem englischen Sprachraum, wo der Buchstabe K die Zahl 1000 bedeutet. 4K sind also 4000 – gemeint ist die Anzahl der Pixel in der Breite. Auf PC-Monitoren errechnen sich bei den ĂŒblichen Auflösungsschritten und FormatverhĂ€ltnissen damit eigentlich 4096 Breitenpixel. FĂŒr Fernseher wĂ€re das aber eine arg krumme Auflösung. Technisch ist es leichter, von Full HD auf 3840 × 2160 Pixel hochzurechnen, denn das sind vertikal sowie horizontal genau doppelt so viele Bildzeilen wie Full HD. Das ergibt die vierfache Pixelanzahl. Der Begriff "UHD" steht im TV-Bereich synonym zu 4K.

Nicht nur in der Theorie ist das Bild damit schĂ€rfer, die Hersteller beweisen dies auch mit eigens angefertigten Werbevideos, die ein beeindruckendes Bild auf den Fernseher zaubern. Doch mit der Alltagspraxis hat das nichts zu tun, denn bislang ist das Angebot an solchem Material extrem rar. Weder das ĂŒbliche Fernsehprogramm noch Blu-ray-Disks liefern 4K. So lange sich hier nichts Entscheidendes tut, sollte man besser die Entwicklung abwarten. Eine spĂ€tere Kaufentscheidung kann hier viel Geld sparen, die Preise fĂŒr diese Technik werden noch deutlich sinken.

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Fernseher reicht nicht fĂŒr guten Ton

Nur in AusnahmefĂ€llen werden die im Fernseher eingebauten Lautsprecher fĂŒr einen satten Sound ausreichen. Durch die flache Bauweise fehlt den BĂ€ssen der notwendige Platz, ein zusĂ€tzliches Soundsystem muss her. DafĂŒr gibt es drei Möglichkeiten: eine zusĂ€tzliche Soundbar, eine komplettes Surround-System oder die bereits vorhandene Stereoanlage, die schon im Wohnzimmer steht. Zwischen den ersten beiden Optionen besteht der grundlegende Unterschied bei Preis, Installationsaufwand und Klang.

Die Soundbar, die unterhalb des Bildschirm hingestellt oder angebracht wird, verbessert zwar den Klang, kann aber keine Wunder vollbringen. Das Surround-System mit Rundum-Boxen und Subwoofer klingt noch besser, ist aber teurer und aufwĂ€ndiger zu installieren. Je mehr Einzellautsprecher, desto realistischer ist der Klangeindruck. Die einfachste Möglichkeit sind zwei kleine Satellitenlautsprecher plus Subwoofer (2.1), ĂŒblich fĂŒr ein echtes Surround-System sind fĂŒnf Satelliten plus Tieftöner (5.1).

Stereoanlage: Stimmen zu leise, Musik zu laut

FĂŒr Musikgenuss von CD oder Schallplatte ist die klassische Stereoanlage mit zwei Boxen ohne Subwoofer (2.0) ideal, aber fĂŒr das Heimkino eher nicht. Der Grund: Die 5.1-Surround-Tonspuren von DVD oder Blu-ray stimmen mit denen der klassischen, zweikanaligen Stereoanlage nicht ĂŒberein. Besonders der fĂŒr Sprechdialoge wichtige Center-Lautsprecher fehlt. Die Folge ist der viel zu leise Ton bei Stimmen.

Um Sprache doch zu verstehen, muss die Stereoanlage sehr laut gestellt werden – doch das fĂŒhrt zu ĂŒberlauter Musik. Sofern die DVD oder Blu-ray-Disc eine 2.0-Tonspur bietet, sollte unbedingt diese ausgewĂ€hlt werden. Manche VerstĂ€rker bieten einen Ausweg ĂŒber eine spezielle Taste, die die LautstĂ€rke aller KanĂ€le gleichschaltet (zum Beispiel als "Uni-Volume", "Nachtmodus" oder Ă€hnlich bezeichnet). Gibt es diese Möglichkeit nicht, bleibt nur, den Fernseher-Lautsprecher lauter zu stellen, bis die Stimmen verstĂ€ndlich sind. Ist der Klang dann insgesamt zu schlecht: Gute Soundbars gibt es ab etwa 200 Euro.

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